Der Vizepräsident schießt im Stadtgarten den Vogel ab

Von: ehg
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Große Freude im Stadtgarten: Dirk Nehr, Vizepräsident der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft Würselen, wurde zum ersten Mal König. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Schon früh hatte Vogel auf der Stange beim 392. Königsvogelschuss der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft 1624 Federn lassen müssen. Dennoch war die Überraschung groß, als er unerwartet und ungewollt früh seinen „Geist“ aufgeben musste.

Mit dem 52. Schuss errang Vizepräsident Dirk Nehr, der seit 2005 der Gesellschaft angehört, erstmalig den Königstitel. Als Newcomer war der vorjährige Jungenspiel-König Jan Seidlitz im grünen Rock dem Vogel mit Pulver und Blei zu Leibe gerückt.

„Eingeläutet“ hatte die Traditionsgesellschaft ihren Königsvogelschuss im Stadtgarten mit dem Schützenschmaus im Partyzelt neben dem Schießstand. Unmittelbar danach startete das bunte Treiben. Es begann mit dem Aufmarsch der drei Jungenspiele aus Alt-Würselen, deren Fahnenschwenkern und der Schützengesellschaft.

Kurze Zeit später wurden die Donnerbüchsen zum ersten Male in Anschlag gebracht. Wie schon im Vorjahr ermittelten die Spellsleute aus Oppen-Haal, Markt-Preck und Bissen ihren König. Der vom Bissener Jungenspiel selbst gestaltete Vogel widerstand den harten Einschlägen bis zum 80. Schuss. Ihn hatte Anna Sahlmann vom Bissener Jungenspiel zielgerecht abgefeuert. Und sich damit zur Jungenspiel-Königin „gekürt“.

Zwischenzeitlich war der Löschzug Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr mit drei Fahrzeugen eingetroffen, die von den jungen Besuchern inspiziert werden durften. Löschzugführer Ulrich Grossmann und Jugendwart Frank Lüders mischten beim Wettstreit der Jungenspiele mit. Selber zum Artisten werden konnten die „Kids“ bei den magischen Vorführungen von Clown Mini Max, bis hin zum Feuerspucken. Der Mann vom Zirkus zog seine leicht zu begeisternde Naseweise längere Zeit in seinen Bann. So fesselnd und mitreißend waren seine Zauberkünste.

Hauptmann Diether Zimmermann ließ die 28 zum Vogelschuss angetretenen Schützen unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ zu Füßen des Schießstandes den Hut abnehmen zum Gebet, während Präsident Hans-Peter Claessen die Schaulustigen herzlich begrüßte. Die Ehrenschüsse feuerten Bürgermeister Arno Nelles, Bezirksbundesmeister Karl-Josef Offermanns und Diakon Michael Lang ab. 20 ambitionierte Schützen – unter ihnen auch Senior Winand Speckgens – ließen sich nicht lange bitten. Sie lehrten den Vogel auf der Stange schnell das Fürchten.

Dann gönnten sie ihm eine Verschnaufpause in der Hoffnung, dass er nicht so schnell den Geist aufgeben würde. Musikalisch füllten sie die „Wöschelter Prinzen“ aus, die mit ihren volkstümlichen Liedern die Stimmung anheizten. Walter Tillmann versetzte dem Holz auf der Stange den nächsten harten Treffer. Als anschließend sein Sohn Ingo zuschlug, verschlug es dem Präsidenten die Sprache.

Bis auf eine kleines Brett stürzte der Rumpf mit den noch verbliebenen Flügeln zu Boden. Da war beim Präsidenten guter Rat teuer! Er konnte die sich ihm, der seit 1975 Mitglied der Gesellschaft ist und bisher noch nicht die Königswürde erringen konnte, bietende Chance nicht nutzen. Obwohl er ins Schwarze getroffen hatte. Um die eigene Achse drehte sich der Vogel, als Dr. Horst-Josef Peltzer ihm zugesetzt hatte. Georg Hohmann, der Ehrenkönig wurde, ging ebenfalls leer aus. Den Gnadenstoß versetzte dem Vogel Dirk Nehr. Und bescherte damit Markt-Preck das Königsspiel 2016. Was heißt: Die St. Sebastianus-Schützen werden an den Kirmestagen mit ihm aufmarschieren und Kirmes feiern.

Den Segen Gottes erbat Diakon Michael Lang für die neuen Würdenträger, nachdem sich Schützen und Spellsleute in der Rotunde des Stadtgartens formiert hatten. Und erinnerte dabei daran, dass alles im Leben seine Zeit hat. Nur in der Gemeinschaft mache das Leben einen Sinn, ermunterte er sie, sich weiterhin für sie zu engagieren. Präsident Claessen bedankte sich bei den scheidenden Majestäten für deren Engagement.

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