Die Gäste bringen viel frischen Wind mit

Von: Stefan Schaum
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Schon gemütlich, die neuen Sessel: Helene Schröder (Mitte) mag die Ausstattung des Tagespflegebereichs im Seniorenzentrum St. Anna. Wohnbereichsleiter Nico Gandelheidt und Sozialdienst-Mitarbeiterin Anke Achilles setzen auf das neue Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Den dunkelbraunen Ledersessel fand Helene Schröder auf Anhieb gemütlich. Nach dem Probesitzen hatte die 82-Jährige prompt eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Nun steht das Möbelstück in einem Raum, der so etwas wie das zweite Wohnzimmer der alten Dame ist. Einem Raum des Seniorenzentrums St. Anna in Hoengen, das ein neuartiges Betreuungskonzept anbietet: die Integrierte Tagespflege.

Wenn man so will, ist sie ein Kompromiss zwischen einem Umzug in ein Seniorenzentrum und einer Betreuung, die daheim von Angehörigen geleistet wird. Im Fall von Helene Schröder ist es die Tochter, die sich kümmert. Bei ihr lebt die Seniorin. Doch zwei Mal pro Woche besucht sie für ein paar Stunden das Seniorenzentrum.

„Mir gefällt es prima hier”, sagt sie. Das Personal sei nett, das Essen lecker. Und dass sie als eine der ersten in der Integrierten Tagespflege auch bei der Einrichtung ein Wörtchen mitreden durfte, findet sie prima.

Anders umgesetzt

Dabei ist das Konzept der Tagespflege nicht neu. Die Art der Umsetzung aber schon. Denn integriert zu sein bedeutet in Hoengen die Teilnahme an allen Freizeit- und Beschäftigungsangeboten, die auch die im Haus lebenden Bewohner wahrnehmen - von Gesprächskreisen über Bastelangebote bis zu Gymnastikkursen.

„Unsere Gäste können sehr viele Erfahrungen mitnehmen, die ihnen in ihrem täglichen Leben zuhause helfen können”, sagt Wohnbereichsleiter Nico Gandelheidt. Auch die Bewohner profitierten von den Tagesgästen.„Die bringen viel frischen Wind mit rein. Ideen von außen. Das belebt den Alltag hier.”

Freunde hat Helene Schröder bereits gefunden, man lernt sich rasch kennen. Zwar gibt es für die Tagespflegegäste eigene Räume, doch stehen sie den übrigen Bewohnern offen. „Die Kontaktpflege ist sehr groß”, sagt Anke Achilles, Mitarbeiterin des Sozialdienstes in St. Anna.

Acht Tagespflegegäste sind es derzeit, die in der Regel um 7.30 Uhr mit einem Taxi daheim abgeholt werden und meist bis 18 Uhr in der Einrichtung bleiben.

Kassen tragen die Kosten

Seit März gibt es das Angebot im Haus, das noch ausgebaut werden soll. Bei einer Pflegestufe werden die Kosten für die Betreuung von den Krankenkassen übernommen. „Noch ist so etwas eine Seltenheit”, sagt Anke Achilles.

Doch geht sie davon aus, dass diese Betreuungsform sich ausdehnen wird. Nicht zuletzt, weil sie pflegenden Angehörigen wertvolle Auszeiten ermöglicht. „Im guten Gewissen, dass ihre Lieben rundum versorgt sind und gepflegt werden.” In manchem Fall könne die Integrierte Tagespflege auch ein Weg sein, einen Menschen langsam an ein Seniorenheim zu gewöhnen.

„Man kann sehen, wieviel Leben es hier bei uns gibt.” Helene Schröder kennt das schon. „Wir hatten früher mals eine eigene Pension, da war auch immer viel los”, sagt die Dame. Und so ein schicker Ledersessel hätte ihr auch dort bestimmt gefallen.
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