Die Worte in sich entdecken

Von: Daniel Gerhards
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Ausgezeichnete Siegerin: Dusha
Ausgezeichnete Siegerin: Dusha Surorova gewinnt den Literaturwettbewerb „Jugend im Dialog” im Rahmen der Euriade. Moderator Martin Bloemers ist der erste Gratulant. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath/Kerkrade. Es geht um den Dialog - und das beim Schreiben von Texten. Eigentlich eine Sache, die man alleine und für sich macht. Dennoch steht die Ich-Du-Beziehung im Mittelpunkt des Literaturwettbewerbs für Jugendliche, der im Rahmen des Festivals Euriade stattfand.

In der Abtei Rolduc wurden die Autoren der besten Werke des Wettbewerbs „Jugend im Dialog” ausgezeichnet.

Knapp 300 Einsendungen gab es. Die Einsendungen hatten „ein tolles Niveau”, erklärte Euriade-Intendant Professor Dr. Werner Janssen. „Man wundert sich immer wieder, wie junge Menschen imstande sind, aus ihrer Seele heraus zu schreiben.” Dabei sind hervorragende Texte entstanden. Den besten schrieb Dusha Suvorova (Diaghilev Gymnasium, Perm, Russland). Zweite wurde Laura Eiermann (Städtisches Gymnasium Herzogenrath). Den dritten Platz belegte Mariya Kokarovtseva (Diaghilev Gymnasium, Perm). Zudem wurden auf der Grundlage der Einsendezahlen und deren Qualität noch Schulpreise vergeben. Den ersten Platz belegte das Diaghilev Gymnasium, Perm, zweiter wurde die Moskau School 775, den dritten Rang belegte das Kreisgymnasium Heinsberg.

Doch mindestens genauso wichtig, wie die guten Ergebnisse sei der Prozess des Schreibens. „Es geht darum, wie man sich selber als Mensch von einer Verschlossenheit befreit, die man vorher gar nicht als solche kannte”, sagte Janssen.

Dann komme man an den Punkt, an dem man merke, dass man mit der Sprache etwas ausdrücken kann. „Es ist interessant festzustellen, dass man schreiben kann. Dann ergibt sich so etwas wie Befreiung”, sagte Janssen.

Die vielen guten Gedichte, Essays, Erzählungen und Märchen wären allerdings nicht entstanden, wenn es den Anstoß nicht gegeben hätte. „Ganz wichtig sind Ansporn und Ermutigung. Das machen in erster Instanz wir und in zweiter Instanz die Schulen”, sagte Intendant Janssen. Die Jugendlichen bräuchten einen Mentor, der ihnen hilft, ihre Begabung zu finden. Aber entdecken müsse man sie selbst.

Dann könne es zum Dialog kommen. „Es ist wichtig, die Worte in sich zu entdecken und sie weiterzugeben”, erklärte Janssen. Das Medium, das diesen Dialog ermögliche, sei die Sprache. Man kann mit der Sprache - sei es gesprochen, geschrieben oder durch Körpersprache - anderen Menschen eine Antwort auf ihre Fragen geben. „Wenn man in dieser Antwort Verantwortung zeigt, dann kann man eine Gemeinschaft gründen”, sagte Janssen.

Diese gehe über die reine Gesellschaft hinaus. Sie sei eine Form des menschlichen Zusammenlebens, die sich durch die Sprache verwirklichen lasse.
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