Würselen - Die Chance auf ein Leben in Würde geben

Die Chance auf ein Leben in Würde geben

Von: clg
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Bewegt von den Reiseerlebnissen: Pfarrer Heinz-Josef Lambertz (links) und Dr. Thomas Ortmanns.

Würselen. An die Wiege der Menschheit und gleichzeitig zu einem „Sorgenkind” der Welt entführten Dr. Thomas Ortmanns und Pfarrer Heinz-Josef Lambertz ihre Zuhörer bei „Pius am Mittwoch” . Mit Bildern, Impressionen und Fakten würzten sie ihren Reisebericht, der den Norden Äthiopiens vorstellte.

Dabei machten die Besucher der Veranstaltung Bekanntschaft mit einem Land zwischen Armut und aufstrebender Wirtschaft, zwischen urchristlichen Traditionen und modernen Religionskonflikten. Die Vortragenden zeigten aber auch auf, „welche Verantwortung wir im Sog der Globalisierung für diesen Teil der Erde tragen”, so Lambertz.

Tief beeindruckt

Auf ihrer Reise durch das am Horn von Afrika gelegene, siebtärmste Land der Welt lernten die beiden Reisenden auch ein von einem äthiopischen Misereor-Partner betreutes Projekt kennen. Sie waren tief beeindruckt davon, wie junge Straßenmütter in Addis Abeba ein zweite Chance bekommen. Sieht doch vor allem die Zukunft vieler Straßenmädchen in diesem afrikanischen Land düster aus. In den Zufluchtshäusern von Godanaw finden sie ein neues Zuhause und lernen Schritt für Schritt, ein menschenwürdiges Leben für sich und ihr Kind aufzubauen. Wie Lambertz berichtete, ist Godanaw eine der wenigen äthiopischen Organisationen, die sich in der Landeshauptstadt um Straßenkinder kümmert. „In einem einfachen Containerdorf erfahren die Mädchen häufig zum ersten Mal seit Jahren Schutz und Geborgenheit. Die meisten von ihnen sind schwanger oder haben ein Neugeborenes bei sich. Allein und auf sich gestellt, mussten sie sich oft monate- oder jahrelang mit Betteleien oder als Prostituierte durchschlagen.”

In Äthiopien leben und arbeiten rund 100000 Kinder und Jugendliche auf der Straße, allein 50000 bis 60000 in der Hauptstadt. Ihr Leben ist geprägt von Betteln, Diebstählen, Überfällen und Drogenhandel. Rund 60 Prozent der äthiopischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Häufig müsse die Kinder müssen mitarbeiten, damit die Familie über die Runden kommt.

Drei Zufluchten

Die Misereor-Partnerorganisation Godanaw unterhält in Addis Abeba drei Zufluchtshäuser. 140 Mädchen - die meisten haben auf der Straße sexuelle Gewalt erlebt - leben dort einige Monate lang. Godanaw biete, so Lambertz, auch Perspektiven für die Zukunft. „Sie lernen während des Aufenthalts in den Zufluchtshäusern Nähen und Handarbeiten, Kerzenziehen oder die Grundlagen des Friseurhandwerks. Und sie erfahren, wie sie mit diesen Fähigkeiten ein eigenes Einkommen erwirtschaften können.” Misereor habe sich bei dem geförderten Projekt zum Ziel gesetzt, neue Hoffnung, neues Leben zu schenken. Lambertz: „In den vergangenen drei Jahren haben 680 Straßenmädchen und junge Mütter in den gelben Containern Unterschlupf gefunden, eine Ausbildung gemacht und ein neues Leben begonnen. Nur 32 von ihnen sind wieder auf die Straße zurückgekehrt.”

Um Spenden für dieses Projekt soll künftig bei Tauffeiern in der GdG Würselen gebeten werden.
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