Die Grünen feiern Geburtstag

Von: Lars Odenkirchen
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Feierten 25 Jahre Herzogenrather Grüne: Die Gründungsmitglieder Renate Stoll (v.l.), Prof. Dr. Bruno Spessert, Anne Fink gemeinsam mit dem Kreisverbandsvorsitzenden und Städteregionsratkandidaten Dr. Thomas Griese, der Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius, dem OV-Sprecher Bernd Fasel und dem Fraktionsvorsitzenden Folker Moschel.

Herzogenrath. Zu große Mülltonnen gaben damals den Anstoß: Vor 25 Jahren gründeten die Grünen in Herzogenrath ihren Ortsverein. „Ausschlaggebend waren damals die großen Restmüllbehälter, die wöchentlich geleert wurden und dem Recyclinggedanken voll widersprachen”, erinnert sich Prof. Dr. Bruno Spessert, der aus Jena angereist war um den Urlaub in der alten Heimat mit der Feier anlässlich des silbernen Jubiläums zu verbinden.

Auf die Zeit, in der sich viel bewegt hat und viel bewegt wurde, blickten die Parteimitglieder um das Gründertrio Anne Fink, Renate Stoll und Bruno Spessert gemeinsam mit ihren Gästen bei der Jubiläumsfeier zurück, wagten aber auch einen Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen.

„Von Anfang an waren für uns auch Frauen und Familienthemen wichtig. Was die Kinderbetreuung angeht war Herzogenrath damals eine Diaspora”, erklärt Anne Fink, die heute in Herzogenrath stellvertretende Bürgermeisterin ist.

Mit weniger als einem halben Jahr Vorlaufzeit stürzte sich der neue Ortsverband nach seiner Gründung in den Kommunalwahlkampf und errang direkt drei Sitze im Stadtrat. Doch gerade für die Politikerinnen in der Partei war die Zeit nicht einfach, wie Stoll und Fink berichten.

„Was die Einbeziehung von Frauen angeht, hatten wir eine echte Vorreiterrolle”, erzählen die Beiden. „Ich wurde sogar gefragt, ob es meinen Mann denn nicht stört, wenn seine Frau abends nicht bei ihm zu Hause, sondern auf einer Sitzung ist”, erinnert sich Fink.

Anfeindungen gab es aber auch wegen der politischen Ausrichtung, wie Renate Stoll noch weiß: „Bei der Schöffenwahl wurde mir damals gesagt, ich käme nicht in Frage, weil ich als Grüne nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stünde. Da wurde man von Einigen in eine ganz komische Ecke gedrängt.”

Früh kristallisierte sich aber die heute bestehende schwarz-grüne Koalition im Rat hinaus. „Zur CDU hatten wir von Anfang an einen besseren Draht als zur SPD, dort wurden wir viel früher ernst genommen”, erinnern sich die Gründungsmitglieder.

Mit den Anfeindungen ist es aber bei allen Parteien längst vorbei. Insgesamt sehen die Herzogenrather Grünen die 25 Jahre ihres Bestehens also durchaus als Erfolgsgeschichte, auch wenn sie ihrer Zeit aus eigener Sicht des Öfteren mal voraus waren.

„1 Jahr bevor das TPH geplant und verwirklicht wurde haben wir an dieser Stelle ein Technologiezentrum vorgeschlagen, damals wurde dieser Antrag aber abgelehnt”, erzählt Spessert. „Auch das Erfolgsprojekt „Euregiobahn” ist ein grünes Kind, das wir seit 20 Jahren gefordert haben”, meint Fraktionssprecher Bernd Fasel.

Ebenso sei der Erhalt des Parks neben der Villa Burkhard an der Roermonder Straße sowie des Bahnhofs in Kohlscheid der Partei zu verdanken. Als Erste, berichtet Fink, hätten die Grünen zudem ein eigenes Jugendamt für Herzogenrath eingefordert. Bildungs-, Verkehrs-, ÖPNV- und Müllpolitik blieben Themen, die während der 25 Jahre ständig auf der Grünen-Agenda standen.

Die Verkehrspolitik soll nun auch für kommende Kommunalwahl eines der Kernthemen für den Wahlkampf sein: „Diesbezüglich heben wir uns am deutlichsten von den anderen Parteien ab”, meint Fasel. Mit Ablehnung stehen er und seine Parteifreunde den Umgehungsstraßen B258N und L240N gegenüber- ohne dabei chronische Spielverderber sein zu wollen. „Wir lehnen bestimmt nicht jede Straße ab, wir schauen uns aber jede genau an. Diese Beiden kosten einfach nur viel Geld, verursachen ökologischen Schaden und machen nichts besser.” Ein anderer Wunsch betrifft die Euregiobahn. „Eine Haltestelle für Straß”, meinen die Grünen, wäre ein echter Wunsch.
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