Die Frauen sind nicht stoppen

Von: Ingrid Puhl
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Grandios sind die „Mädels” drauf: Beggendorfer Frauentheater Tanzgruppe Foto: Wolfgang Sevenich

Baesweiler. „Jetzt geht´s los, wir sind nicht mehr aufzuhalten, jetzt geht´s los, hier spielt die Musik” - mit diesem Lied stieg das Beggendorfer Frauentheater ein in ein über vierstündiges kurzweiliges Programm. Schlag auf Schlag folgten herrliche Sketche, gekonnte Parodien, Persiflagen, Pantomime und temperamentvolle Tänze.

In der EWV-Bürger-Halle saß unter der versierten Conference von Ruth Pütz eben alles. Auf die Schippe genommen wurden unter anderem Alltagsprobleme wie Wohnungssuche und Wirtschaftskrise, von der sogar Klosterschwestern betroffen waren. Die Rückkehr in ihre Heimat „Bella Italia” hatten sich zwei Freunde ganz anders vorgestellt. Sie mussten erkennen, dass in ihrem Land abgezockt und betrogen wird. Ihrem Aufenthalt wird ein Ende gesetzt durch ihre Feststellung „Alles tute weh, wir zurück nach Deutschland mit ADAC”.

Die perfekte Otto-Imitation (Elke Plum), dem Original in Mimik und Gestik ebenbürtig, genoss das Bad in der Menge. Der Blödel-Barde aus dem Norden brachte das Märchen „Hänsel und Gretel” in amerikanischer und schwedischer Sprache und münzte auch große Hits in den Märchentext um. Der Sketch „Der Kunde ist König” machte eindrucksvoll klar, dass Geld eben doch die Welt regiert. Ein betuchter Bankkunde durfte eine kleine Angestellte der Begga-Bank massiv beleidigen, denn schließlich sollten 16 Millionen Euro angelegt werden, wie sich später heraus stellte. Von wegen, der Direktor stellt sich in diesem Fall schützend vor sein Personal.

Egal, ob kleine Mädchen wie die zwölf Doris-Day-Stars von der Zukunft träumen, ein Einblick in den wertvollen Dienst der Telefonseelsorge gewährt wird, Frau Königin ihre Tochter an den Ritter bringen will, es um „Positives Denken” eines in die Jahre gekommenen Ehepaars geht oder das „Verbotene Schwimmen” reizt, alle Akteurinnen gaben ihr Bestes und bestachen durch tolle Kostümierung. Sein Debüt in Beggendorf gab Max Raabe und sein Palastorchester mit „Mein kleiner grüner Kaktus” und „Klonen kann sich lohnen”.

Das Leben als Feuerwehrmann, der sich vor allem mit C-, B- und A-Schläuchen bestens auskennen musste, schilderte eindrucksvoll die Seniorin der Theatergruppe, Käthe Ophoven. Balsam für die Augen war der Tanz zu den Rhythmen des schwarzen Kontinents voller Leidenschaft und Temperament. Das Finale, moderiert von keinem Geringeren als Thomas Gottschalk, stand unter dem Thema „60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre nach dem Mauerfall”.

Größen wie Nina Hagen, Nena, die Jakob Sisters, Horst Schlämmer, die Prinzen, Hildegard Knef, Nicole, Henry Valentino (bei seinem Hit „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen...” waren zwei Oldies mit dem Rollator gen Süden unterwegs), Modells um Claudia Schiffer, die deutsche Damennationalmannschaft und das Traumpaar im deutschen Tennis, Steffi Graf und Boris Becker, setzten einen grandiosen Schlussakzent.
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