Der Tauschring ist längst auch eine „Auftankstelle“

Von: Stefan Schaum
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Hoffen viele Schulsachen: Kate Arigbe (l.) und Andrea Hoffmann gehören zum Tauschring-Team. Foto: Schaum

Alsdorf. Andrea Hoffmann hat einen schönen, inoffiziellen Namen für das Ganze gefunden: „Auftankstelle“. So nennt sie den Teil- und Tauschring in der Alsdorfer Luisenpassage gern. Weil es dort genau darum geht: sich aufzufüllen.

Nicht bloß mit Kleidung und anderen Dingen können Besucher sich versorgen. Auch um Gespräche, Tipps und Hilfestellungen in womöglich schwierigen Lebenslagen geht es. Um Kraft tanken. Und das nun schon seit einem Jahr.

Gut 60 Quadratmeter groß ist der Raum in der Alsdorfer Luisenpassage – und es ist viel drin. An den Wänden hohe Regale mit Büchern, Spielzeug, Haushaltsgegenständen, überall Garderobenständer und Stangen mit Kleiderbügeln. Einen Lagerraum gibt es nicht. Was hier abgegeben wird, wird gleich sortiert, aufgehängt, eingeräumt – und ist nicht selten rasch wieder weg. „Die Nachfrage hat sich rasant entwickelt“, sagt Andrea Hoffmann, eine von zwei Hauptamtlerinnen im Team.

Kamen zu Beginn während der Öffnungszeiten – jeweils vier Stunden von Dienstag bis Donnerstag – um die 30, 40 Besucher, sind es mittlerweile auch mal weit über 100. Willkommen sind alle. Die, die nur Dinge abgeben möchten und die, die Kleidung und anderes benötigen, das es hier kostenlos gibt. Oft sind es mittlerweile aber vor allem solche, die etwas vorbeibringen und auch etwas mitnehmen, die also im besten Sinne tauschen. Hoffmann: „Viele Spender nehmen sich Zeit für Gespräche und bleiben länger hier als nur ein paar Minuten.“

So begegnen sich Menschen, wird aus dem Tausch ein Austausch. Das unterscheide das Projekt von einer herkömmlichen Kleiderkammer sagt Hoffmann, die Betriebswirtin ist und auch ein paar Semester Psychologie studiert hat. Nicht überraschend also, dass auch ein Frauencafé hier seinen Platz gefunden hat. Donnerstags bleibt die Tür eine gute Stunde lang geschlossen, derweil können Besucherinnen über positive Erfahrungen sprechen, aber auch über Probleme oder Ängste.

Dem hohen Zuspruch wollen die Teamer – sieben Ehrenamtliche engagieren sich derzeit – räumlich gerecht werden. Ab Herbst kommt unter dem Dach von „ABBBA“ im Projekt Soziale Stadt Alsdorf-Mitte ein weiterer Raum gleich nebenan hinzu.

In den kommenden Wochen wünschen sich die Macher vor allem eins: alles was zum Schulbeginn passt und gut erhalten ist. Vom Schulranzen bis zum Federmäppchen, vom Turnbeutel bis zum Lesebuch. Auch Schreibhefte und Stifte. Wer solche Dinge abgeben kann, ist hochwillkommen. Zum Start im vergangenen Jahr fand diese Aktion bereits statt, die Nachfrage war gewaltig, erinnert sich Andrea Hoffmann. Diesmal soll die Aktion früh über die Bühne gehen, denn vom 13. Juli bis zum 4. August bleibt die Tauschbörse geschlossen. Damit zum Schuljahresbeginn am 12. August Kinder möglichst gut versorgt sind, kann der große Austausch schon jetzt beginnen.

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