Die „Schulspatzen“ sollen gut betreut werden

Von: Kristina Toussaint
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Würselen. Mangelnde Plätze in der offenen Ganztagsbetreuung und unflexible Betreuungskonzepte für die Grundschulkinder, die einen Platz ergattert haben: 17 Familien hatten eine gute Alternativlösung zu den begrenzten Kapazitäten im offenen Ganztag (OG) gefunden.

In der Betreuung „Sonne, Mond und Sterne“ der evangelischen Gemeinde Würselen konnten die Schüler nach kurzem Schulweg den Nachmittag geradezu unter Idealbedingungen verbringen: eine kleine Gruppe, Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung.

Das Betreuungsangebot wird jedoch nach den Sommerferien nicht weitergeführt. Gründe dafür sind unter anderem, so Pfarrer Harry Haller, dass keine zweite geeignete Betreuungskraft gefunden werden konnte, die schlechte Eignung der unübersichtlichen Räumlichkeiten und der hohe finanzielle Aufwand für die Gemeinde.

Durch den großen Einsatz der Eltern sind jetzt die Bedingungen für eine Betreuung in Eigeninitiative gegeben. Damit die „Schulspatzen“ nach den Sommerferien an den Start gehen können, müssen allerdings noch einige Plätze gefüllt werden. Die Idealbedingungen bleiben bestehen, einziger Haken: 15 Euro Elternbeteiligung pro Tag und Kind. Für die Familien, die von einer Fortführung der Betreuung ausgegangen sind, könnten sich weitreichende berufliche Konsequenzen bis hin zur Reduzierung oder Kündigung ergeben, wenn die neue Einrichtung nicht zustande kommt.

In der offenen Ganztagsbetreuung der Sebastianus-Grundschule sind trotz Aufstockung von 45 auf 75 Plätze keine freien Kapazitäten vorhanden, ebenso wenig in der vom Förderverein getragenen Einrichtung.

Die Stadt Würselen übersteige die vorgeschriebene Betreuungsquote für Grundschulkinder um zehn Prozent, weshalb von dieser Seite keine Ausweitung der Betreuung zu erwarten sei, so Birgit Müller-Langohr, ebenfalls an der Initiative beteiligte Mutter.

Die seit zehn Jahren bestehende Nachmittagsbetreuung in den Räumlichkeiten des Familienzentrums an der Grevenbergerstraße war für die Eltern – trotz Kostenbeteiligung von elf Euro pro Tag plus Mittagessen – keine Notlösung. Mit zehn Kindern bot sich eine nahezu ideale Gruppengröße, die eine liebevolle Individualbetreuung durch Fachkraft Petra Henke ermöglichte, so Müller-Langohr.

Sohn Cornelius habe sich mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten sehr wohl gefühlt. Cornelius wechselt nach den Ferien auf die weiterführende Schule, Tochter Charlotte kommt aber erst in die zweite Klasse und ist daher noch drei Jahre auf Grundschulbetreuung angewiesen.

Ein weiterer Vorteil der alternativen Betreuungseinrichtung: anders als im offenen Ganztag müssen Kinder nicht für fünf Tage die Woche angemeldet werden und können flexibel abgeholt werden. „So kann man die Kinder abholen, sobald man tatsächlich Feierabend hat“, so Müller-Langohr.

Im OG-Betrieb hätten die Kinder dagegen oft nicht die Möglichkeit, an bestimmten Freizeitaktivitäten teilzunehmen oder pünktlich zu Geburtstagen zu erscheinen, weil sie erst ab einem festen Zeitpunkt abgeholt werden können.

Vorzüge, die mit in die nun in Eigenregie geplante Schulkinderbetreuung übernommen werden sollen. Räumlichkeiten stehen der Initiative, die mittlerweile unter dem Namen „Schulspatzen Würselen“ läuft, inzwischen zur Verfügung: über private Kontakte ist es den Eltern gelungen, Untermieter im Seniorenzentrum St. Antonius zu werden.

Die leerstehenden Räume werden durch eine Küche, einen Außenbereich und eine eigene Essecke im Gemeinschaftsbereich ergänzt. Zudem liegt das Seniorenzentrum nur wenige Meter von der Sebastianus-Grundschule entfernt in der Klosterstraße.

Für eine Weiternutzung der aktuellen Räume im Familienzentrum hatte die Gemeinde kein grünes Licht gegeben, die Idee, die Schulkinderbetreuung in einer Privatwohnung einzurichten, war unter anderem an den Hygienevorschriften gescheitert.

Auch die Suche nach einer Trägerschaft hat Früchte getragen: die „Schulspatzen“ werden künftig vom Kinderschutzbund getragen. Betreuerin Petra Henke würde Eltern und Kindern auch in der neuen Einrichtung erhalten bleiben. Bleibt das Bangen um ausreichende Anmeldungen. „Wenn wir eine Anlaufphase finanzieren könnten, würden wir nach einer gewissen Überbrückungszeit sicher genug Anmeldungen haben“, so Printz.

Da eine solche Eigenfinanzierung aber nicht möglich ist, müssen bis zum Ende der Ferien genug Familien gefunden werden: „Wir suchen händeringend nach interessierten Eltern.“

Aktuell sind noch zwei „Vollzeitplätze“ (Montag bis Freitag, 11.30 bis 15 Uhr) frei, zudem einzelne Wochentage.

Interessierte können sich melden unter: schulspatzen.wuerselengmail.com.

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