Würselen - DJK Armada Euchen wünscht sich eine Rundlaufbahn

DJK Armada Euchen wünscht sich eine Rundlaufbahn

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Dass leistungsstarke Sportler einen Verein verlassen, sich umorientieren mit der Intention, sich weiterzuentwickeln, ist nichts Ungewöhnliches. Wenn sie es jedoch alleine aus dem Grund tun, weil die logistischen Voraussetzungen zum Training überhaupt keine Perspektiven mehr bieten, lässt das aufhorchen.

Gleich drei Topathleten führten jetzt genau dieses Argument an, als sie die DJK Armada Euchen-Würselen zum Jahreswechsel verließen: Andr Collet (zweifacher Monschau-Marathon-Sieger), Georg Palm (deutscher Jugendmeister im Hindernislauf) und Anja Schrader (Kreisrekord im Hochsprung W 30).

„Ihre Begründung ist so bedauerlich wie nachvollziehbar”, kommentiert Armada-Geschäftsführer den Schritt der Sportler. „Seit den 70er Jahren beantragen wir bei der Stadt Würselen ein Stadion mit einer Rundlaufbahn, die für Training und Wettkampf eigentlich unerlässlich ist. Vergebens”, berichtet Friedhelm Pongs vom jahrzehntelangen, müßigen Versuch, den Verein und damit auch die Stadt Würselen im Spitzenfeld der Leichtathletik zu bewahren.

Schließlich stelle man (noch) die größte Leichtathletik-Abteilung im Kreis Aachen, sagt der Geschäftsführer. Und das mit Erfolg: „Wir sind in den letzten zehn Jahren im Marathon um die deutsche Meisterschaft mitgelaufen.

Das ist jetzt vorbei”, bedauert Friedhelm Pongs besonders den Abgang von André Collet. Das Ansinnen der Armada hat in Würselen schon manchen Bürgermeister und Stadtrat „überlebt”. Und auch der amtierende erste Bürger Werner Breuer wird wohl aus dem Amt scheiden und den Staffelstab dann an seinen Nachfolger weitergeben.

„Es hat diverse Ansätze gegeben und auch zahlreiche Versprechen seitens der Stadt. Lippenbekenntnisse”, konstatiert Friedhelm Pongs.

Ganz so kann Werner Birmanns, Erster Beigeordneter der Stadt Würselen, diesen Vorwurf nicht stehen lassen. „Dass eine Umlaufbahn für die Armada nie realisiert werden konnte, hat gleich zwei nachvollziehbare Gründe”, erklärt Birmanns, „zum einen gibt es stadtplanungsrechtliche Ortsprobleme, die dagegen sprechen, den Sportplatz Paulinenstraße zu erweitern, und zum anderen lässt die wirtschaftliche Situation der Stadt den Bau einer neuen Sportanlage, beziehungsweise die Ergänzung um eine Rundlaufbahn gar nicht zu.”

Ein ursprünglich angedachtes Sportzentrum am Euchener Feld im Schatten des Freizeitbades Aquana, ist damit vorerst vom Tisch - auch wenn dieses Terrain als Sport- und Freizeitfläche ausgewiesen ist.

„Selbst wenn die Sportplätze von Rhenania und dem VFR Würselen als Bauland erschlossen und veräußert würden, bliebe die Stadt auf dem nicht unerheblichen Betrag von rund einer halben Millionen Euro sitzen”, erläutert Birmanns die Ergebnisse einer anderthalbjährigen Studie der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) und der Verwaltung.

Zudem hätten die Vereinsvorsitzenden der beiden Fußballvereine zwar Interesse an einem neuen Sportplatz bekundet, doch dies mit Zurückhaltung, zunächst habe man „Ergebnisse sehen wollen”.

Und: Selbst wenn die Erschließung der beiden Sportplatzgelände zur Finanzierung eines neuen Sportzentrums auf dem Euchener Feld ein Nullsummenspiel würde, wolle man seitens der Stadt mit einem zweiten innerstädtische Baugebiet neben dem geplanten an Mauerfeldchen „kein Fass aufmachen”.

Heißt im Klartext: Weder eine Erweiterung des Sportplatzes Paulinenstraße mit einer Umlaufbahn, noch ein neues Sportzentrum für Fußballvereine und Leichtathleten wir es in absehbarer Zeit geben

Nichtsdestotrotz will man die Arbeit bei der Armada auch zukünftig intensiv vorantreiben: „Zwar sind unsere Trainer nach den Abgängen frustriert, aber wir werden auch weiterhin unserer gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommen und die Würselener Kinder und Jugendliche vereinsmäßig in Leichtathletik und Breitensport betreuen”, will Armada-Vorsitzender Pongs auch ohne städtische Unterstützung durch eine Rundlaufbahn weiterhin Talente fördern, bis sie aus Mangel an Trainingsmöglichkeiten den verein vermutlich verlassen...
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