Diskriminierungsverbot für rollendes Mahnmal

Letzte Aktualisierung:
zugbild
Nicht zu vergessen: Zug um Zug wurden Millionen Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus in Vernichtungslager geschafft. Foto: Verein Zug der Erinnerung

Herzogenrath. Antwort haben die Eurode-Bürgermeister Christoph von den Driesch (Herzogenrath) und Jos Som (Kerkrade) auf ihr Schreiben an Bundesbauminister Peter Ramsauer bekommen, in dem sie um Prüfung gebeten haben, ob dem Verein „Zug der Erinnerung” die Trassen- und Stationskosten erlassen werden können.

Der „Zug der Erinnerung” ist ein rollendes Mahnmal im Gedenken an die millionenfachen Deportationen durch Züge der Deutschen Reichsbahn während der Nazi-Schreckensdiktatur. Von den Driesch und Som: „...die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands des Zweckverbandes Eurode haben ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Deutsche Bahn AG sich nicht in der moralischen Rechtsnachfolge der deutschen Reichsbahn sieht und sich den Verbleib des Zuges der Erinnerung mit 4000 Euro pro Tag vergüten lässt.”

Hintergrund ist der geplante Halt des Zugs vom 27. bis 29. März am Eurode-Bahnhof in Herzogenrath-Mitte. Anhand von Fotos deportierter Kinder, ergänzt durch Sachinformationen sowie die Ergebnisse lokaler Spurensuche sollen vor allem junge Besucher aufgerüttelt werden.

In dem Antwortschreiben aus Berlin teilt der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann, MdB, jedoch mit, dass der Bitte, auf die DB AG in Sinne des „Zugs der Erinnerung” einzuwirken, nicht nachgekommen werden könne. Dem stünden neben der geltenden EU-Richtlinie, das „manifestierte und im Allgemeinen Eisenbahngesetz und der Eisenbahninfrastruktur-Benutzungsverordnung umgesetzte Diskriminierungsverbot” entgegen.

Ferlemann begrüßt die Initiative, dass der Zug am Eurode-Bahnhof Halt machen soll. Und er führt aus, dass das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung das Anliegen des Vereins „Zug der Erinnerung” ebenso wie die Deutsche Bahn AG finanziell fördert. 2010 seien 175.000 Euro Spenden geflossen, als „einer der vielfältigen Beiträge des Unternehmens zur Aufarbeitung der Vergangenheit und zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert