„Dreams“: Einladung, eigene Träume anzupacken

Von: mabie
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Ränkespiele um die Liebe: darum ging es im Stück „Dreams“, das nun an der Europaschule in Herzogenrath aufgeführt wurde. Foto: mabie

Herzogenrath. Wie aus dem Nichts weht ein Schmetterling in den Wald. Er schaut sich um, hört dem Schöpfer zu und nimmt schließlich Platz auf einem Baum. Gleich danach wirbelt eine aufgedrehte Puck über die Bühne im Forum der Europaschule und schon waren die Gäste drin in der neuesten Produktion, die hier mit den kommenden Abiturienten und Sechstklässlern auf die Beine gestellt wurde.

Dabei ließ schon die Bühnendeko erahnen, dass sich hier eine ganz fantasievolle Welt auftut.

Und wirklich, mit dem „Dreams“ getauften, aus Stücken von Shakespeares „Mittsommernachtstraum“ und Giaconda Bellis „Werkstatt der Schmetterlinge“ neu geschaffenen Schauspiel ging in den Herzen fantasievoller Menschen die Sonne auf. Da wurde mit den jüngeren Lernenden eine Aura von Waldelfen geschaffen, die mal im Chor, mal keck, mal staunend, mal witzig immer genau die richtigen Pointen im Ärmel hatten. So wünscht man sich das auch im realen Leben, dachte sicher so mancher der begeisterten Gäste.

Und das war auch genau das Ziel des ambitionierten Theaterprojekts, das die Handschriften von Pädagogen, Theaterleuten, Literaten und Künstlern trug. Keiner von ihnen drückte den Stempel aber zu stark auf, denn schließlich sollte die Botschaft, dass Menschen durchaus ihren Träumen folgen sollen, nicht mit dem Holzhammer daherkommen. Statt deftig ging es fein zu, da perlten Shakespeares Worte in gern gehörter Pracht in die Gehörgänge der Menschen.

Angst vor dem klassischen Text musste dabei niemand haben: Ganz im Gegenteil. Denn das Ränkespiel zwischen dem Herrscherpaar, den Liebenden, den Elfen und den Handwerkern gelang ganz vorzüglich und zu keiner Zeit langatmig. Die Handlung wurde dabei nicht nur gespielt, sondern dank des zauberhaften Einfalls, einfach einen weißen Gazevorhang als Projektionsfläche zu verwenden, auch in eingespielten filmischen Sequenzen dargestellt. Die zeichneten, mit flotter wie kundiger Hand, so die sonst schon mal sprachlich verzwickten Handlungsstränge nach.

Leicht blieb es dennoch nicht, denn Theseus, der Herzog von Athen, freut sich auf die Hochzeit mit der Königin der Amazonen, Hippolyta. Dann ist da auch noch Edelmann Lysander, der sich in Hermia verliebt, doch Papa Egeus hätte lieber Demetrius als Schwiegersohn wird. Hermia ist allerdings in Lysander verliebt und befreundet mit Helena, die ihrerseits ihr Herz an Demetrius verloren hat. Klingt ein bisschen wie eine griechische TV-Soap und hatte dank der bestens aufgelegten Darsteller auch einen modernen, gar nicht angestaubten Charme.

Wie sich dazwischen auch noch die überaus zweigesichtige Puck einordnete, die einem nur dann schöne Augen macht, wenn sie damit Macht ausüben kann, das hatte schon große Klasse. Und wie sich aus der gelungenen Melange von Bühnenspiel, Deko, Requisiten und der Einbindung der Zuschauer eine schöne Geschichte darum entwickelte, die eigenen Träume anzupacken, gegen Grenzen und gegen scheinbar unüberwindbare Mächte anzukämpfen, ebenfalls. So erntete die mit rund 60 Mitwirkenden auch groß besetzte Produktion der Europaschule einen gigantischen Applaus.

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