Die Eltern-Kind-Kooperation ist der Clou

Von: Stefan Schaum
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Ziemlich bunt und Seite an Seite: Die von Kita-Kindern und deren Eltern gestalteten Holzfiguren geben im Foyer des Settericher Rathauses ein Plädoyer für Toleranz und Miteinander ab. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Es geht vor allem um Respekt. Oder gar um „Ritterlichkeit“, wie es auf einem der Fundamente in geschwungener Schrift zu lesen steht. Jedenfalls um ein besseres Miteinander, um Toleranz, um Solidarität.

So stehen sie da, Seit‘ an Seit‘, die gut 100 Holzfigürchen im Foyer des Settericher Rathauses. Die bunte Mischung stammt aus Kindergärten der Städteregion, und ist als Ausstellung unter dem Titel „Ich, du wir – gemeinsam in der Städteregion Aachen“ zu sehen.

2011 startete das Projekt, das vom Kommunalen Integrationszentrum der Städteregion auf den Weg gebracht wurde. Geburtshelferin war Silke Peters und die ist stolz darauf, wie gut sich alles entwickelt hat. In mehr als 15 Kindergärten und Familienzentren sind bereits Holzfiguren gestaltet worden, „und momentan haben wir richtig viele Nachfragen aus weiteren Einrichtungen“.

Gestaltet wird immer nach demselben Prinzip und stets mit drei Zielgruppen im Blick. Zunächst geht es an die Erzieherinnen. Für sie steht eine Teamfortbildung an zum Thema Ausgrenzung und Miteinander. „Wir packen das Thema mit Blick auf alle Generationen an“, sagt Silke Peters. Dann sind die Kinder dran. Sie bekommen Holzfigürchen, die sie bemalen, bekleben und nach Lust und Laune verzieren dürfen.

Zumindest auf der einen Seite, denn die andere ist stets grau. Klare Symbolik: Jeder Mensch ist doch im Grunde gleich. Aber auch individuell, wie die andere Seite zeigt, und weil ja nicht bloß der Kölner weiß: Jeder Jeck ist anders! Bunte Wollhaare, Joghurtbecher-Hüte und viele Applikationen zieren die Leutchen, die jeweils auf einem Sockel in Form eines Puzzleteils stehen, das sie mit ihren Nachbarn verzahnt.

Bei diesem Stück kommen die Eltern ins Spiel. Peters: „Nachdem die Kinder die Figuren gestaltet haben, machen die Eltern das Fundament. Denn schließlich bilden sie ja auch das Fundament für ihre Kinder.“ Dinge, die sie ihren Kindern mit auf den Weg geben möchten, haben die Eltern auf die Puzzleteile geschrieben. Werte, die ihnen wichtig sind. Gute, alte Tugenden: Friedlichkeit, Besonnenheit, Offenheit, Ehrlichkeit.

„Auffällig ist, dass diese Dinge von ganz vielen Eltern genannt werden, dabei spielt es auch keine Rolle, aus welchem Kulturkreis sie stammen.“ Die Eltern-Kind-Kooperation sei der Clou des Ganzen. Eine ganze Familie gestaltet ein kleines Kunstwerk – und das ist auch noch öffentlich zu sehen, wie jetzt in Setterich. Zwar hat sich bislang noch keine Kita aus Baesweiler am Projekt beteiligt, wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens bei der Eröffnung der Ausstellung bemerkte, „doch diese Präsentation ist absolut sehenswert und aussagekräftig“.

Gerade jetzt. In einer Zeit, in der man erleben müsse, „wie schnell Ängste und Vorurteile in Ablehnung und Hass umschlagen. „Respekt scheint in der digitalen Welt ein bedrohter Wert zu sein“. Er sei froh, dass in Baesweiler das Miteinander und die gegenseitige Hilfsbereitschaft nach wie vor groß seien, betonte Linkens. Gleichwohl bedürfe es der Anstrengung aller, dieses Miteinander zu erhalten. Hier könne die Ausstellung sicher Impulse liefern.

Zu sehen ist sie im Rahmen der landesweiten „Woche des Respekts“. Weichen müssen die Figuren in der kommenden Woche, dann kommt der große Weihnachtsbaum ins Foyer. Eventuell soll zumindest ein Teil der Figuren aber auch darüber hinaus zu sehen sein.

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