Würselen - Dirigent Kremer hört auf: Heiteres Konzert zum Schluss

Dirigent Kremer hört auf: Heiteres Konzert zum Schluss

Von: ehg
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Mafred Kremer verabschiedet sich von der musikalischen Bühne.

Würselen. Mehr als vier Jahrzehnte lang hat Manfred Kremer ehrenamtlich das Orchester der Stadt Würselen dirigiert. Nun verabschiedet er sich von der musikalischen Bühne. Aus Anlass seiner Auflösung gibt das Orchester unter seinem Dirigat ein letztes Konzert, angereichert mit Operettenmelodien und Wiener Liedern.

Es findet am Sonntag, 17. April, um 16 Uhr im Alten Rathaus an der Kaiserstraße 36 statt. Der Eintritt ist frei. „Wir wollten uns nicht sang- und klanglos aus der Musikszene der Stadt zurückziehen,“ sagt der Dirigent.

Die Musik war dem in die Jahre gekommenen Musikus quasi in die Wiege gelegt worden. Der in Erkelenz geborene und seit 1985 in Kelmis ansässige Kremer unternahm seine ersten musikalischen Schritte am Klavier mit fünf Jahren, nachdem der Klavierlehrer seines Vaters auf ihn aufmerksam geworden war.

Mit zehn Jahren erhielt er, der dem Orchester wie keiner seiner Vorgänger seinen Stempel aufdrückte, auch schon Unterricht an der Kirchenorgel. Bei dem renommierten Musiklehrer Matthias Prange lernte er das Dirigieren, während er am Einhard Gymnasium sein Abitur machte. Und so sprang er ein, wenn sein Lehrer bei der Probe des Kirchenchores der Pfarre Herz Jesu Aachen verhindert war. Mit 18 Jahren dirigierte er dort sein erstes Chorkonzert.

Rein zufällig stieß er auf den Vorsitzenden des Würselener Instrumentalvereins, Albert Pütz, der auf der Suche nach einem neuen Dirigenten war. „Ich hatte geschäftlich mit ihm zu tun. Als er das Klavier in meiner Wohnung entdeckte, wurde Albert neugierig und lud mich zu einer Probe mit dem Orchester ein“, erinnert sich Kremer. Ehe er sich versah, wurde er als neuer Leiter des Würselener Orchesters vorgestellt. Danach stand er von 1974 an bei 37 von 40 Gala-Konzerten am Dirigentenpult.

Das erste Konzert unter seiner Stabführung fand in den Burtscheider Wandelhallen im März 1974 statt. Nach diesem Sprung ins kalte Wasser stand Ende des Jahres das für ihn erste Gala-Konzert mit dem Bariton Karl-Heinz Lippe von der Oper in Essen und dem Lambertus-Chor Kerkrade ins Haus.

Nationale und internationale Größen gaben sich in den folgenden Jahren beim Orchester der Stadt Würselen die Klinke in die Hand. Die rollenden Augen des Basses Kurt Böhme sind genauso unvergessen geblieben wie der grazile Auftritt der Sopranistin Erika Köth. „Was das für ein mächtiger Tenor“, gerät Kremer heute noch ins Schwärmen, wenn er an Adolf Dallapozza von der Volksoper in Wien denkt oder von der „geborenen Carmen“ Elisabeth Steiner spricht. „Heute noch läuft es mir eiskalt den Rücken herunter!“

Zweimal eroberte der Bass Günter Wewel von der Oper Dortmund unter Manfred Kremer mit dem Orchester der Stadt die Herzen der „Fans“ in Würselen im Sturm. Heute noch pflegt der scheidende musikalische Leiter freundschaftliche Kontakte zu Gunther Emmerlich von der Semperoper in Dresden, den er ebenfalls zweimal mit „seinen“ Musikern begleiten durfte. Erst recht zu dem niederländischen Tenor Hubert Delamboye von der Oper Wiesbaden. Und dann war da die Amerikanerin Louana de Vol, die mit 40 Jahren noch eine Weltkarriere startete.

Neben den Gala-Konzerten zählten die beiden Konzerte in der bretonischen Partnerstadt Morlaix, aber auch das Kreiskonzert mit einem Eupener Chor und Solisten des Staatstheaters Wiesbaden in der Aukirche in Monschau zu den Höhepunkten des Orchesters.

Geboten wurden Ausschnitte aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Gemeinsam mit allen Chören der Stadt führte das Orchester in der Kirche St. Lucia die „Deutsche Messe“ von Georg Friedrich Händel auf. Zur Stelle waren Kremer und seine „Musiker“ nicht zuletzt, wenn die Stadt Würselen ihren Neujahrsempfang in der Aula an der Klosterstraße gab.

Aber: „Ich werde nicht so ganz gehen. Mit Jolanta und Rob werde ich weiter die Advents- und Weihnachtsmusik im Seniorenzentrum St. Antonius gestalten“, sagt Manfred Kremer.

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