Die Gemeine Fichte: Der Baum des Jahres polarisiert

Von: fs
Letzte Aktualisierung:
14508314.jpg
Pflanzten den Baum des Jahres 2017: (v.l.) Damian Desauw (KDW), Christa Ross (SDW), Förster Marco Lacks, Forstdirektor Robert Jansen, Hans-Josef Mertens (SDW), Vize-Bürgermeister Winfried Hahn, Rolf Rüland (SDW), Josef Ross und Wilhelm Hark (beide SDW). Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Am Tag des Baumes pflanzte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) NRW, Kreisverband Städteregion Aachen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Würselen im Stadtgarten Würselen die Gemeine Fichte, den „Preußenbaum“, der zum Baum des Jahres 2017 ausgerufen wurde. Die zurzeit häufigste Baumart in deutschen Wäldern ist die Gemeine Fichte.

Bislang hatte man um die Fichte einen Bogen gemacht, weil sie stark polarisiert. Für den einen ist sie der „Brotbaum“ der Forstwirtschaft, für den anderen steht sie für instabile, naturferne Monokulturen. Gemeinsam griff mit dem Verbandsvorsitzenden Forstdirektor Robert Jansen, der Stadtförster der Städte Würselen und Eschweiler, Marco Lacks, und der stellvertretende Bürgermeister Winfried Hahn zum Spaten. Hand legten außerdem die SDW-Vorstandsmitglieder Rolf Rüland, Christa Ross, Josef Ross, Hans-Josef Mertens und Wilhelm Hark an. Für die KWD war Damian Desauw vertreten.

Die Wurzeln für den Tag des Baumes liegen in den USA, wo bereits 1872 durch einen Journalisten der Antrag an die Regierung des Bundesstaates Nebraska gestellt wurde, jedes Jahr 20 Bäume pflanzen zu dürfen. In Deutschland war der Start für den „Ehrentag“ des Baumes 1952, als der damalige Bundespräsident Theodor Heuss mit dem Bundes-SDW Vorsitzenden, Robert Lehr, im Bonner Hofgarten einen Ahorn pflanzten. Die Gemeine Fichte oder auch Europäische Fichte ist der 29. Baum des Jahres in Folge.

Sie ist die einzige in Deutschland natürlich vorkommende Fichtenart, auch wenn vielfach behauptet wird, die Fichte sei keine heimische Baumart. Dies ist so nicht richtig. Hier muss man rund 12.000 Jahre und damit vor die Eiszeiten zurückblicken. Zu dieser Zeit wuchsen in Westeuropa Fichten. Während der Eiszeiten verschwand die Fichte aus unserer Heimat und konnte hierin nicht direkt wieder zurückwandern. Überlebt hatte sie im Balkan, in Südfrankreich und in Restwäldern der Ostalpen; aus diesen genetischen Überresten konnte Mitteleuropa langsam wiederbesiedelt werden.

Über eine östliche Route kehrte die Fichte wieder nach Skandinavien zurück, wo sie den bekannten borealen Nadelwald bildet. „In unserer Kulturgeschichte war es immer wieder die Fichte“, erinnert Forstdirektor Robert Jansen, Vorsitzender des SDW-Kreisverbandes der Städteregion Aachen, „wenn es darum ging, nach Übernutzung der Holzbestände wieder Wald anzulegen und Holznöte zu beheben.“ Denn als 1815 die Preußen das Rheinland besetzten, fanden sie die Eifel durch Holzkohlegewinnung sowie Beweidung und Streunutzung vollkommen devastiert vor.

Die von den Preußen mit Gesetzen und Verordnungen aufgegriffene Wiederbewaldung der Rheinprovinz erfolgte mit den Nadelhölzern Kiefer und Fichte. Der landläufige Begriff „Preußenbaum“ für die Fichte hat hier seinen Ursprung. „In einer gesunden Mischung gehört die Fichte auf geeigneten Standorten auch heute zu unserem Wald“, ist Robert Jansen überzeugt und wünscht dem gepflanzten Baum des Jahres gutes Gedeihen im Stadtgarten Würselen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert