Deutscher Schulpreis: Gymnasiasten gucken Übertragung im Kino

Von: Stefan Schaum
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Für 500 Schüler braucht man schon eine Menge Eintrittskarten: Die Cinetower-Juniorchefs Sebastian (l.) und Moritz Stürtz (r.) sowie der stellvertrende Leiter des Alsdorfer Gymnasiums, Martin Wüller, haben sie zur Hand. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Wenn schon Preisverleihung, dann bitte mit einer großen Party für alle. Am Montag, 3. Juni, wird eine 50-köpfige Delegation des Alsdorfer Gymnasiums in Berlin erfahren, ob es für den ersten Platz beim Deutschen Schulpreis gereicht hat. Derweil sind 500 Schüler so gut wie hautnah mit dabei. Sie nehmen im Cinetower Platz, wo die Fernsehübertragung auf der großen Kinoleinwand präsentiert wird.

Für Cinetower-Juniorchef Sebastian Stürtz ist dieser kurzfristig anberaumte Kinotermin eine Ehrensache, schließlich hat er vor nicht allzu langer Zeit am Alsdorfer Weiher selbst das Abitur gemacht. Seit zehn Jahren gibt es dort das Dalton-Selbstlernkonzept, bei dem Schüler frei über Stoff und Pensum entscheiden können. Mit dieser Form der Pädagogik hat es das Gymnasium in der Finalrunde unter die letzten 15 Bewerber des von der Robert-Bosch-Stiftung vergebenen Preises geschafft.

Das wurde aber auch Zeit, findet der stellvertretende Schulleiter Martin Wüller. Schließlich ist es bereits die vierte Bewerbung der Schule. Zweimal fand das Gymnasium gar keine weitere Beachtung, einmal kam es immerhin unter die 50 besten Schulen. „Eine Jury nimmt die Bewerberschulen aber erst dann vor Ort so richtig unter die Lupe, wenn sie unter die letzten 20 gekommen sind.“ Er hofft sehr, dass die Schule die Kommission überzeugen konnte. Er weiß es freilich nicht. „Da ist alles absolut geheim. Bis zur letzten Minute sickert nicht durch, wem Bundeskanzlerin Angela Merkel den Preis überreichen wird.“

Sein Gefühl? „Ach, alles ist möglich!“ Schließlich haben sich bereits Delegationen aus China und Korea, aus Russland und Israel bei Besuchen in Alsdorf über Dalton informiert. Und wer weltweit derart gefragt ist, der sollte mit seinem Konzept auch hierzulande bei den Juroren punkten können.

Die Schüler sind jedenfalls vorbereitet auf ein rauschendes Fest. Mit Popcorn decken sie sich im Kino ein, Sekt für die After-Show-Party steht auch bereit. Weil etliche Lehrer nach Berlin reisen, der Unterricht auf Anordnung der Bezirksregierung am Montag aber nicht ausfallen darf, müssen sie allerdings vorher ins Gymnasium. Gelernt wird dort bestimmt nicht, auch nicht mit Dalton. Wüller: „Wir haben den Tag einfach zum Projekttag erklärt. Wir feiern bald unser 100-jähriges Bestehen. Da können die Schüler schon mal etwas vorbereiten.“

Oder sie können sich selbst in Ruhe auf Preisverleihung und Party vorbereiten – so eng sieht man das an diesem Tag sicher nicht. Ihre Schule ist bundesweit mindestens unter den 15 besten. Ein guter Grund zum Feiern ist das allemal.

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