Die wahren Traumautos für große Jungs

Von: Margret Nußbaum
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Einmal Stoppelfeld und zurück: Die Männer von der IG Freunde alter Landmaschinen Herzogenrath 1996 bearbeiteten einen ganzen Sonntag lang den Acker. Foto: Margret Nußbaum
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Traktorfahrer aus Leidenschaft: Jakob Ohlenforst (links) und Hermann Josef Bey. Foto: Margret Nußbaum

Alsdorf. Viele Autofahrer, von Alsdorf kommend auf dem Weg nach Mariadorf, fuhren ganz gemächlich Schritt-Tempo. Und das bei freier Bahn. Kein Wunder, denn was sich auf dem Stoppelfeld rechts abspielte, ließ die Herzen vieler großer Jungs höher schlagen.

Die IG Freunde alter Landmaschinen Herzogenrath 1996 hatte am letzten heißen Sonntag im August allen Platz und alle Zeit, ihre Schmuckstücke, alte Traktoren, vorzuführen.

Von Deutz, Lanz, Bautz, Ford, Kramer, Eicher und dem Schweizer Fabrikat Hürlimann war alles vertreten, was das Traktorfahrer-Herz begehrt. Eine Leidenschaft, die einen nie wieder loslässt, wenn man einmal Feuer gefangen hat, betonten die 16 Männer, die sich einen ganzen Tag lang ihrem heißgeliebten Hobby widmeten. Sie pflügten das Stoppelfeld, zogen Baumstämme mit ihren Maschinen und machten sich im übrigen mit ihren Familien einen schönen Tag.

Vorsitzender René Toussaint gehört zu den Gründungsmitgliedern. Der gebürtige Belgier stammt aus den Ardennen. Dort durfte er als Junge hin und wieder mit dem Traktor des älteren Vetters fahren. „Das hat mich so fasziniert, dass ich irgendwann zum Treckertreffen nach Lanz West gefahren bin – und mir prompt eine Landmaschine gekauft habe – damals für 1500 Mark“, erzählt er. Mittlerweile fährt er einen Porsche Diesel 208, Baujahr 1958. Natürlich sind alle Traktoren für den Straßenverkehr zugelassen und werden regelmäßig vom TÜV überprüft.

Wo Toussaint und seine Vereinsfreunde hinkommen, erregen sie Aufsehen. „Wir unternehmen auch Ausfahrten und besuchen andere Treffen – am liebsten mit unseren Familien“, erzählt der oberste Traktorfahrer. „Wenn ich auf dem Bock sitze, gibt mir das einen besseren Kick als jede Fahrt mit einem schicken Cabrio“, schwärmt er. „Traktorfahren ist ungemein entspannend. Ich höre das Tuckern des Motors und lasse alle Alltagssorgen hinter mir.“

Ein wenig besessen sind die 16 Männer alle, die bei den hochsommerlichen Extrem-Temperaturen übers gleißend heiße Feld fahren, Baumstämme mit ihren Maschinen ziehen oder pflügten, was das Zeug hielt. Fürs leibliche Wohl sorgen an solchen Tagen immer Harald Wenzel und Stefan Quadflieg mit ihrer holzbefeuerten Feldküche aus der DDR.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist das Beschaffen von Ersatzteilen für die Traktoren. „Da grasen wir Flohmärkte ab und werden oft auch im Internet fündig“, sagt René Toussaint. Einmal jährlich treffen sich die 30 Vereinsmitglieder zu einem einwöchigen Sommerlager. Gern gesehen sind sie auch bei Stadtfesten und Märkten.

Beim Oktoberfest in Baesweiler am Sonntag, 2. Oktober 2016, sind sie auch dabei, und zwar auf dem Reyplatz. „Unsere Frauen begleiten uns dann in Tracht“, sagt René Toussaint. Welche Tracht? „Ganz klar: Gummistiefel, Kittelschürze und Kopftuch“, witzelt Harald Wenzel. Natürlich nicht, betont der erste Vorsitzende. „Die Damen kommen im Dirndl, und wir tragen unsere roten Vereins-T-Shirts mit Sonnenhut.“

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