Diskussion um eine Gesamtschule ist neu entbrannt

Von: mas
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Baesweiler. Da war sie dann wieder – die Forderung nach einer Gesamtschule für Baesweiler. Kommt das Thema Schulentwicklungsplan (SEP) auf die Tagesordnung ist sich Baesweilers Opposition aus Grünen, SPD und Linken einig: Handlungsbedarf ist nötig. Vor allem in Sachen Einrichtung einer Gesamtschule. Das fordern alle drei Fraktionen.

Eine Forderung, die vergeblich sein wird. Das hält die Verwaltung und auch die CDU Baesweilers entgegen. Die Kölner Bezirksregierung hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Baesweiler keine eigene Gesamtschule bekommt. Das unterstrich Bürgermeister Dr. Willi Linkens im Stadtrat erneut.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Rolf Beckers ergriff zuerst das Wort. Er ging „geschichtlich“ bis 1997 zurück, als der erste SEP Baesweilers aufgestellt wurde und noch heute einige überholte Passagen in den überarbeiteten Entwürfen des SEP enthalten sind. „Wir sehen Handlungsbedarf“, begründete Beckers diesen unter anderem mit den „Auspendlern, die wir zurück nach Baesweiler holen wollen“. Aber auch das „riesengroße“ Neubaugebiet im Bereich Baesweiler Südwest wird nach seiner Ansicht neue Überlegungen notwendig werden lassen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Karl-Josef Strank sagte: „In der Fortschreibung des SEP sehen wir keine Perspektiven.“ Außerdem formulierte der SPD-Chef: „Wir sollten endlich in Baesweiler aufwachen und einsehen.“

Außerdem mahnte Strank die Verwaltung und die christdemokratische Mehrheit, „unsere Realschule nicht in Grund und Boden zu wirtschaften“.

CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Puhl zeigte sich angesichts der Oppositionsforderungen erstaunt. „Ich dachte, wir hätten das Thema durch.“ Er ergänzte: „Fakt ist, wir bekommen keine Gesamtschule genehmigt.“ Dazu mochte der Unionsmann das Erinnerungsvermögen von Grünen und SPD auffrischen: „Ihre Landesregierung hat dafür gesorgt, dass die Hauptschulen ausgetrocknet werden“. Letztlich maßregelte Puhl die Gesamtschulbefürworter: „Es ist bescheuert einen Beschluss zu fassen, obwohl wir von der Bezirksregierung eine Ablehnung bekommen haben“.

Bürgermeister Linkens ergänzte, schon in früheren Sitzungen Rolf Beckers Karl-Josef Strank gebeten zu haben, „machen Sie doch Ihren Einfluss in Düsseldorf deutlich“.

Marika Jungblut (Linke) forderte eine andere Vorgehensweise. „Wir müssen erst die Eltern befragen und dann einen Ratsbeschluss aufstellen“, um dann die Bezirksregierung zu informieren. Aber, so meinte sie, „hier in Baesweiler läuft das eben alles anders“.

In der Tischvorlage hatte die Verwaltung nochmals die ablehnende Haltung der Bezirksregierung zu einer Gesamtschule in Baesweiler festgehalten. Dort heißt es: Wie bereits mehrfach mitgeteilt und im Schulausschuss beraten, lässt die Bezirksregierung trotz ausreichender Schülerzahlen die Einrichtung einer eigenständigen Gesamtschule nicht zu. Begründet wird dies durch das Rücksichtnahmegebot gegenüber der Gesamtschule Übach-Palenberg, die ohne die aus Baesweiler stammenden Schüler die notwendige Vierzügigkeit nicht erreichen könnte. Diese Tatsache wurde in dem am 1. März 2016 vorgelegten Entwurf des SEP berücksichtigt.

Dem Beschlussvorschlag, den SEP und die sich ergebenden Veränderungen zustimmend zur Kenntnis zu nehmen, folgte die CDU mehrheitlich. Gegen die 13 Stimmen von SPD, Grünen und Linken.

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