Alsdorf - Disco auf heißen Rädern am Anna-Park

Disco auf heißen Rädern am Anna-Park

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
Trügerische Ruhe tagsüber: A
Trügerische Ruhe tagsüber: Am Abend und in der Nacht wird der Zentralparkplatz in der Nähe des alten Fördergerüsts im Bereich Anna-Park Alsdorf leider nicht selten zu einem verlockenden Terrain für „laute Aktivitäten”. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. „Leben und leben lassen.” So sollte es im Umgang miteinander sein. Das hat natürlich seine Grenzen - so auch bei Lärm zu nächtlicher Stunde. Da ist Rücksichtnahme angesagt. Franz-Josef Emundts kann davon ein (lautes) Lied singen.

„Als Anwohner des Anna-Parks in Alsdorf bin ich davon betroffen. Der Zentralparkplatz ist ein beliebter Treffpunkt, um sich mit lauten Bässen und quietschenden Reifen vor den Mädchen zu präsentieren”, teilt er der Lokalredaktion mit.

Als Ursache vermutet er, dass Rücksichtnahme auf andere immer mehr zum Fremdwort wird; wer das einfordere, sei dann gleich die Spaßbremse. In der Sommerzeit beschränken sich die Ruhestörungen nicht nur aufs Wochenende, auch unter der Woche finden sich Gruppen von geschätzt 15- bis 17-Jährigen dort ein, aber auch Gruppen junger Erwachsener mit aufgemotzten Fahrzeugen, ergänzt Emundts auf Nachfrage.

Laute Musik und bisweilen auch Motorräder mit durchdrehenden Hinterrädern „(Burn-out”), deren schwarze Gummispuren deutlich zu sehen sind, sorgen für Ungemach. Bislang hat Emundts darauf verzichtet, die Polizei oder das Ordnungsamt einzuschalten. „Da ich eine durchaus laute Stimme entwickeln kann, rufe ich aus dem geöffneten Schlafzimmer heraus die Leute zur Ruhe.” Meistens geht es danach auch gesitteter ab, wie er betont.

Vandalismus und Einbrüche seien nicht das Thema, lässt sich laut Franz-Josef Emundts gut am Anna-Gelände leben. „Ich bin mir sicher, mit zunehmender Bebauung könnte sich die Situation weiter entspannen.”

Polizeisprecher Paul Kemen, selbst Alsdorfer, weiß, dass das Terrain ein beliebter Treff für junge Leute ist. „Es steht bei uns auf der Tagesordnung, den Bereich in unregelmäßigen Abständen zu bestreifen.” Der Polizei sei aber nicht bekannt, dass es dort zu besonderen Ordnungswidrigkeiten oder extremen Lärmbelästigungen kommt. Falls dies anders sein sollte, bittet Kemen, dass sich Betroffene bei der Polizei melden. Tagsüber sei das Ordnungsamt der Stadt Alsdorf grundsätzlich zuständig.

Erster Beigeordneter Ralf Kahlen ist ebenfalls nichts von dem Ausmaß der angesprochenen Ruhestörung bekannt. „Wir begehen das abends”, verweist er auf den Einsatz des Ordnungsamts bzw. des Präzenzdienstes. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass sich dort Jugendliche aufhalten, wenn sie sich ruhig verhalten, sagt er. Wenn es Probleme gibt, müssen die auch der Stadt mitgeteilt werden. „Dann gehen wir den Hinweisen gezielt nach”, verspricht er.

Emundts, Kemen und Kahlen räumen übereinstimmend ein, dass sich die jungen Leute ja grundsätzlich irgendwo „lassen müssen”. Womit wir wieder beim allgemeingültigen Motto „Leben und leben lassen” angelangt sind.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert