Herzogenrath - Die hilfsbereiten Läufer mit den leeren Flaschen

Die hilfsbereiten Läufer mit den leeren Flaschen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
Tausende Pfandflaschen gefunde
Tausende Pfandflaschen gefunden und eingelöst: (v.l.) Günter Hänel, Ralf Nowak und Ralf Kühn sammelten Flaschen und spendeten das Pfand. Das freute Professor Dr. Rolf Mertens, Leiter der Kinderkrebsstation des Uniklinikums, Klinik-Clownin Ruth Jürgens alias „Wilhelmine” und Ulli Opdenberg, Vorsitzender des „Klinik-Clown”-Vereins. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Wann immer Ralf Nowak eine Pfandflasche findet, hebt er sie auf. Egal ob acht, 15 oder 25 Cent Pfand dafür bezahlt wurden. Das Geld, das der Automat im Supermarkt dafür ausspuckt, sammelt Nowak.

Am Ende des Jahres wird es gespendet. Mittlerweile hat Nowak viele Mitstreiter gefunden. Nun übergaben sie Schecks in Höhe von 1012 Euro und 212 Euro an die Kinderkrebsstation des Aachener Uniklinikums und den Aachener „Klinik-Clown”-Verein.

Pfand für die gute Sache

Alles begann vor einigen Jahren mit ein paar Flaschen, die Nowak auf dem Schulhof der Kohlscheider Realschule aufsammelte. Dort arbeitet er als Hausmeister. „Ich hab mir überlegt, was ich mit dem Geld machen soll. Für mich wollte ich es nicht behalten”, erklärt Nowak. Er spendete das Geld in den vergangenen Jahren an verschiedene gemeinnützige Organisationen.

Doch er sammelt nicht nur auf dem Schulhof. Mit seinen Vereinskollegen von der DJK Elmar Kohlscheid trainiert der Langstreckenläufer regelmäßig im Wald. Dort finden sie eine Menge weggeworfene Pfandflaschen. Manchmal sammeln sie die Flaschen in Tüten, aber wenn sie gerade keinen Beutel zur Hand haben, tragen die Läufer auch schon mal eine leere Bierflasche über Kilometer in der Hand mit sich. „Wenn uns Spaziergänger entgegen kommen, sagen wir denen immer gleich, dass es nicht so ist, wie es aussieht”, sagte Günter Hänel, der sich ebenfalls an der Sammelaktion beteiligt, mit einem Augenzwinken.

So schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Dadurch, dass sie die weggeworfenen Flaschen aufsammeln, tragen sie dazu bei, dass der Wald sauberer bleibt. Und gleichzeitig kommt Geld für den guten Zweck zusammen. Bei einer der Trainingseinheiten sah Ralf Kühn die Läufer samt leeren Flaschen aus dem Wald kommen. Als man ihm erklärte, was sie machen, war er sofort begeistert. Seither sammelt er mit.

Professor Dr. Rolf Mertens, Leiter der Kinderkrebsstation, freute sich über die Spende der fleißigen Sammler. „Das ist wirklich einmalig. So etwas habe ich noch nicht gehört”, sagte Mertens. Er betonte, dass die Spendengelder nicht für die Therapie einzelner Patienten eingesetzt werden. „Wir wollen davon etwas anschaffen, das für alle Patienten da ist, nicht für einzelne”, sagte Mertens. So nutzen sie das Geld, um die Station bunter zu gestalten, Spielzeug anzuschaffen oder für die Familienhilfe. Es gibt viele junge Patienten, die mehr Zeit ihres Lebens auf der Station verbrachten als Zuhause, berichtete Mertens.

Auch Klinik-Clown Ruth Jürgens alias „Wilhelmine” trägt dazu bei, dass der Alltag im Krankenhaus gerade für junge Patienten erträglich wird. „Wir leben von solchen Spenden”, erklärten Jürgens und Ulli Opdenberg, Vorsitzende des „Klinik-Clown”-Vereins.

Mit mehr als 1200 Euro stellten Nowak und seine Mitstreiter einen persönlichen Spendenrekord auf. Und Nowak hält wirklich überall die Augen offen nach leeren Flaschen. „Mein Sohn studiert in Paris. Als wir ihn dieses Jahr besucht haben, habe ich auf der Champs-Élysées eine Pfandflasche gefunden.” Und natürlich konnte er nicht daran vorbeigehen, ohne sie aufheben und mitzunehmen.
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