Die „Freien Wähler Alsdorf“ sind nur noch Geschichte

Von: Karl Stüber
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Alsdorf. Die Vereinigung der Freien Wähler Alsdorf hat sich mit Blick auf desaströse Kommunalwahl aufgelöst. Josef Nevelz bleibt aber vorerst als Parteiloser im Stadtrat.

Das war eine besondere Trauerfeier, zu der acht Alsdorfer in der Schaufenberger Gaststätte „Zum Göbbelsstadion“ zusammenkamen. Sie mussten von einer Idee und einer Initiative Abschied nehmen, die sich mit Mandatsträgern immerhin vier Wahlperioden im Alsdorfer Stadtrat gehalten haben.

Die FWA – Freie Wähler Alsdorf. Mit drei Viertel der stimmberechtigten Mitglieder wurde dem Antrag auf Auflösung der Wählervereinigung zugestimmt. Nun wird die Initiative auch formal liquidiert und aus dem Vereinsregister gestrichen. Vorschriftsgemäß wird das „Parteivermögen“ an die Stadtkasse Alsdorf gehen und von dort aus einem gemeinnützigen Zweck zugeführt, wie der letzte Vorsitzende der Initiative, Knut Leufgens, auf Anfrage sagte.

Der „Todesstoß“ ereilte die Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl 2014. Nichts war mehr von der Herrlichkeit vergangener Jahre geblieben, als man bis zu acht Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte. Gerade mal 1,84 Prozent Stimmen wurden eingefahren.

Josef Nevelz wurde zum FWA-Einzelkämpfer im Stadtrat, hospitierte zuletzt bei der Fraktionsgemeinschaft von zwei anderen Solisten: Bernd Mortimer (ABU) und Heinz Liska (FDP). Er will nun vorerst als parteiloses Mitglied des Stadtrates weiterarbeiten, wie die FWA in ihrer letzten Pressemitteilung ausführte. Nach der Pleite bei der Kommunalwahl verließen weitere Mitglieder den Verein, sagte Knut Leufgens. „Leider haben wir es nicht verstanden, mehr Alsdorfer Bürger für unsere Ideen, unsere Arbeit, gewinnen zu können“, bedauert er.

Die Ursachen für den Niedergang sieht Leufgens differenziert. Zum einen sei die FWA in einer Zeit entstanden, als in Alsdorf nicht viel vorranging. Das ist aus seiner Sicht mit Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) anders geworden, der als „Spielmacher die Fäden in der Hand hält“.

Zudem, so Leufgens weiter, ist der FWA innerhalb der Zersplitterung der Parteienlandschaft das Alleinstellungsmerkmal verloren gegangen. UWG, Linke und AfD sind nur Beispiele. Da half auch der von der FWA regelmäßig verliehene Bürgerpreis nicht mehr. Leufgens will nun sehen, wie es für ihn weitergeht – und ob er woanders eine neue politische Heimat findet.

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