Herzogenrath - Die Merksteiner Rathausuhr soll endlich wieder schlagen

Die Merksteiner Rathausuhr soll endlich wieder schlagen

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
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Zehn vor drei: In den 70er Jahren ist die Uhr stehengeblieben (großes Bild). Bald soll sie zwischen 8 und 22 Uhr wieder halbstündig schlagen. Eine Bürgerinitiative setzt sich mit Hilfe der Bürgerstiftung Herzogenrath (kleines Bild) für die Reparatur ein. Foto: kf
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Zehn vor drei: In den 70er Jahren ist die Uhr stehengeblieben (großes Bild). Bald soll sie zwischen 8 und 22 Uhr wieder halbstündig schlagen. Eine Bürgerinitiative setzt sich mit Hilfe der Bürgerstiftung Herzogenrath (kleines Bild) für die Reparatur ein. Foto: kf

Herzogenrath. Die Merksteiner Rathausuhr soll wieder schlagen – im halbstündigen Takt von acht bis 22 Uhr. Das ist das Ziel einer Bürgerinitiative, die dem Stadtteil wieder ein Stück Identität geben möchte. Für die Restauration der alten Uhr haben sich die Aktiven einiges vorgenommen.

 Das Ziffernblatt soll einen Durchmesser von 1,20 Meter haben. Auf weißem Hintergrund soll das Merksteiner Wappen zu sehen sein und die Ziffern in goldener oder schwarzer Schrift gestaltet werden. Zusätzlich wird die neue Uhr beleuchtet. Damit nicht genug: Auf der Spitze soll ein vergoldetes Pferd thronen, der Turm mit Schieferplatten neu bedeckt werden.

Die alte Uhr war Mitte der 70er Jahre um zehn vor drei Uhr stehengeblieben – wie bis heute zu sehen ist. Der heutige Gebäudebesitzer hat die Genehmigung zur Restauration erteilt, womit die erste Hürde genommen ist. Für die Restauration allerdings sind Kosten von etwa 12.000 Euro veranschlagt.

Die Bürgerinitiative kann das nicht alleine stemmen. Deswegen hat sie sich die Bürgerstiftung Herzogenrath mit ins Boot geholt, die Spenden entgegennehmen darf. Die Initiative hofft, dass sich auch Firmen und Unternehmen beteiligen. Denn: Mögliche Restauratoren sind schon gefunden und könnten sofort beginnen. Ein Merksteiner Supermarkt unterstützt die Aktion. Er bietet seinen Kunden an, den Leergut-Bon nicht einzulösen und stattdessen die Summe für die Rathausuhr zu spenden – etwa 150 Euro kämen dabei im Monat rum. Das reiche aber längst nicht aus. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Merksteiner unser Vorhaben unterstützen.

Für uns ist es eine Herzensangelegenheit“, sagt Eduard Vondenhoff, der die Initiative ins Leben gerufen hat. Die Uhr habe symbolischen Charakter, für all die Geschichten, die seit je her in der Stadt geschehen seien. Natürlich könne eine Uhr nie die gesamte Stadtgeschichte widerspiegeln, aber sie könne Erinnerungen wachrufen. Vondenhoff ist sich sicher: „Wer in Zukunft auf die Uhr schaut, fühlt sich zurück in die 70er Jahre versetzt.“ Und wer die 70er nicht miterlebt habe, solle sich doch einfach andere Erinnerungen schaffen – der erste Kuss unter der neuen Uhr etwa habe sicher Charme.

Rathaus überflüssig geworden

Bis 1972 war Merkstein eigenständig und hatte somit ein eigenes Rathaus. Nach der kommunalen Neugliederung war das Rathaus überflüssig geworden. „Für die Bergleute war die Uhr damals ein wichtiger Anhaltspunkt. So wussten sie immer, wie spät es ist und konnten sich bei der Arbeit danach richten“, sagt Adalbert Ernst in guter Erinnerung an die damalige Zeit.

Für die Bürgerinitiative ist die Blütezeit Merksteins längst vorbei. Damals, vor etwa 40 Jahren, boomte die Gemeinde, gab es viele Geschäfte, und es war „richtig was los“, erinnern sich die Männer der Bürgerinitiative. Heute fühlten sich die Merksteiner abgehängt – gerade die ältere Generation empfinde das. „Kohlscheid ist in der Nähe von Aachen und allein deswegen für viele ein guter Wohnort. Herzogenrath-Mitte ist wegen des Namens schon Anlaufpunkt. Merkstein aber bleibt außen vor“, sagt Geschäftsführer der Bürgerstiftung, Heribert Mertens.

Das bekomme er von vielen Merksteinern immer wieder zuhören. Umso wichtiger sei es, die Uhr als identitätsstiftendes Element zurückzuholen. Wer die Restauration der Uhr unterstützen möchte, kann spenden: Bürgerstiftung Herzogenrath, Verwendungszweck: „Rathausuhr Merkstein“, VR Bank, IBAN: DE 07391629801017197033. Eine Spendenbescheinigung wird bei Bedarf ausgestellt.

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