Herzogenrath - Der Natur-Parcours weicht dem Bagger

Der Natur-Parcours weicht dem Bagger

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
Bagger Biker Natur-Parcours
Jetzt wieder dem Erdboden gleich: Aus Totholz hatten Jugendliche diverse Rampen für ihre Mountainbikes errichtet.  Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Auch für die Arbeiter des Fachbereichs Bau und Betrieb war klar: Tolle Leistung, die die Jungs mit ihrem Mountainbike-Parcours mitten im Wald auf die Beine gestellt haben. Doch leider illegal und versicherungstechnisch höchst bedenklich. Der „Räumbefehl“ war daher am Montagmorgen erfolgt.

Ausschließlich Totholz hatten junge „Freerider“ zu voll funktionsfähigen Rampen verbaut, geschmeidige „Lines“ hatten sie zwischen den Bäumen hindurch angelegt, aus einem bewuchsfreien Graben war eine schnittige Abfahrt für die wendigen Fahrräder geworden. Bäume wurden dabei nicht beschädigt, wie auch die städtischen Arbeiter bestätigen. Aber gleich mehrere Gesetze stehen dem Hobby der 14- und 15-jährigen Jungs an diesem Standort entgegen ...

„Der Wunsch der Jugendlichen ist nachvollziehbar“, sagen auch die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. Er könne aber „wegen der bestehenden Gefährdung für Leib und Leben der Nutzer“ nicht  gewährt werden. Der Parcours sei von den Bikern in einem Waldbereich aufgebaut worden, „von dem eine extreme Gefährdung für unbefugte Nutzer durch den bestehenden Totholzbestand ausgeht“.

Die Stadt hat zur Klärung der haftungsrechtlichen Fragen nun Kontakt mit dem kommunalen Versicherer aufgenommen. Und dieser habe ausdrücklich betont, „dass eine umgehende Beseitigung der Anlage zwingend erforderlich ist“. Die Biker seien vom Jugendamt über die erforderliche Maßnahme – „den Rückbau der Anlage aus Haftungsgründen“ – informiert worden. „Wir nehmen das Thema Jugendbeteiligung sehr ernst und werden mit dem Jugendbeirat, dem Jugendpfleger, der unteren Landschaftsbehörde, dem Gemeindeforstamt und dem städtischen Bauhof das Gespräch suchen“, erläutert Bernd Krott, Leiter des Bereiches Jugend im Rathaus. „Gemeinsam mit den Bikern und Eltern werden wir nach geeigneten alternativen Standorten suchen.“

Hoffnung auf gute Lösung

Auf eine für alle zufriedenstellende Lösung hofft auch Dr. Gerd Krämer, Leiter des zuständigen Gemeindeforstamtes Aachen.

Unterdessen hat sich am Montagmorgen einer der Arbeiter mit dem Minibagger seinen Weg quer durch die Anlage gesucht. Beherzt zieht die breite Baggerschaufel geschickt miteinander verkeilte Stöcke und Stämme auseinander, um danach alles so gut wie möglich einzuebnen. Die beiden Kollegen leisten mit Spaten die Feinarbeiten und halten Ausschau nach weiteren, meist erst bei genauem Hinsehen zu entdeckende Sprungschanzen in dem recht weitläufigen Gelände. „Haben wir jetzt alles gefunden?“ – „Sieht so aus!“

Die jungen Biker selbst werden übrigens nicht Zeuge der durchgreifenden Aktion, aus Urlaubsgründen. Wie berichtet war die  Waldfläche schon vor Tagen abgesperrt und mit Verbotsschildern versehen worden.
Ein Spaziergänger  wundert sich mit Blick auf das rotweiße Flatterband und den rumorenden Bagger: Ihm war der Naturparcours überhaupt noch nie aufgefallen...

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