Die Tour de France beschert viel Arbeit

Von: Andreas Gabbert
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Streckenverlauf der zwei Etappen der Tour de France 2017 zwischen Aldenhoven und Aachen. Foto: imago Sport/GEPA pictures, Karte: mapz.com

Würselen/Alsdorf. Die weltberühmte Tour de France führt die Radsportler auf der zweiten Etappe am Sonntag, 2. Juli, auch durch das Gebiet der Städte Alsdorf und Würselen. Dann wird die L136 zur Rennstrecke. „Das ist für uns ein großer organisatorischer Aufwand, da alle Eventualitäten bedacht werden müssen“, sagt der Beigeordnete der Stadt Würselen, Roger Nießen.

Obwohl es nur wenige Minuten dauern dürfte, bis alle Fahrer an den Zuschauern am Straßenrand vorbeigerauscht sind, muss die L 136 fast sieben Stunden gesperrt werden. Mit der Durchfahrt der „Werbe-Karawane“ wird um 13.50 Uhr gerechnet, mit der Durchfahrt der Fahrer zwischen 15.33 Uhr und 15.51 Uhr – je nach Durchschnittsgeschwindigkeit.

Fahrzeuge werden abgeschleppt

Auch die Zufahrtsstraßen müssen weiträumig abgesperrt werden, damit keine Fahrzeuge an die Strecke gelangen und die Rettungswege zugänglich bleiben. Die Strecke muss generell frei von Autos sein. Abgestellte Pkw werden notfalls abgeschleppt. „Da stehen wir auch im engen Kontakt zur Stadt Alsdorf“, sagt Nießen. Die Anwohner der Strecke sollen noch gezielt informiert werden.

Ein Ingenieurbüro aus Düsseldorf hat für die gesamte Etappe einen sogenannten Verkehrszeichenplan erstellt. Darin ist geregelt, was und wie abgesperrt werden muss. Dafür ist einiges an Absperrmaterial nötig: circa 300 Verkehrsschilder, rund 170 Absperrgitter und etliche Meter Flatterband. „Einiges davon haben wir im eigenen Fundus. Den Rest müssen wir bei Firmen und bei Bauhöfen aus der Nachbarschaft leihen“, erklärt Nießen.

Damit am Veranstaltungstag möglichst alles glatt läuft, wurde ein „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ bestehend aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie Kräften der Rettungsdienste und der Feuerwehren gebildet. Zusätzlich werden an diesem Tag wohl alle Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf den Beinen sein. Insgesamt dürfte es sich dabei um rund 40 Personen handeln, sagt Nießen. Eingebunden sind auch die Feuerwehr, das THW, das DRK und andere Hilfsorganisationen – insbesondere, was die Versorgung angeht.

120 Streckenposten nötig

Außerdem werden rund 120 Streckenposten benötigt. Dafür hat die Stadtverwaltung eigene Mitarbeiter gewonnen und einen Aufruf an alle Vereine und Schulen geschickt. Dennoch sucht die Stadt noch weitere freiwillige Helfer, die sich als Streckenposten zur Verfügung stellen. Zu ihren Aufgaben gehört es, zu verhindern, dass Fahrzeuge an die Strecke gelangen, die Vollständigkeit des Absperrmaterials zu prüfen, Ortsunkundigen zu helfen und Informationen zu geben und Personen beim fußläufigen Queren der Landstraße behilflich zu sein.

Des Weiteren dienen die freiwilligen Helfer dem jeweiligen Bereichsleiter als Kontaktpersonen. Zur Erinnerung an diesen Einsatz erhalten die Streckenposten die Sicherungswesten mit dem Aufdruck „Grand Départ“. Außerdem wird ein Lunchpaket zur Verfügung gestellt und als kleines Dankeschön erhalten alle Helfer eine Tageskarte für das Euregio-Freizeitbad Aquana.

Interessenten werden gebeten, sich über ein Kontaktformular auf der Homepage der Stadt Würselen zu melden. Auf der städtischen Seite www.wuerselen.de sind unter dem Stichwort Tour de France auch weitergehende Hinweise und Informationen zu finden.

Rahmenprogramm

Für die Stadt sei es schwierig, selbst ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, sagt Nießen. Es gebe aber einige Feste und Attraktionen entlang der Strecke. So werde in Linden-Neusen an diesem Tag 700 Jahre Ortsteil Neusen gefeiert, in Broichweiden plane der Gewerbeverein auf dem Marktplatz eine kleine Festivität, und in Bardenberg finde am gleichen Tag das Jungenspiel statt. Außerdem ist geplant, Grüße von deutschen Schülern an ihre französischen Partnerschüler zu übermitteln.

Das Institut Français war auf die Stadt zugekommen und hatte erklärt, dass Würselen aufgrund der lebendigen Städtepartnerschaft mit Morlaix einer von drei Standorten sein solle. Stattfinden werde die Aktion, an der das Städtische Gymnasium, das Heiliggeist-Gymnasium, die Real- und die Gesamtschule beteiligt sein werden, wahrscheinlich in Linden-Neusen, sagt Nießen. Präsentiert werde wahrscheinlich eine Animation, die von einem Helicopter gefilmt wird, jedenfalls nichts Statisches, erläutert der Beigeordnete.

Kreativität sei von den Organisatoren der Tour de France durchaus gewünscht, „damit es eine farbenfrohe Veranstaltung wird“. Besonders kreative Projekte könnten den Verantwortlichen noch über die Stadtverwaltung gemeldet werden, sagt Nießen. Er hofft auf gutes Wetter, „und dass viele mit dem Fahrrad kommen. Das würde passen und die Situation erleichtern.“

Die Stadt hoffe, die Kosten im vierstelligen Bereich zu halten. „Das sieht ganz gut aus“, sagt Nießen.

Alsdorf plant noch

Rund vier Kilometer der zweiten Etappe werden über die L 136 auch durch das Gebiet der Stadt Alsdorf führen. Auch hier werden die Zufahrten der Landstraße dann zeitweise gesperrt. Die Anwohner sollen per Postwurfsendung entsprechend informiert werden. Das teilte Holger Bubel von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage mit.

Benötigt würden dafür rund 80 Helfer und eine Menge an Absperrmaterial. Weitere Angaben wollte der Sprecher der Stadt aber noch nicht machen, da die organisatorischen Vorbereitungen noch in Arbeit seien. Auch zu den Kosten für die Stadt machte Bubel keine Angaben, weil der Arbeitsaufwand der Mitarbeiter schwer zu beziffern sei. Mit Blick auf ein mögliches Rahmenprogramm sei von Seiten der Stadt nichts geplant, sagte der Sprecher.

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