Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Von: Heike Eisenmenger
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Im Miniformat: eine heile Welt mit blitzsauberen Städtchen. Die Anlagen sind wahre Blickfänge. Foto: Heike Eisenmenger

Herzogenrath. Es ist ein eigener kleiner Kosmos, in dem sich Peter Kempchen und seine Vereinskameraden bewegen. Eine heile Welt mit blitzsauberen Städtchen, malerischen Dörfern und pulsierenden Bahnhöfen - aber eben alles im Miniaturformat.

Modelleisenbahnenanlagen unterschiedlicher Machart und Zeitepochen, liebevoll arrangiert, waren am Wochenende im Bürgerhaus in Merkstein zu sehen. Dort hatte der „Eisenbahn-Amateur-Club Herzogenrath” anlässlich seines 30. Bestehens eine umfangreiche und sehr interessante Ausstellung organisiert, die sich vom Saal über den Vereinsraum bis ins Freie ausgedehnte.

Beeindruckt hat viele der Besucher die Detailverliebtheit, mit der die Modellbauer Landschaften, Häuser, Fahrzeuge und Menschen abbilden. Es sind zum Teil winzige Details wie Reklametafeln, das Innenleben von Geschäften, Mülleimer und vieles mehr, die die Szenerie lebendig erscheinen lassen.

Der Vorsitzende Peter Kempchen ist einer der Gründungsmitglieder des Eisenbahn-Amateur-Clubs, der im besten Sinne ein Verein im Dreiländereck ist. „Wir haben aktuell 31 Mitglieder, darunter 15 Holländer, 15 Deutsche und ein Belgier.” In früheren Jahren gehörten auch Engländer und Amerikaner, die in Wildenrath beziehungsweise in Geilenkirchen stationiert waren, zum Club.

Über die Bekanntschaft mit den Soldaten sei eines Tages die Idee entstanden, eine amerikanische Modelleisenbahnanlage zu bauen. Auch hier sind es wieder Details, die wie Puzzlestücke ein Gesamtbild ergeben.

„Man muss bei einer solchen Anlage auf die regionalen Besonderheiten achten, also welche Farbe die Berge haben und natürlich muss auch die Beschilderung in der Landessprache sein”, erklärt der 48-Jährige, der die Anlage gemeinsam mit zwei Vereinskameraden baute. So schnauft die Lokomotive Meile unermüdlich Meile vorbei an den roten Bergen.

Was regionale Besonderheiten angeht, ist eine Modelleisenbahnanlage besonders zu erwähnen - und zwar die, die den Nordkreis als Thema hat. In die Landschaft wurde Fotopappe mit eingebaut, die typische Wahrzeichen darstellen, so etwa den Förderturm der Zeche Anna.

„Ein gutes Gefühl”

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt - alles geht, nichts muss, sofern denn maßstabgerecht gearbeitet wird. „Das Tolle an diesem Hobby ist die Vielfältigkeit, aber auch die Geschichte, die technische Entwicklung eines Modells. Im Eisenbahnmodellbau gibt es eben sehr viele Nebenschauplätze”, sagt Kempchen.

Das Hobby hat sein Leben beeinflusst. „Als der Verein im Lokal meiner Eltern gegründet wurde, war ich gerade 18 Jahre alt und hatte den Beruf des Gastwirts gelernt. Durch die Modelleisenbahn habe ich gemerkt, wie spannend Elektrik ist und habe daraufhin umgesattelt”, erzählt der Herzogenrather.

Neben der technischen Seite und der kreativen Gestaltung schätzt Kempchen aber auch das Miteinander im Club. „Gemeinsam an einer Sache zu arbeiten, sich auszutauschen und gemeinsam Anerkennung zu bekommen, ist ein gutes Gefühl”, erklärt der Vorsitzende, warum ihm sein Verein und sein Hobby so wichtig sind.
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