Do it yourself: In Schrauberwerkstatt soll jeder mit anpacken

Von: Stefan Schaum
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Selbst ist der Schrauber: Manfred Gänsler (l.) und Hans Ohler wollen den Jugendlichen in der kleinen Reparaturwerkstatt lediglich ein paar Praxis-Tipps mit auf den Weg geben. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. An Flickwerkzeug mangelt es nicht, auch passende Schraubenschlüssel und anderes Werkzeug liegt bereit. Sogar eine kleine Hebebühne findet sich in dem Raum des Hauses Setterich, der bald zur Schrauberwerkstatt werden soll.

Dorthin können Jugendliche ab zehn Jahren reparaturbedürftige Fahrräder und Mofas bringen – um sie dann selbst wieder instand zu setzen. „Wir reparieren niemandem sein Rad, aber wir zeigen ihm gern, wie er es selbst hinbekommt“, sagt Bernhard Döveling, der das Projekt mit vier Ehrenamtlern betreut.

Insofern passt das jüngste Angebot des Hauses Setterich bestens zum Rest: Schließlich sollen die Menschen ermutigt werden, sich zu begegnen und selbst Dinge anzupacken. Gemeinsam und generationsübergreifend zu lernen. Und sei es eben beim Reparieren defekter Drahtesel. So richtig vom Fach sind die Ehrenamtler ja selbst nicht. Zwar war Berhard Döveling mal Maschinenschlosser – „vor gefühlt 1000 Jahren“, wie er sagt –, doch heute ist er als Sozialwissenschaftler der Gesamtprojektleiter des Hauses Setterich.

Auch Hans Ohler, ehemaliger Taxiunternehmer, und Manfred Gänsler, früher Elektriker, haben nie als Profis repariert. Aber als Kinder. Gänsler: „Früher war das ganz normal: Fahrrad kaputt – also musste man selbst ran.“ Eine Tugend, die heute nicht mehr so ausgeprägt sei, die er aber gern fördern möchte. „Wir trauen uns zu, den Jugendlichen zu zeigen, wie sie richtig mit dem Werkzeug hantieren.“ Wenngleich moderne Fahrräder in Sachen Technik und Ausstattung eine andere Hausnummer seien als die Klappergestelle vor 60 Jahren.

„Frisiert wird nicht“

Auch an Mofas und Motoren sollen sich die Besucher der Schrauberwerkstatt ruhig herantrauen. Döveling: „Wir legen das auseinander und schauen gemeinsam, wie wir es wieder zusammensetzen.“ Eins sei dabei klar: Kein Mofa darf anschließend flotter unterwegs sein als zuvor. „Tipps zum Frisieren gibt es hier garantiert nicht“, sagt Döveling schmunzelnd. Alles in der Werkstatt geschieht kostenlos, auch kleineres Flickzeug und neue Schrauben gibt es gratis.

4Bislang sind gut 4500 Euro im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Setterich Nord“ in die Schrauberwerkstatt investiert worden. Jeweils mittwochs soll die Werkstatt ab dem 4. September geöffnet sein, dann von 17 bis 19 Uhr. Anmelden muss man sich für die Werkstatt zwar nicht, aber informieren kann man sich im Haus Setterich unter Telefon 02401/6037238.

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