Die Vorsitzende der Frauen Union Alsdorf legt ihr Amt nieder

Von: -ks-
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Alsdorf. Die Austrittswelle aus der CDU Alsdorf zieht immer größere Kreise. Nach Spaltung der CDU-Fraktion - fünf Mandatsträger haben die neue „Fraktion Alsdorfer Bürger Union” gebildet - hat nun auch die Vorsitzende der Frauen Union (FU) im Stadtverband, Hildegard Marx, der Partei den Rücken gekehrt.

In einen Brief an den Landesvorsitzenden, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, erklärte sie ihren Austritt aus der CDU und ihren Rücktritt als FU-Vorsitzende zum Jahresende. Sie habe dennoch „weiterhin eine christlich-konservative politische Einstellung” und werde bei der Landtagswahl „aus ganzem Herzen und mit vollen Einsatz” den CDU-Kandidaten Reimund Billmann (Herzogenrath) unterstützen, „obwohl dies der CDU-Kreisvorsitzende Axel Wirtz (MdL) nicht gerne sieht und wohl auch schon einigen anderen potentiellen Unterstützern dies strikt untersagt hat”, schreibt sie Rüttgers.

Marx trete aus, weil die CDU in Alsdorf „derzeit einen Brandt-gefährlichen Kurs” steuere. Gemeint sind damit der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz Brandt und sein Bruder und Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt. In den letzten Jahren seien etliche Fraktionsvorsitzende „menschlich ruiniert” worden. „So war jetzt der rührige Stadtverbandsvorsitzende Bernd Mortimer an der Reihe”, argumentiert sie.

Schlimm sei, wie die CDU-Verantwortlichen mit langjährigen Mitgliedern umspringen würden. Heftig kritisiert sie vermeintliche „Absprachen mit links und rechts, um vielleicht eine Mehrheit zu bekommen. Wie tief kann man eigentlich noch sinken?” Die CDU sei leider „nur noch ein Haufen lauter Ich-AGs”, die die CDU nur benutzen, um den eigenen Vorteil zu bedienen, mutmaßt sie.

Auf Anfrage ergänzte Marx: „Christlich sein, heißt sozial denken und handeln.” Deshalb werde sie in Alsdorf weiterhin sozial aktiv sein und Vereine und Kindergärten unterstützen. „Da ist mein Geld gut aufgehoben”, ist sie überzeugt.

„Ich kann es nicht mehr hören”, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Franz Brandt gegenüber unserer Zeitung zu diesen und ähnlich gelagerten Vorwürfen anderer Kritiker. Es gebe keine Verschwörung der Brandt-Familie. Er würde seinen Bruder ganz normal unterstützen und umgekehrt.

„Ich bin seit Jahrzehnten in der CDU und habe eine Reihe Funktionen gehabt”, sieht sich Brandt als Christdemokrat durch und durch. Entschieden tritt er der Behauptung entgegen, die CDU-Fraktion habe Absprachen mit den Republikanern getroffen. „Ich habe mit denen keinen Kontakt gehabt”, stellt er klar. Dass diese in Abstimmungen in Rat und Ausschüssen mal mit der CDU und anderen politischen Richtungen stimmten, sei weder von der Union noch von anderen Fraktionen zu verhindern.

Dass man bisweilen mit den Vertretern der Linkspartei in Sachfragen einer Meinung sei und abstimme, sei gerade in der Kommunalpolitik nichts Außergewöhnliches, betonte Brandt.
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