Herzogenrath - Deutsche Dichterlegende nahe gebracht

Deutsche Dichterlegende nahe gebracht

Von: mabie
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Gudrun und Dietrich Hoppe wagten einen kurzweiligen Blick auf Leben und Schaffen von Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Mit Nüssen und Äpfeln im Gepäck und in teils wunderlich erscheinende Verkleidungen gehüllt: So präsentierte sich die wohl beste deutsche Lyrikerin Else Lasker-Schüler gerne in der Öffentlichkeit.

Dass sie so gar nicht dem deutschen Archetypus entsprechen wollte, war der Dichterin aber nicht nur anzusehen, sie lebte die von ihr verkörperten Figuren auch. Das und mehr zeigten Gudrun und Dietrich Hoppe in der Stadtbücherei Herzogenrath.

Spaziergang durch Biographien

Die beiden Kulturschaffenden nahmen mit Mascha Kaléko auch den „lyrischen Nachwuchs“ der weiblichen deutschen Dichterlegende bei ihrer Vorstellung unter die Lupe. Dabei verlor sich das Präsentatorenpaar aber nicht nur in eindrucksvoll und eindringlich präsentierten Textstellen. Sie schafften es, die manchmal auch gewillt sperrige Diktion der Texte aus Else Lasker-Schülers Feder und die poetischen Auswüchse Kalékos mit einem Spaziergang durch die Biografien beider Schriftstellerinnen zu verbinden.

Und dabei entdeckten sie nicht nur Unterschiede im Lebensalter und Werk der beiden Frauen. So war Else Lasker-Schüler mit ihrem betont exzentrischen Auftreten, das ihre glühenden Verehrer aber immer wieder nachdrücklich zu beeindrucken vermochte, die quasi nach außen gestülpte Reinform der dichterischen Freiheit. In teils hocherotischen Texten, die Gudrun und Dietrich Hoppe mit dem nötigen Stimmaufkommen und der passenden Rhetorik mindestens so eindringlich wiedergaben, wie von Weltschmerz zerfressende Texte, zeigten sie die Dramatik Lasker-Schülers.

Dem Werk von Mascha Kaléko entsprechend, die fast 40 Jahre jünger war, entsprangen dagegen auch beim Abend in der bestens besuchten Stadtbücherei eher Verse, die Erich Kästners Sicht von „Gebrauchslyrik“ entsprachen.

Und so durfte das, was Dietrich Hoppe schon zu Beginn des ausgesprochen kurzweiligen Abends den Zuhörern versprach, dann auch als vorweggenommenes Resümee verstanden werden. „Zwar ist keine enge Beziehung der Beiden untereinander bekannt und auch keine direkten Verbindungen in ihrem Schaffen“, sagte er, doch spannend war die Beschäftigung mit den beiden Dichterpersönlichkeiten allemal. Zumal Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko die Unterschiede selbst in den Hochzeiten der deutschen Dichtkunst der 1920er- und 1930er-Jahre nicht besser repräsentieren können.

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