Der Pater aus dem Funkhaus

Von: ehg
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Zu Gast in St. Marien: Pater Hermann-Josef Burbach. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. „Ich habe wahnsinniges Glück gehabt. Eigentlich sollte ich als Musik- und Deutsch-Pauker an einer unserer Schulen tätig werden”, erzählt Pater Dr. Hermann-Josef Burbach seinen zahlreichen Zuhörern, als er jetzt bei „Schwarz auf Weiß” in St. Marien zu Gast war.

Stattdessen wurde der promovierte Ordenspriester, der im nächsten Jahr sein goldenes Priesterjubiläum feiert, 1967 erst Fernseh- und zusätzlich ab 1980 bis 2000 auch noch Rundfunkbeauftragter der fünf NRW-Diözesen beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Bei seiner Verabschiedung würdigte der damalige Intendant Fritz Pleitgen seine langjährige Arbeit:

„Im vielfarbigen Gewirr des Senders war da eine Stimme, die besonderes Gewicht hatte, weil sie sich jederzeit klar zu erkennen gab, weil sie auf Sachfragen nicht mit Glaubenssätzen antwortete und vor Glaubensfragen nicht in Sachverhalten auswich.”

Auch bei „Schwarz auf Weiß” blieb der 1935 in Betzdorf an der Sieg geborene Gast, der 1954 in Düren das Abitur machte und anschließend in die Kongregation der „Missionare der Heiligen Familie” eintrat, seinem Interviewer Dr. Matthias Wendt keine Antwort schuldig. Seit seiner Pensionierung ist er noch in acht Kölner Pfarreien in der Seelsorge tätig und berät „Adveniat” in Medienfragen.

„Ich mag die Leute und die Leute mögen mich”, will er ab 2010 noch als „Hilfsbremser vom Dienst” (Subsidiar) in der Seelsorge weiter machen. Dass er den richtigen Beruf erwählt habe, das habe er dem lieben Gott zu verdanken.

Als sein Vater mit 34 Jahren starb, war er gerade mal viereinhalb Jahre alt, sein Bruder wurde acht Monate später geboren. „Meine Mutter musste mit 100 Mark im Monat auskommen”, erinnerte er sich. Ihr zuliebe habe er promoviert. „Es schadet ja nichts, wenn der Sohn einer Putzfrau den Doktortitel besitzt.”

Oberstes Gebot sei für ihn bei seiner 33-jährigen Tätigkeit gewesen: „Wo Kirche drauf steht, muss auch Kirche drin sein!” Er habe weder beim WDR noch bei den Bischöfen aus seinem Herzen eine Mördergrube gemacht. Joseph Kardinal Höffner habe die Größe gehabt, auch andere Meinungen gelten zu lassen, plauderte Pater Burbach aus dem Nähkästchen.

Wichtig war dem Beauftragten der Katholischen Kirche, dass am Mikrofon „normal mit den Menschen umgegangen” worden sei. Sollte doch beispielsweise die „Morgenandacht” Mut machen für den ganzen Tag. Keine Frage, „unser Pater”, wie er im Funkhaus genannt wurde, hat sich auch um Inhalte kümmern müssen. Er war nicht minder gelegentlich seelsorgerisch tätig. Den legendären Werner Höfer („Internationaler Frühschoppen”) habe er auf den Tod vorbereitet und auch beerdigt.

Von den 3000 Mitarbeitern hat Dr. Hermann-Josef Burbach, in dessen Fußstapfen 2001 der Aachener Priester Dr. Bert Gruber getreten ist, 1000 persönlich gekannt. Weitere Zahlen: Mit den Morgenandachten werden zwischen einer und zwei Millionen Menschen erreicht. Die höchste Einschaltquote beim „Wort zum Sonntag” wurde verbuchte, als es von Papst Benedikt XIV. gesprochen wurde, mit 13 Millionen Zuschauern.

„Schwarz auf Weiß” macht jetzt Winterpause. Nächster prominenter Gast wird am 9. März Dr. Jürgen Linden, Aachens langjähriger Oberbürgermeister, sein.
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