Herzogenrath - Der lange Kampf um eine problemfreie Postzustellung

Der lange Kampf um eine problemfreie Postzustellung

Von: Beatrix Oprée
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Da steht es doch: Michael Wolfs zeigt auf den Hinweis auf den großen Briefschlitz unten an der Haustür. Doch sobald es in seinem Zustellbezirk Urlaubsvertretungen gibt, fängt der Ärger mit der beschädigten Post wieder von vorne an. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Michael Wolfs aus Kohlscheid hat die Faxen dicke. Schon wieder hat er einen beschädigten Umschlag aus seinem Briefkasten gezupft. Für ihn wahrhaft keine Lappalie, denn Wolfs ist Vertriebsmitarbeiter für einen großen Eisenwarenhersteller.

Ein Großteil seiner Post sind passgenau ausgearbeitete Angebote und Präsentationsmappen. „So etwas hier kann ich Kunden nicht vorlegen“, sagt er und zeigt auf eine laminiertes, aber mittig längs geknicktes Exposé. Was für einen Eindruck würde so etwas wohl vermitteln?

An seinen im Aluminiumrahmen der Haustür angebrachten Briefkasten hat er eigens einen deutlicher Hinweis angebracht, Post in DIN A4-Größe in den größeren Briefschlitz unten zu schieben.

Wolfs hätte sich nicht an die Zeitung gewandt, wenn es sich um Einzelfälle handeln würde. Doch der Ärger begann schon Mitte 2013, als die damalige Stammzustellerin offenbar in einen anderen Bezirk wechselte. Danach landeten selbst Standardbriefe zerknickt, teilweise mittig oder gar diagonal gefaltet im Kasten. Versicherungsunterlagen der Tochter waren dabei, Post vom Amt, Steuermitteilungen – wichtige Dinge eben. Und teure Zeitschriften. „Manchmal wurde alles einfach reingedrückt“, sagt Wolfs. Dabei werde der Briefkasten zuverlässig täglich geleert.

Der 48-Jährige ist ein geduldiger Mann. Doch so konnte es nicht weitergehen. Also kontaktierte er den Kundendienst und erhielt auch stets freundliche Antworten mit Ausdruck des Bedauerns und sogar Briefmarken zur Entschädigung. „Jedes Mal gab es eine neue Vorgangsnummer“, sagt Wolf. Der Erfolg war eher mäßig. Bislang 14mal hat er Beschwerden formuliert. „Irgendwann habe ich geschrieben, ich hätte jetzt genug Briefmarken, alles, was ich wolle, sei doch nur unbeschädigte Post.“

Sogar im Verteilzentrum an der Heidestraße sei er mehrmals vorstellig geworden, berichtet Wolfs. Name und Adresse mit dem Hinweis „nicht knicken“ seien dort hinterlegt worden. Einmal habe er sogar den Gebietsleiter angeschrieben, „null Resonanz“.

Zwischenzeitlich gibt es wieder eine neue Stammzustellerin, mit der die Familie Wolfs sehr zufrieden ist. „Doch die kann ja auch nicht immer im Dienst sein“, sagt Michael Wolfs. „Und dann geht alles immer wieder von vorne los.“ Was schließlich zum nervenzehrenden Spiel wurde, „denn man weiß ja nie, wann die Urlaubszeiten sind oder die Zustellerin vielleicht erkrankt ist.“ Im Februar sei die Post sogar völlig zerfleddert gewesen, da habe er sich dann direkt an den Vorstand der Deutschen Post gewandt: „Das ist eine Beschwerde und zugleich ein Hilferuf.“ Immerhin: Eine Fachzeitschrift wurde ihm ersetzt. „Wir haben den Verlag gebeten, Ihnen die betreffende Ausgabe nachzuliefern ... Bis dahin bitten wir Sie um etwas Geduld“, hieß es in dem entsprechenden Schreiben.

Und jüngst im Juni schrieb ihm der Kundenservice: „Sie haben sich die Mühe gemacht, uns Ihre Erfahrungen mit unserem Service zu schildern. Dafür danken wir Ihnen ... Natürlich haben wir uns sofort um Ihr Anliegen gekümmert und die Kollegen vor Ort informiert. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Zustellung künftig wieder Ihren Erwartungen entspricht ... Wir sind gerne für Sie da.“ Worte, die Wolfs nur zu gerne endlich glauben möchte. Eine Zustellerin aus einem anderen Bezirk, der er sein Leid geschildert hatte, habe ihm schließlich geraten, sich einfach mal an die Presse zu wenden.

Auf Anfrage unserer Zeitung hin teilt Pressesprecher Rainer Ernzer denn auch mit, dass unverzüglich eine neue Meldekarte im entsprechenden Spind des Zustellers im Verteilzentrums hinterlegt worden sei, mit dem Hinweis, dass Post für die Familie Wolfs keinesfalls geknickt werden darf. „Jedes Haus hat hier ein Fach“, erläutert Ernzer. „Neue Meldekarten – sie können auch andere wichtige Infos enthalten, etwa über Urlaubsumleitungen oder bissige Hunde, auch das ist wichtig – muss jeder Zusteller, also auch die Urlaubsvertretung zur Kenntnis nehmen.“ Ansonsten, so stellt Ernzer fest, habe die Familie Wolf mit dem Hinweis auf den ausreichend großen Briefschlitz in der Tür „alles richtig gemacht“.

Michael Wolfs indes bleibt hoffnungsfroh. Es würde ihn aber auch interessieren, wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Um bei Bedarf vielleicht eine konzertierte Aktion starten zu können.

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