DHL: Weiter Weg zum Paket sorgt für Ärger

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Weite Wege kritisiert: Irene Nießen von der Seniorenresidenz Vitalis in Würselen sieht nicht ein, dass ihre Schutzbefohlenen weite Wege gehen müssen, um an ihre Pakete zu kommen. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. „Wo soll ich mein Paket abholen? Das darf doch nicht wahr sein!“ Irene Nießen (62) wohnt Auf Der Weide. Als der Paketbote klingelte, war sie nicht zu Hause. Nun soll sie 3,7 Kilometer weit fahren, um in Bardenberg, im Schreibwarenladen an der Dorfstraße, der auch Post-Filiale ist, die ersehnte Sendung abzuholen. So steht es auf dem Abholschein, der anstelle des Pakets im Briefkasten liegt.

„In nur 100 Meter Entfernung ist eine Packstation. Warum ist mein Paket denn nicht da drin?“, fragt sich die Betreuerin in einer Seniorenresidenz. An der viel näheren Kaiserstraße gibt es eine Filiale und einen DHL-Paketshop, eine Filiale zudem an der Krefelder Straße und am Lindenplatz. „Selbst in Broichweiden ist ein DHL-Paketshop, der näher ist als die Adresse in Bardenberg“, sagt Irene Nießen.

Was sie – wie viele andere – aber nicht wusste: Auch wenn der Name es vielleicht implizieren mag – Paketshops geben keine Pakete aus, sondern nehmen sie nur an. Auch nicht in jeder Postfiliale ist das der Fall. Zur Abholung kommen in Würselen die Filialen an der Hauptstraße 21 in Broichweiden, an der Dorfstraße 2 in Bardenberg und am Lindenplatz 25 in Frage. Letzterer liegt nur 1,8 Kliometer von Irene Nießens Wohnadresse entfernt. Warum also liegt ihr Paket nicht dort zur Abholung bereit?

„Der Paketbote für ‚Auf Der Weide‘ kommt aus Aachen. Seine Tour ist so geplant, dass er im Anschluss weiter nach Bardenberg fährt“, erklärt DHL-Pressesprecher Dieter Pietruck auf Anfrage unserer Zeitung. Er verweist auf die Internetseiten www.postfinder.de und www.deutschepost.de.

Hier kann der Kunde anhand der Eingabe seiner Adresse komfortabel erkunden, welchen Service er in seiner Nähe findet. Denn neben Postbank-Finanzcentern, Postfilialen im Einzelhandel und DHL-Paketshops gibt es auch noch Verkaufspunkte für Brief- und Paketmarken. Hört sich recht kompliziert an, denn das Angebot ist entsprechend unterschiedlich. Was dem Kunden im Einzelnen geboten wird, lässt sich jedoch per Mausklick leicht herausfinden.

Wo ein noch heimatloses Paket zwischengelagert wird, hängt also von der Route des Paketboten ab. Wer aber nicht zur unter Umständen weiter entfernten Abholstation fahren möchte oder kann, dem stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: Zum einen kann er die Nummer auf der Benachrichtigungskarte anrufen. Unter der Hotline Telefon 0228/28609898 kann der Kunde beantragen, dass das Paket nochmals zugestellt werden soll. „Das ist nur einmal möglich“, weiß Irene Nießen bereits.

Mehrere Möglichkeiten

Was also tun, damit das Paket abgegeben wird, auch wenn man nicht zu Hause sein kann? Dazu gibt es laut Pietruck gleich mehrere Möglichkeiten. So kann der Kunde im Internet unter www.paket.de den Wunschnachbarn angeben. Da wird im Falle der eigenen Abwesenheit das Paket abgegeben. Möglichkeit Nummer 2: Der Kunde passt den DHL-Boten ab, der hat ein Formular dabei, das füllt man aus, damit der Bote im Falle der eigenen Abwesenheit das Paket auf dem Grundstück an verabredeter Stelle hinterlässt. Möglichkeit Nummer 3: Unter www.paket.de wird angegeben, dass das Paket in der Packstation abgelegt wird.

Für Irene Nießen eine probate Lösung, denn eine solche Station ist ganz in ihrer Nähe. Dann käme der Paketbote künftig gar nicht mehr zu ihr nach Hause, wird das Paket gleich in der Box, die neben dem Supermarkt steht, abgelegt.

Dieter Pietruck ist der Auffassung: „Das ist alles ganz durchsichtig und einfach.“ Angestoßen durch die Nachfrage unserer Zeitung sollen aber die Routen der Paketboten samt Abhol-Modus demnächst nochmal überprüft werden. Pietruck: „Im Sommer wird eine mechanische Zustellbasis an der Carlo-Schmid-Straße eröffnet. Dann schauen wir noch mal, ob die Routen sinnvoll sind.“

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