DITIB-Moschee: Integrationsrat lädt Flüchtlinge zum Iftar-Essen

Von: mabie
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Das Organisationsteam vom Integrationsrat: Hakan Sanioglu, Serkan Yalcin, Zeynep Tosuncuk, Pervin Koch, Ilknur Durdu, Vorsitzende Reyhan Akkas, Güley Gürbüz und Youssef Agourram (v.l.) freuten sich über den reichlichen Besuch beim Fastenbrechen in Baesweiler. Foto: Bienwald

Baesweiler. Viele Premieren auf einmal feierte der Integrationsrat der Stadt nun in der DITIB-Moschee in Baesweiler. Nicht nur das erste öffentliche Iftar-Essen zum Fastenbrechen während des Ramadan stand auf der Tagesordnung. „Wir haben insbesondere erstmals auch die Flüchtlinge eingeladen“, sagte Reyhan Akkas, Vorsitzende des Integrationsrates.

Dazu kam noch eine Vielzahl privater Premieren, denn nicht wenigen Gästen aus Politik und Stadt war es vergönnt, erstmals beim Fastenbrechen dabei zu sein. Und dabei durften sie sich nicht nur über die Standhaftigkeit der Menschen freuen, die vor Ort während des Ramadans gehalten sind, tagsüber weder zu essen, noch zu trinken. „Auch auf die Zigarettenpause muss während dieser Zeit verzichtet werden“, erklärte Zeynep Tosuncuk auf der Bühne vor den gut 200 Gästen im Saal unter der Moschee.

Dabei duftete es schon beim Eintreffen der Gäste gegen 21 Uhr alles so herrlich nach türkischem Essen. Auf den Tischen stand reichlich Fladenbrot, auch die süßen Nachspeisen und die Datteln, denen später noch eine ganz entscheidende Funktion zukommen sollte, standen schon griffbereit. Doch Zugreifen, das war offiziell erst ab 22 Uhr gestattet.

Gespräch und Gesang

Zuvor erklärte Reyhan Akkas noch, worum es an diesem Abend ging. Für die Muslime ging es nämlich nicht nur darum, die Mahlzeit des Tages einzunehmen, mit ein paar Schlucken Wasser oder Eistee die Kehle zu benetzen. „Dieser Abend gilt auch der Begegnung der Kulturen, denn wir wollen auch mit solchen Aktionen das Miteinander der verschiedenen Kulturen fördern“, botonte Akkas.

Dass zur kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft nicht nur das Kennenlernen und der Respekt vor der Kultur des anderen gehören, unterstrich sie auch. „Uns geht es aber auch darum, einen der Grundsätze des Ramadan zu verdeutlichen, denn dort heißt es, dass man sich nicht satt hinlegen darf, wenn der Nachbar noch Hunger hat“, schloss sie. Und da schließt sich auch der Kreis zum Fasten, denn „nur durch Fasten kommt man zu einer spirituellen Ebene, in der man nachempfinden kann, wie es Menschen in Not tatsächlich geht“, ergänzte sie.

Die Menschen in Not waren hier vor allem die Flüchtlinge, die sich bunt unter die Menschen beim Iftar-Essen gemischt hatten. Waren sie anfangs noch ein wenig schweigsam, mehr im Gespräch untereinander verwickelt, änderte sich das im Laufe des Abends jedoch schlagartig. Und zwar nicht erst, als „Turkmaz“, der eigene Männerchor der DITIB-Moschee in Baesweiler zu seinem vielstimmigen Gesang anhob. Und auch nicht erst, als Bürgermeister Prof. Dr. Willi Linkens sich freute, dass mit diesem gemeinsamen Fastenbrechen ein deutliches Zeichen des Miteinanders gesetzt wurde.

Echte Gaumenfreuden

Sie kamen schon ins Gespräch, während Zeynep Tosuncak noch vom durch den Jahreskalender wandernden Fastenmonat sprach. Und nach dem Gebetsaufruf von Imam Murat Güven ging es dann richtig los mit der Konversation.

Begleitet von deutlich vernehmbaren „Aahs“ und „Oohs“ als Lob für das Küchenteam, startete das echte Fastenbrechen pünktlich um 22 Uhr. Fladenbrot, eine herrliche Suppe, verschiedene Pürees, Köfte und Kartoffeln warteten nur darauf, dass die Gäste die erste Dattel des Abends verspeisten. Die Dattel, die nach den Regeln des Fastenbrechens als erste gegessen werden muss, war dann das Vorspiel für die echten Gaumenfreuden. Und sie war auch so etwas wie die Initialzündung für ein fröhliches Miteinander, bei dem Status, Kultur oder Herkunft keine Rolle spielten.

Es wurde einfach nur gemeinsam gegessen und genossen, dabei geplaudert und sich ausgetauscht. Für die Raucher war es übrigens zeitgleich der Startschuss, sich draußen auf der Treppe hinab zum großen Saal die erste Zigarette des Abends zu gönnen. Selbst dabei luden sich die Menschen gegenseitig ein, und setzten so den Gedanken des Ramadan auch bei den anderweitigen leiblichen Genüssen fort.

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