Dr. Wolfgang Marquardt bei „Schwarz auf Weiß“ zu Gast

Von: ehg
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Zu Gast bei „Schwarz auf Weiß“: Professor Dr. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, im Gespräch mit Moderator Ralf Pütz. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Zur 38. „Schwarz auf Weiß“-Veranstaltung begrüßte der Sprecher des Teams, Hans Peter Pütz, wieder einen hochkarätigen Talkgast aus Lehre und Wissenschaft in der Kirche St. Marien. Es war kein Geringerer als der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, Professor Dr. Wolfgang Marquardt.

Er wurde vom souveränen und authentischen Moderator Ralf Pütz befragt. Offen stand der renommierte Wissenschaftler allgemein verständlich erst ihm und dann auch dem Plemum Rede und Antwort.

Er stellte klar, dass das Forschungszentrum Jülich nichts mehr mit den Arbeitsbereichen der ehemaligen Kernforschungsanlage gemein habe. Primär beschäftige es sich heute mit Verbesserungen bei der Nutzung erneuerbarer Energien, der Speichertechnologie und der Energieeffizenz sowie mit dem Informationsbereich.

Zu „Tihange“ führte Marquardt aus, dass mehr Transparenz durch den Betreiber geboten sei. Außerdem forderte er zur Entscheidungsfindung die Einsetzung einer unabhängigen Kommission von Wissenschaftlern.

Geboren wurde Marquardt, der seit dem 1. Juli 2014 Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums in Jülich ist, am 21. April 1956 in der im „Ländle“ gelegenen zentralen Kreisstadt Böblingen. Er absolvierte ein Studium der Verfahrenstechnik an der Universität Stuttgart. Dort promovierte er 1988 zu „Nichtlineare Wellenausbreitung – Ein Weg zu reduzierten Modellen von Stofftrennprozessen“. Seine Dissertation wurde mit dem Preis der Freunde der Uni Stuttgart ausgezeichnet.

1992 habilitierte er auf dem Gebiet der Prozessdynamik und Prozessführung. Seit 1993 ist der Vater einer Tochter („Meine Frau lernte ich auf dem Schulweg kennen.“) Professor für Prozesstechnik der Aachener Verfahrenstechnik an der RWTH Aachen. Wolfgang Marquardt veröffentliche bisher mehr als 250 Artikel in Zeitschriften sowie zahlreiche Konferenz- und Buchbeiträge.

Zu den Forschungsschwerpunkten war zu erfahren, dass die Produkte der verfahrenstechnischen Industrie den Menschen aus dem täglichen Leben bekannt seien, ohne dass sie einem einzigen Industriezweig zuzuordnen seien. Als Beispiel wurden stellvertretend Kraftstoffe für Fahrzeuge aller Art, Pharmazeutika und Lebensmittel oder aber so unterschiedliche Materialien wie Kunststoffe, Farbpigmente oder Solarsilizium genannt. Trotz der Vielfalt weisen diese Produkte ein verbindendes Element auf: In allen Produktionsprozessen würden natürliche oder synthetische Stoffe hinsichtlich Art, Zusammensetzung und Eigenschaften gezielt verändert, um vielfältigen Qualitätsanforderungen zu genügen. Wie Forschungsarbeit aussieht, erläuterte der Talkgast anschaulich.

Das Forschungszentrum Jülich sei mit 5800 Beschäftigten eine der großen Forschungseinrichtungen in Europa in den Bereichen Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie und Hirnforschung. Geschaffen werden dort die Grundlagen für zukünftige Schlüsseltechnologien und gearbeitet daran, durch interdisziplinäre Forschung tragfähige Lösungen für komplexe und drängende Fragen der Gesellschaft zu finden.

Nach fast 44-jähriger Laufzeit wurde am 2. Mai 2006 der Forschungsreaktor abgeschaltet. Der Rückbau bis zur „Grünen Wiese“ wird vom Forschungszentrum Jülich in Eigenregie durchgeführt. Wie sich die „Schwarz auf Weiß“-Besucher das vorzustellen sollten, erläuterte Marquardt auf Nachfrage des Moderators Ralf Pütz.

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