Würselen - Der Neubau ist immer noch nicht sicher

Der Neubau ist immer noch nicht sicher

Von: Karl Stüber
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Provisorische Unterbringung in der auslaufenden Hauptschule Würselen: Die im vergangenen Jahr an den Start gegangene Gesamtschule wird für das Schuljahr 2016/17 weitere 108 Schüler aufnehmen und drei Eingangsklassen bilden. Foto: Karl Stüber

Würselen. Dass der Neubau der Gesamtschule an der Krottstraße in Würselen beileibe nicht alternativlos ist, daran wurde in einer teilweise kontrovers geführten Debatte im Bildungsausschuss erinnert. Der Stadtrat hatte im September vergangenen Jahres in einem „Doppelbeschluss“ festgelegt, dass die Stärkung der auslaufenden Realschule doch noch zum Tragen kommt, wenn sich herausstellt, dass sich der Neubau der Gesamtschule nicht zu den festgelegten Konditionen realisieren lässt.

Dabei gilt die magische Grenze der Baukosten in Höhe von 28 Millionen Euro. Die Debatte im Fachausschuss entzündete sich am Sachstandsbericht des Technischen Beigeordneten Till von Hoegen. Der erinnerte daran, dass der Stadtrat die Verwaltung ebenfalls beauftragt hatte, einen zweistufigen Teilnehmerwettbewerb zu initiieren, in dem Anbietergemeinschaften aus Planern, Ingenieuren und Bauunternehmungen Entwürfe abgeben. Zugleich war der Verwaltung aufgetragen worden, zu prüfen, ob der Neubau auch als sogenanntes ÖPP-Projekt denkbar ist. Das Kürzel steht für Öffentlich-private Partnerschaft (siehe Info).

Laut von Hoegen stellte sich allerdings zwischenzeitlich heraus, dass „ein so komplexes Bauvorhaben mit gleichzeitiger Kostendeckelung nur mit intensiven Vorarbeiten kostensicher und risikoarm ausgeschrieben werden kann. Aus diesem Grund wird sich die Verwaltung extern beraten lassen.“ So soll dadurch geklärt werden, ob der Neubau im ÖPP-Verfahren oder doch besser im „konservativen Verfahren“ – heißt, die Stadt tritt als Bauherr auf – realisiert werden soll.

Wer nun als Ausschussmitglied, sachkundiger oder interessierter Bürger im Ausschuss belastbare Aussagen erwartete, wurde enttäuscht. Die Verwaltung blieb vage. Man habe sich einige ÖPP-Verfahren bei bereits gebauten Schulen angeschaut und komme zu dem Schluss, dass sich der vom Rat festgelegte Kostenrahmen von 28 Millionen Euro „als sehr realistisch dargestellt hat“.

Von Hoegen skizzierte in seinem Sachstandsbericht fünf Phasen zur Realisierung der Gesamtschule. Phase 1 ist zum Teil „schon“ erledigt. Bei der Untersuchung des Baugrunds an der Krottstraße – bislang sind dort Fußballascheplätze – seien keine Altlasten gefunden worden. Die Tragfähigkeit des Untergrundes sei „gewährleistet“. Im März sollen im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung der notwendige Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan angepasst werden. Rechtskraft würde das Ganze in etwa zwölf Monaten erlangen können. Kurzfristig soll der Auftrag an ein Beratungsunternehmen erfolgen, um ÖPP und „konservatives Verfahren“ abzuwägen.

Im April soll diese Wirtschaftlichkeitsuntersuchung abgeschlossen sein und der Stadtrat zu seiner Sitzung am 10. Mai eine Empfehlung für die Realisierung erhalten. Bedeutet: Dann dürfte auch die definitive Entscheidung fallen, ob die Gesamtschule in der Tat neu gebaut wird oder doch noch die Realschulertüchtigung zieht. Phase 2: Hier wird laut Technischem Beigeordneten das Vergabeverfahren vorbereitet. Das soll „voraussichtlich“ im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Parallel dazu soll die Phase 3 laufen. Heißt: Will die Stadt als Bauherr auftreten, wird ein zweistufiger Teilnehmerwettbewerb initiiert. Setzt der Stadtrat hingegen auf ein ÖPP-Verfahren, muss hier ein den Richtlinien entsprechender Wettbewerb ausgelobt werden.

Phase 4 beinhaltete Verhandlungen und Beauftragung. Angestrebt werde die Auftragsvergabe im Frühjahr 2017. In Phase 5 geht es um die Realisierung. Eine Zeit „von 15 bis 18 Monaten scheint realistisch, wenn auch ambitioniert“, so die Stadtverwaltung.

Am Ende wurde dem Ausschuss noch serviert: In den bisherigen Planungen seien die Kosten für den ÖPP-Prüfauftrag und weitere Kosten für diesen Weg nicht enthalten. Die Höhe könne abschließend noch nicht beziffert werden. Und: „Ob der Gesamtkostenrahmen hierdurch letztlich zu erhöhen ist, wird von der Ergebnissen der durchzuführenden Verfahren abhängig sein.“

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