Der Verein „Aktive Nachbarschaft“ bringt Menschen zusammen

Von: Stefan Schaum
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Vera Zietsch auf bunter Bank: Mit Mosaiksteinen haben viele Settericher die neuen Sitzmöbel in der Siedlung-Ost bestückt. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Das Ortsbild verschönern, Leben in die Nachbarschaft bringen und die Menschen näher zueinander – das hat sich der Verein „Aktive Nachbarschaft“ in Setterich zum Ziel gesetzt. Über die Arbeit spricht die Vorsitzende Vera Zietsch im Wochenend-Interview.

 

Sind sie ein echtes Settericher Mädchen?

Zietsch: Kann man so sagen. Als ich drei Jahre alt war, sind meine Eltern von Hessen nach hier gekommen. Seitdem hänge an Setterich, das ist meine Heimat. Und ich weiß noch richtig gut, wie schön es hier früher war.

War es denn so viel anders als heute?

Zietsch: Wenn ich mich an die Zeit meiner Kindheit zurückerinnere, dann ja. Wir waren so viele Kinder und ständig draußen. Es gab sehr schöne Anlagen, gepflegte Vorgärten, eine große Gemeinschaft. Man war sehr frei – aber zugleich war da das Gefühl einer großen Geborgenheit innerhalb der Nachbarschaft.

Aber die Zeit werden Sie kaum zurückdrehen können.

Zietsch: Das ist klar. Das Stadtbild hat sich im Lauf der Jahrzehnte deutlich verändert. Aber mir ist vor allem im Zwischenmenschlichen vieles zu steril geworden. Jeder geht nur noch seine eigenen Wege, kennt seine Nachbarn kaum noch. Es ist vor allem dieses Gemeinschaftsgefühl, dieser Zusammenhalt, den ich wiederherstellen möchte. Das kann auch heute noch gelingen, da bin ich ganz zuversichtlich.

Wie wollen Sie das erreichen?

Zietsch: Indem ich und einige andere aus dem Verein zu den Menschen gehen. Ganz direkt, an die Haustür. Einfach klingeln und fragen, was die Menschen in Setterich sich wünschen, was hier besser oder anders werden kann.

Und wie reagieren die Leute, wenn Sie einfach so vor der Tür stehen?

Zietsch: Sehr gut. Ich sag‘ mal so: Mir hat noch keiner die Tür vor der Nase zugeschlagen. Im Gegenteil – die meisten freuen sich sehr, wenn sie spüren, dass jemand in ihrem Umfeld Dinge anpacken und sie verbessern will. Daraus haben sich schon viele richtig tolle Gespräche und Kontakte entwickelt.

Und das Anpacken liegt Ihnen?

Zietsch: Ja, ich denke schon. Ich hab‘ zwar zuvor noch nie etwas in einem Verein gemacht, aber ich hab‘ schon ein Händchen für das Organisieren. Ich liebe es einfach, Dinge ans Laufen zu bringen.

Wie den Seniorentreff etwa?

Zietsch: Der ist ein gutes Beispiel, der hat sich richtig gut etabliert – und das jetzt schon seit vier Jahren. Für viele Senioren ist unser Treffpunkt in der Siedlung-Ost ein fester und beliebter Anlaufpunkt geworden. Das wollen wir nach Möglichkeit ausdehnen – aber dazu brauchen wir weitere Ehrenamtler.

Stehen Sie da nicht ein wenig im Schatten des Hauses Setterich?

Zietsch: Was die Bekanntheit betrifft, ist das wohl so. Als Verein werden wir noch nicht so richtig wahrgenommen. Andererseits sind wir durch das Haus Setterich überhaupt erst zusammengekommen. Die Stadtteilmanagerin Ute Fischer hatte mich dort kennengelernt und gefragt, ob ich ehrenamtlich etwas machen möchte. Dass es den Verein gibt, ist eine richtig gute Sache. Darum geht es in dem Projekt „Soziale Stadt“ ja im Grunde: Dass Dinge angestoßen werden und sich daraus auch ein Eigenleben entwickelt. Genau das bringen wir jetzt voran.

Ist das in Setterich schwieriger als andernorts?

Zietsch: Nein, das denke ich nicht. Es ist generell schwieriger, Menschen zum Mitmachen zu animieren, als ich gedacht hatte. Eine Offenheit ist zwar ganz klar da – aber sich auch selbst zu engagieren, das fällt vielen nicht so leicht. Da helfen Aktionen, wie jüngst die Gestaltung von Mosaikbänken im Bereich der Siedlung-Ost. Da haben unheimlich viele Menschen mit angepackt, quer durch die Generationen. Mit der Arbeit waren wir viel schneller fertig als gedacht –und das Ergebnis ist super. Schöne Bänke, die für Aufenthaltsqualität sorgen und als Treffpunkt und Ort der Kommunikation dienen können.

Ihr Lieblingsort in Setterich?

Zietsch: Der Burgpark. War schon immer so, der ist einfach schön.

Vervollständigen Sie bitte diesen Satz: Setterich ist...

Zietsch: ...auf einem guten Weg. Hier hat sich in jüngster Zeit schon einiges getan und verbessert. Mein Slogan ist immer: Zusammen sind wir stark. Helft mit, dann kann man viel erreichen!

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