Alsdorf - „Diabetes spielerisch zähmen“

„Diabetes spielerisch zähmen“

Von: Pia Sonntag
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Qualifizierte Ansprechpartner: (v.l.) Rolf-Leonhard Haugrund, Direktoriumsvorstand des Marienhospitals, Brigitte Hinkelmann vom Förderverein der Stiftung, Fred Meißner, Apothekerin Claudia Krings, Markus Gatzen und Lothar Nossek sind froh über das Interesse. Foto: Pia Sonntag

Alsdorf. „Diabetes mellitus spielerisch zähmen“ – lautete der Leitfaden des Vortrags von Professor Dr. Markus Gatzen beim 21. Medizinforum der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen in der Stadthalle Alsdorf.

Fakt ist: Die Krankheit kann lebensbedrohlich sein, und es ist daher umso wichtiger, mit der richtigen Ernährung, viel Bewegung und mit Medikamenten dagegen anzugehen. Man könne Diabetes zwar eindämmen, aber man werde sie nicht mehr los.

Gatzen betonte vor allem, nicht leichtfertig mit der Stoffwechselerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist, umzugehen.

„Jeder elfte Deutsche ist Diabetiker, und zudem tendieren bereits über zwei Millionen übergewichtige Kinder, die Zuckerkrankheit zu bekommen“, führte er vor Augen. Schuld daran seien zu fettiges, zu süßes und zu salziges Essen, ein Mangel an Ballaststoffen und unzureichende Bewegung. Die Lebenserwartung von Diabetikern sei ohne die richtige Behandlung in der Regel kürzer. Gatzen: „Das ist kein Grund zur Panik, denn Diabetes ist eine sehr häufige Krankheit, und es gibt viele Menschen, die ohne Probleme mit ihr leben können.“ Ab einem bestimmten Stadium würden Medikamente, sogenannte Antidiabetika, eine wichtige Rolle spielen, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren.

Unter anderem wurden Inkretin-Mimetika zur Behandlung des Typ-2-Diabetes vorgestellt. Die häufigste Form dieses Typs trete meist erst nach dem 30. Lebensjahr auf und werde häufig auch als Altersdiabetes bezeichnet. Es seien aber auch junge Menschen betroffen. Inkretin-Analoga werden, ähnlich wie Insulin, vom Patienten unter die Haut gespritzt und können nicht in Tablettenform eingenommen werden. Sie ahmen die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nach. Dieses regt die Insulinfreisetzung an, verzögert die Magenentleerung und führt so zu einem früheren Sättigungsgefühl. Außerdem habe GLP-1 einen appetitdämpfenden Effekt. Nebenwirkungen könnten Magen-Darm-Beschwerden und mitunter Bauchspeicheldrüsenentzündungen sein.

Dr. Lothar Nossek von der diabetologischen Schwerpunktpraxis in Alsdorf und Dr. Fred Meißner von der entsprechenden Schwerpunktpraxis in Aachen führten das Thema weiter aus. Die Gäste hatten im Anschluss die Möglichkeit, den Experten Fragen zu stellen.

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