Alsdorf - Dieter Lothmanns Nachfolge und ein dritter Bürgermeister

Dieter Lothmanns Nachfolge und ein dritter Bürgermeister

Von: vm
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Dirk Schaffrath (CDU) wird voraussichtlich als 2. stellvertretender Bürgermeister Alsdorfs aufgestellt und gewählt. Foto: CDU
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Friedhelm Krämer (SPD) soll nach dem Willen der SPD 3. Stellvertreter werden. Das Amt muss noch geschaffen werden. Foto: vm

Alsdorf. Bei der Ratssitzung am Dienstag soll der Nachfolger von Dieter Lothmann (CDU), der im Oktober im Alter von 29 Jahren gestorben ist, gewählt werden. Die CDU schickt als zweiten stellvertretenden Bürgermeisterkandidaten voraussichtlich Dirk Schaffrath ins Rennen.

Die Favoritin der CDU, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrike Wagner, hatte dankend abgelehnt, ein weiterer möglicher Kandidat, Günther Offermanns, der sich selbst ins Gespräch gebracht hatte, war mit seiner Bewerbung beim Fraktionsvorstand auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Offermanns (70, selbstständiger Busunternehmer, verheiratet, ein Sohn), ist Vorsitzender des Ortsverbands Hoengen und seit dieser Legislaturperiode Ratsmitglied. Er habe sich wohl mit dem Ehrenamt einen angemessenen Abschluss seiner politischen Karriere gewünscht, war aus informierten Kreisen zu hören.

Blick nach vorne

Aber die CDU hat andere Pläne und denkt einen Schritt weiter: Nachdem man bei der letzten Bürgermeisterwahl fast keinen Kandidaten benannt und in letzter Sekunde Franz Brandt ins Rennen geschickt hatte, könnte man über die kommenden Jahre mit dem 34-jährigen Stadtverordneten Schaffrath einen potenziellen Kandidaten aufbauen. Der selbstständige Versicherungskaufmann ist langjähriges CDU-Mitglied, verheiratet und hat zwei Kinder.

Die SPD will am Dienstag außerdem eine Änderung der Hauptsatzung beantragen, um – neben Heinrich Plum (SPD) und Schaffrath – einen dritten stellvertretenden Bürgermeister zu installieren. „Die Termine sind für zwei Stellvertreter schlicht nicht zu bewältigen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Loosz. Allein in diesem Jahr seien es 1200 „Einsätze“ gewesen. Dazu hätten die Beigeordneten 100 weitere Termine wahrgenommen, noch einmal so viele hätten nicht besetzt werden können.

„Wir sind aber der Meinung, dass die Vereine und Jubilare einen Anspruch darauf haben“, so Loosz weiter. Und einen geeigneten Kandidaten kann die SPD laut Loosz auch vorweisen: Friedhelm Krämer, Vorsitzender des Ausschusses für Gebäudewirtschaft. Der pensionierte Fahrdienstleiter der Bundesbahn (64, verheiratet, drei Kinder) war bereits zwischen 1992 und 1994 stellvertretender Bürgermeister, sitzt seit 1989 im Rat, ist unter anderem Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Mariadorf-Hoengen und seit sechs Jahren Abgeordneter der Städteregion.

„Krämer ist pensioniert, das ist optimal“, erläutert Loosz die Wahl. Als Berufstätiger sei das Amt kaum angemessen zu bekleiden. „Irgendwann macht das der Arbeitgeber nicht mehr mit.“

Die SPD kann davon ausgehen, dass ihr Vorstoß von der CDU unterstützt wird. Mit der Aussicht, dass der zweite Stellvertreter wieder ein CDU-Mann wird, habe man die Christdemokraten für die Schaffung des neuen Postens gewinnen können, hieß es hinter den Kulissen. Die ABU/FDP-Fraktion habe ebenfalls Zustimmung signalisiert: für das dritte Ehrenamt und die Kandidaten.

Die Grünen kritisieren die Pläne: „Weder unsere unmittelbaren Nachbarstädte im Nordkreis noch die einige tausend Einwohner größeren Kommunen Eschweiler und Stolberg leisten sich den Luxus eines 3. stellvertretenden Bürgermeisters“, sagt Horst-Dieter Heidenreich, Fraktionsvorsitzender. „Mit dem ausdrücklichen Hinweis auf Alsdorfs prekäre Finanzlage hatte die SPD Mitte letzten Jahres ihren Antrag zurückgezogen. An dieser Misere hat sich bis heute nicht viel geändert. Deshalb kann ich den erneuten Vorstoß nur als dreist und unverschämt bezeichnen.“

Pikant sei, dass mit einfacher Mehrheit entschieden würde. „Die SPD könnte also nun mit ihrer absoluten Mehrheit auch den 2. Stellvertreterposten für sich durchsetzen“, so Heidenreich. Theoretisch sogar alle drei.

Was die Kosten anbelangt, ist ein Rentner „günstiger“ als ein Berufstätiger: Letztere können einen Verdienstausfall in Rechnung stellen, zusätzlich zu den Aufwandsentschädigungen. Die Verwaltung dazu: „Stellvertretende Bürgermeister erhalten (...) neben der monatlichen pauschalen Aufwandsentschädigung eine zusätzliche Aufwandsentschädigung. Im Falle der ersten Stellvertretung beträgt diese den dreifachen, im Falle der weiteren Stellvertretungen den 1,5-fachen Satz der monatlichen pauschalen Aufwandsentschädigungen. In Zahlen: 1. Stellvertreter: 791,40 Euro, 2. und weitere Stellvertreter: 395,70 Euro.“

Die Sitzung beginnt um 18 Uhr und ist öffentlich.

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