Die „Zeitschenker“ wissen, wo der Schuh drückt

Von: Margret Nußbaum
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Baesweiler. Sie weiß, wo der Schuh drückt bei Menschen mit einer beginnenden Demenz. Sie kennt die Sorgen und Nöte der Betroffenen und deren Angehörigen.

Heike Heinen, Gesundheitsberaterin und Alltagsbegleiterin für Menschen mit Demenz, kümmert sich als Koordinatorin des Projekts „Lange leben im Quartier“ und „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Baesweiler“ im DRK-Stadtteilbüro des Haues Setterich um alle Anliegen von Dementen und ihren Angehörigen. Sie ist Leiterin der Gruppe „Zeitschenker“ – ehrenamtlich arbeitende Erwachsene, die sich um Menschen mit Demenz kümmern.

Familienangehörige wohnen oft weit weg und können sich nicht persönlich um die demente Mutter oder den Vater kümmern. Da ist es umso wichtiger, Menschen vor Ort zu haben, die sich ehrenamtlich für Demenzerkrankte in ihrem Umfeld einzusetzen, ihnen den Alltag zu erleichtern. „Eine Arbeit, die immer wichtiger wird“, erklärt Heike Heinen. Denn längst steht fest, dass die Zahlen der an Demenz Erkrankten – in Deutschland sind es zurzeit fast 1,6 Millionen – in den nächsten Jahren drastisch steigen werden.

Auch wenn die Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ im Sommer ausgeschöpft sind: Heike Heinen und ihre „Zeitschenker“ werden weiter machen. Seit Anfang des Jahres besteht die Gruppe.

15 ehrenamtliche Helfer stehen Heike Heinen bei ihrer wertvollen Arbeit zur Seite, Carla Lebram etwa. Die 63-Jährige betreut eine 88 Jahre alte Dame. Mit viel Verständnis und Fachkenntnis hat sie ihr den Umgang mit dem Seniorenhandy beigebracht. Oder Katharina Steffens-Dohms: Die 51-jährige Arzthelferin kennt den Umgang mit älteren Menschen aus ihrer beruflichen Tätigkeit und weiß, wie wichtig Biographie-Arbeit mit dieser Altersgruppe ist.

Mit einem älteren Herrn spielt Katharina Steffens-Dohms Memory. „Ein Spezial-Verlag, die SingLiesel GmbH, vertreibt Spiele und andere Beschäftigungsmaterialien für Demenzerkrankte und stellt uns auch mal Materialien kostenlos zur Verfügung. Das ist für uns eine wertvolle Hilfe“, sagt Heike Heinen. Durch die Arbeit im Senioren-Invalidenverein ist Bärbel Galle, 47 Jahre, der Umgang mit älteren Menschen vertraut.

„Ich habe öfter erlebt, was passiert, wenn jemand langsam dement wird“, sagt sie. „Diese Erfahrungen helfen mir im Umgang mit den Menschen, die ich ehrenamtlich betreue.“ Erfreulich: Auch türkischstämmige, marokkanische und afghanische Bürger aus Setterich unterstützen die Arbeit der Gruppe „Zeitschenker“. „Das kommt uns natürlich sehr zugute. Denn die Demenz macht ja auch vor Häusern von anderssprachigen älteren Menschen nicht Halt“, sagt Heike Heinen.

Beratung und Infos rund ums Älterwerden gibt Heike Heinen im DRK-Stadtteilbüro des Hauses Setterich, Emil-Mayrisch-Straße 20. Sprechstunde ist mittwochs von 10 bis 11 Uhr. Telefonische Auskünfte übers Seniorentelefon: Telefon 01577/3639462.

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