Diebe klauen Altkleider-Container samt Inhalt

Von: Beatrix Oprée
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Täglich für die Recyclingbörse im Einsatz: Ronny Pöttgens (l.) und Otto Polack sammeln die Kleidersäcke ein. Foto: Beatrix Oprée

Nordkreis. Als die beiden Mitarbeiter der Recyclingbörse mit ihrem Transporter jüngst am Stadion Geilenkirchener Straße anrückten, rieben sie sich erst einmal die Augen. Der Altkleider-Container der Regio-Entsorgung, den sie turnusmäßig leeren sollten, war verschwunden. Komplett, samt Inhalt.

Vor rund zwei Wochen war das. „Bis heute ist nicht bekannt, was die Diebe damit unternommen haben könnten“, sagt Stephanie Pfeifer, Projektleiterin der Regio-Entsorgung AöR. Mehrere Strafanzeigen gegen Unbekannt laufen derzeit zudem wegen Container-Aufbruchs.

Von solchen Aussetzern einmal abgesehen, hat sich das Mitte 2015 begonnene Engagement des regionalen Entsorgers auf dem Altkleidersektor indes erfreulich entwickelt. „Wobei wir durchaus einen Lernprozess absolviert haben“, sagt Pfeifer.

In Sachen Containergröße etwa, oder wie die eingesammelten Kleidersäcke auf Lkw-Brücken gestapelt werden müssen, um den Ansprüchen der Verwerter zu entsprechen. Eine bestimmte Tonnage pro Brücke ist nötig, und Müll sollte möglichst nicht enthalten sein.

Doch das ist eine weitere Krux, wie auch Andrea Kever betont, Geschäftsführerin der Herzogenrather Recyclingbörse, die in der Rodastadt und in Alsdorf Container-Entleerung, Sammlung und Transport der Kleiderspenden übernommen hat: „An manchen Standorten ist die Verunreinigung des Containerinhalts durchaus ein Problem, in Herzogenrath vor allem an der Nord-/Holzstraße, am Merksteiner Stadion und am Nordsternpark.“

Orte, an denen es wenig soziale Kontrolle gibt. Findet sich zu viel Abfall in den Chargen, moniert dies der Verwerter. Öffnen dürfen die Einsammler die Kleidersäcke aber auch nicht, also bleibt nur der Appell an die Bürger, ausschließlich das in die Container zu stecken, was hinein soll: saubere Alttextilien und Stoffe in jeder Form, auch Bettwäsche und Vorhänge, dazu paarweise gebündelte Schuhe. Alles muss in Säcke gepackt sein, damit es gestapelt werden kann. „Seit wir auf kleinere Container umgerüstet haben“, erklärt Pfeifer, „sind die Probleme aber weniger geworden.“

Das hat positive Auswirkungen auf die Abfallgebühren. Pfeifer: „Jeder Euro, der als Erlös erwirtschaftet wird, geht in die Kommune zurück, wo die entsprechenden Mengen gesammelt wurden. Beim Altpapier haben wir zurzeit einen ähnlich positiven Effekt.“

Und wie sieht das aus mit den Erlösen? „Für Alsdorf waren wir 2015 mit rund 30 000 Euro in der Unterdeckung, das lag an Systemaufbau, Abschreibung, Containeranschaffung etc. In diesem Jahr haben wir bisher einen Erlös von 8000 Euro und für 2017 geplant rund 12 000 Euro. In Herzogenrath waren wir 2015 mit rund 9000 Euro in der Unterdeckung, dieses Jahr beträgt die Überdeckung bisher 25 000 Euro. Für 2017 gehen wir von 17 000 Euro Erlös aus. Durch die Flüchtlingskrise sind die Mengen für uns zurzeit nur schwer planbar. Wir haben deshalb eher konservativ geplant.“ Denn viele Menschen geben ihre Altkleider gezielt an Hilfsorganisationen, um sie Flüchtlingen zukommen zu lassen, anstatt sie in die Container zu geben. An Hilfsorganisationen wie etwa die Recyclingbörse, die auch einen Kleiderladen und eine Nähwerkstatt betreibt: Rund 100 Kilo Alttextilien werden hier pro Tag abgegeben und von Mitarbeitern in Arbeitsmaßnahmen aufbereitet. Das Einsammeln der Alttextilien sichert bei der Börse zudem zwei neue Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt, wie Kever betont: „Deswegen wären wir froh, wenn wir die kommende Ausschreibung wieder gewinnen würden.“

Durch ein mittlerweile flächendeckendes Containernetz sieht Pfeifer illegale Sammler weitgehend verdrängt. Container der Regio-Entsorgung stehen auch in Baesweiler, die dort von der AWO Service-GmbH Aldenhoven bewirtschaftet werden, die entsprechend Standgebühren zahlt. In Würselen gibt es noch einen Sammelvertrag mit den Maltesern.

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