Die Geister scheiden sich an den Plänen für Kohlscheid

Von: mas
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Reichlich Gesprächsbedarf: Der Bebauungsplan „Kohlscheid Zentrum - Am Langenberg“ war Thema einer Bürgerversammlung. Foto: Malinowski

Herzogenrath. Von Zustimmung über „ja, aber“ bis hin zur deutlichen Verärgerung: Kohlscheider Einwohner reagieren unterschiedlich auf Pläne der Stadt Herzogenrath. Zur Bürgerversammlung „Bebauungsplan Kohlscheid Zentrum – Langenberg“ kamen gut 100 Interessierte in die Gesamtschule Kircheichstraße.

Dort referierte Städteplaner und Architekt Bernd Noky vom Aachener Planungsbüro BKR. Zuvor führten Werner Spiertz, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Planung, sowie der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda ins Thema ein.

2014 sei man erstmals in das Projekt eingestiegen und habe beschlossen, eine Tangente als Umgehung des Marktes zu planen. Migenda sagte: „Wir müssen uns in Kohlscheid neu positionieren, um den Stadtteil zu verbessern.“ Der Bebauungsplan sieht Mischflächen von Wohngebiet und Handel vor (wir berichteten mehrfach). Die Tangente – ohne ihren Bau würden sich die Pläne nicht realisieren lassen – ist als Verbindung zwischen Kaiserstraße und Marktstraße vorgesehen. Der Sportplatz am Langenberg wird durch ihren Bau „durchschnitten“ und fällt weg. Zudem „braucht die Stadt noch Grundstücke“, sagte der Beigeordnete.

Ein weiteres Problem seien die Hinterlassenschaften des Bergbaus, die berücksichtigt werden müssen. Migenda sagte: „Die Bezirksregierung hat deutlich gemacht, dass ohne die Tangente die Maßnahme nicht durchsetzbar sein wird.“ Gemeinsam mit einem Investor und unter Einbezug der Südstraße sowie des leerstehenden Kaisers-Marktes – dort soll ein Vollsortimenter Einzug halten – könne im günstigsten Fall mit dem Bau der Umgehungsstraße im Frühjahr 2018 begonnen werden.

Drei Varianten stellte Planer Noky vor. Die Bebauung könne überwiegend dreigeschossig erfolgen. Der Architekt betonte ebenso wie Migenda, dass man das Thema Verkehr in einer speziellen Bürgerversammlung behandeln wolle. Der zehn Hektar große Planbereich enthalte die Nutzungsmöglichkeiten Wohnen, Handel und Gewerbe. Die Bebauung an der Tangente würde auch als Lärmschutz funktionieren. 200 Grundstücke sieht Variante eins vor.

Wann denn nun konkret begonnen wird, wollten einige Bürger wissen, denn es nütze keinem etwas, wenn es erst in zehn Jahren mit der Bebauung losgehe. Kohlscheid sterbe, wenn das noch länger dauere. Einen konkreten Zeitpunkt konnte Migenda mit Hinweis aufs Planungsrecht und der Durchsetzbarkeit nicht nennen. Er versprach jedoch: „Wir wollen so schnell wie möglich anfangen und das mit Ihnen gemeinsam zügig anpacken.“

Sorgen machen sich Sportler, ob und welche Ersatzflächen es für den Platz Langenberg gibt. Migenda sagte: „Wir müssen parallel schauen, was da machbar ist.“ Es gebe verschiedene Überlegungen. Eine davon sei, „das Stadion an der Oststraße auszubauen“.

Emotional wurde es beim Thema Markt. Anwohner und Geschäftsleute fragten besorgt, ob der Markt in den Planungen „nicht mehr drin ist“. Thema war auch, ob rund um den Vollsortimenter ein neues Zentrum geschaffen werde. Migenda entgegnete: „Für den Markt gibt es einen separaten Bebauungsplan.“ Außerdem bekräftige er, „der Markt ist überhaupt nicht ad acta gelegt“. Das mochten ihm einige Anwohner nicht glauben und warfen ihm sogar „Gesülze“ vor. Migenda blieb sachlich: „Es wird kein separates Zentrum geben.“ Er betonte: „Ich möchte nicht, dass die Diskussion immer auf den Markt gelenkt wird.“ Dieses Thema werde in gesonderten Bürgerversammlungen behandelt. Die Stadt nahm alle Anregungen auf und will dann überarbeitete Pläne vorlegen.

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