Nordkreis - „Die Küchenschlacht“: Alsdorferin stellt sich dem Urteil von Profiköchen

„Die Küchenschlacht“: Alsdorferin stellt sich dem Urteil von Profiköchen

Von: Verena Müller
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Alles im Blick: Katharina Brandt bei ihrer großen Leidenschaft, dem Kochen. In der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“ tritt sie gegen fünf weitere Kandidaten an, deren Können von Fernsehköchen beurteilt wird. Foto: Verena Müller

Nordkreis. In wenigen Sekunden beginnt die Sendung. Der Aufnahmeleiter holt Katharina Brandt aus der Maske ab, geht mit ihr zügig den langen schmalen Flur entlang, die Treppe runter, auf die schwarze Tür zu. Die 26-Jährige aus Alsdorf soll als erste der sechs Kandidaten die Bühne der ZDF-Kochshow „Die Küchenschlacht“ betreten, in der Alfons Schuhbeck und andere Profiköche das Können von Hobbyköchen beurteilen.

Das Adrenalin schießt der Alsdorferin ins Blut. Nicht aus Angst, sondern aus einer Mischung aus Aufregung und Ungeduld, wie sie später sagen wird. Ungeduld, sich endlich selbst beweisen zu dürfen. Endlich wird sie erfahren, ob sie wirklich Talent hat oder nur dem wohlwollenden Urteil von Freunden und Familie aufgesessen ist.

Katharina Brandt hört den Applaus. Der Aufnahmeleiter gibt ihr das Zeichen. „Los.“ Sie stößt beherzt die Tür auf, will gerade hindurchgehen, da schnellt die Schwingtür mit voller Wucht zurück. Fast wäre die Kandidatin Opfer ihres Elans geworden. Fast.

Katharina Brandt hat sich von dieser Schrecksekunde nicht aus der Fassung bringen lassen. Die erste der fünf Aufzeichnungen im Hamburger Studio hat sie mehr als bloß überstanden, am Ende der Sendung wird man sagen können: Sie ist ein Naturtalent. Nicht nur, was die Zubereitung der Gerichte anbelangt, sondern auch, was ihre Wirkung betrifft.

Langes Bewerbungsformular

Geltungsdrang, Eitelkeit, Ruhmsucht – es gibt viele Gründe, warum es Menschen vor die Kamera drängt. Im Fall von Katharina Brandt waren es im Grunde Selbstzweifel. Als sie im März dieses Jahres das „elend lange“ Formular ausfüllte, um sich für „Die Küchenschlacht“ zu bewerben, konnte sie zwar an der Stelle „TV-Erfahrung“ ein „Ja“ ankreuzen – im vergangenen Jahr war sie Kandidatin des Vox-Formats „Das perfekte Dinner“ – aber das war noch nicht das, was sie suchte. Deshalb schickte sie ihr Motivationsschreiben und ihre Rezeptauswahl ans ZDF. Darunter auch ein Gericht, an dem schon andere Kandidaten gescheitert sind: in Ahorn glasierte Jakobsmuscheln auf Linsensalat.

„Man muss die Muscheln genau auf den Punkt bekommen“, sagt Katharina Brandt. Auch ihr Dessert, ein mit flüssiger Schokolade gefüllter Schokokuchen, ist nichts für Anfänger. Dass es sich die 26-Jährige leicht gemacht hätte, kann man also nicht behaupten. „Zeitdruck, kochen, sich verkaufen. Das wollte ich ausprobieren.“ Ob sie dem gewachsen war und sie von der Jury in die nächsten vier Runden gewählt wurde, darf an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Die Sendungen werden erst zwischen Montag, 3., und Samstag, 8. August, ausgestrahlt.

35 Minuten haben die Kandidaten Zeit, ihre Gerichte zu servieren. Keine Minute mehr. Zwischendurch noch eben schnell eine Frage des Moderators beantworten, nicht aus dem Konzept bringen lassen. Einen Probedurchlauf hatte Katharina Brandt zu Hause gemacht, das musste reichen. Die Digitaluhr, die während der Aufzeichnung die Sekunden runterzählt, die rot leuchtenden Warnlampen – das alles habe sie nicht gestört, erzählt sie. Aber als ihre Schwester Alexandra hinter der Kamera mit aufs Handgelenk klopfendem Finger „mach voran“ signalisierte, begann ihr Puls zu rasen. Obwohl sie alles exakt getimt, sie bewusst bis drei Minuten vor Schluss gewartet hatte, bis sie das Fleisch in die Pfanne legte. „Meine Schwester war auf jeden Fall viel nervöser als ich“, sagt Katharina Brandt und lacht.

Wie es den anderen Kandidaten ergangen ist, habe sie während der Aufnahmen kaum wahrgenommen. „Wenn ich koche, dann koche ich“, sagt Katharina Brandt. Später habe man sich unterhalten. „Alles sehr interessante Leute. Und jeder war gut, auf seine Art und Weise. Ich habe keinen Moment lang gedacht, ich sei besser als der oder der.“ Fertig seien am Ende der ersten Sendung alle geworden, so viel darf die 26-Jährige sagen. Und dass Alfons Schuhbeck sie gelobt habe. Mehr aber nicht.

Katharina Brandt ist in Busch aufgewachsen, hat in Münster eine Ausbildung zur Diätassistentin absolviert und in Düsseldorf ein Zusatzstudium zur Sport- und Fitnesstrainerin drangehängt. Ein Überflieger war sie nie, sagt sie, eher eine Durchschnittsschülerin, aber was sie begeistert, verleiht ihr Ehrgeiz. Kochen war bislang ein Hobby von vielen – neben Tennis, Fußball, Joggen, Snowboard und Fitnessstudio –, aber keines betreibt sie mit so großer Leidenschaft. Geweckt hat diese ihre Oma aus dem Schwarzwald, bei der sie in den Ferien oft zu Besuch war. Während die Eltern wanderten, stand sie mit der Oma in der Küche, backte, kochte. „Mit sechs, sieben Jahren habe ich das erste Mal selbst Spaghetti gekocht, danach habe ich immer mehr ausprobiert“, erzählt die 26-Jährige. Am liebsten bewegt sie sich kulinarisch in mediterranen Gefilden. „Kochen macht mich einfach glücklich“, sagt die Alsdorferin. „Die Vielfalt der Lebensmittel, wie sie ihre Konsistenz verändern, die Gerüche. Ich liebe es, mit Kräutern zu arbeiten.“

Nichts wäre naheliegender als eine Ausbildung in dem Bereich, aber wer Katharina Brandt ein bisschen kennt, ahnt, dass ihr das nicht genügen würde. „Ich will nicht einfach nur Köchin werden, ich möchte das Kochen, die Gesundheitsbranche und den Gourmetbereich mit eigenen Kreationen verknüpfen“, sagt sie. Am liebsten vor der Kamera.

Sich gegen die anderen Kandidaten der „Küchenschlacht“ durchzusetzen, war deshalb auch nicht ihr vorrangiges Ziel. „Ich wollte Kontakte knüpfen und wissen, was Profis von mir halten“, sagt Katharina Brandt. Und so stand sie Anfang Juli, auf der Suche nach Selbstbestätigung und einem Anschub für ihre Ideen, in dem heißen Hamburger Studio. In ihrer Schürze mit der Aufschrift „Fünf-Sterne-Köchin“ und mit dem Messer mit der Aufschrift „Viel Glück“ – ein Geschenk einer Freundin – in der Hand. Alles andere war gestellt. Gleiche Voraussetzungen für alle. Nur die eigenen Rezepte und Erfahrungen durften mitgebracht werden. Schummeln ist da kaum möglich. Keine Verlängerung, nichts in der Reserve – nach dem Motto: „Ich habe da schon mal was vorbereitet“.

Nur an einer Stelle war Katharina Brandt nicht ganz ehrlich. Beim Lieblingsgericht. Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat ist es nicht. Sondern? „Spinat mit Kartoffeln und Spiegelei. Ich wollte es mir aber nicht zu leicht machen“, sagt Katharina Brandt und lacht.

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