Der „Köder” ist frisches Popcorn

Von: ath
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Auch Jenny und Lisa füllen einen Fragebogen aus. Sie finden es gut, dass man bei den Jugendlichen direkt nachfragt, was sie wollen und sind gespannt, was sich daraus entwickelt. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Die Stimmung ist gut: man trifft sich, guckt sich an den Ständen rund um die Kirche um, und sogar die Sonne schaut vorbei. Die Kinder toben auf dem Spielplatz, die Erwachsenen quatschen bei Kaffee und Bier - und die Jugendlichen nutzen die Gelegenheit, Freunde zu treffen.

So harmonisch wie auf dem Pfarrfest geht es in Pannesheide zwischen Jugendlichen und Erwachsenen jedoch nicht immer zu. Häufig gibt es Ärger, wenn Jugendliche im Ort herumhängen oder weil es zu Vandalismus gekommen ist.

„Die Spannungen hier sind hoch, deshalb wollen wir die Gelegenheit nutzen, abzufragen, wie man dem entgegen wirken kann”, erklärt Herzogenraths Streetworkerin Kathrin Gehlich. Sie nutzt daher die entspannte Atmosphäre des Pfarrfestes, um per Fragebogen die Wünsche und Vorstellungen beider Seiten zu sammeln. Als „Köder” gibt es selbstgemachtes Popcorn.

„Es gibt hier in Pannesheide keine Angebote für Jugendliche bzw. sie werden nicht angenommen oder nur von einer bestimmten Gruppe”, fasst sie zusammen. Das treffe zum Beispiel auf die Aktion „Nachtaktiv” zu, ein Sportangebot, bei dem Jugendliche sich an einem bestimmten Abend in der Woche in den Sporthallen der Stadt austoben können. In Pannesheide ist dazu immer donnerstags von 21 bis 23 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Gelegenheit. Dieses Angebot versucht sie mit Handzetteln noch etwas mehr zu bewerben. Es sei aber auch nur ein Baustein, richte es sich doch hauptsächlich an Jungs, die gerne Fußball spielen.

Was die anderen Jugendlichen gerne hätten, möchte sie nun mit der Fragebogenaktion in Erfahrung bringen, um ein passgenaues Angebot machen zu können. Im letzten Jahr hat es bereits eine Werkstatt gemeinsam mit der Grundschule gegeben, die jedoch nur wenige angesprochen hat. „Hier auf dem Pfarrfest hoffe ich, eine breitere Masse unkompliziert zu erreichen”, erklärt Kathrin Gehlich. Es scheint zu funktionieren, zumindest, was die Jugendlichen betrifft. Hier ist der Rücklauf gut.

Die Erwachsenen greifen dagegen deutlich seltener zum Stift. Was bei ihren Bögen jedoch auffalle, so Gehlich nach der ersten Durchsicht, sie könnten selten sagen, was die Jugendlichen gut finden. Die wissen dagegen ziemlich genau, was sie an Pannesheide mögen und was nicht. Die meisten der Befragten fühlen sich in ihrem Ort wohl, sie ärgert „dass man kaum Jugendliche trifft”, „es keine Angebote gibt”, „Jugendliche an der Bushaltestelle sitzen und Ärger machen” und „dass einige wenige kriminelle Jugendliche sie alle in Verruf bringen”.

Was sie sich wünschen, sind unter anderem Sitzgelegenheiten, eine Skaterbahn, eine Tischtennisplatte, einen Jugendtreff und bessere Busverbindungen. „Wir sammeln alle Antworten und dann wird es im Herbst eine Zukunftswerkstatt geben, in der wir konkrete Ideen entwickeln wollen. Dazu als Höhepunkt eine Aktion, die sich die Jugendlichen wünschen.”

Langfristig wolle das Jugendamt ein Angebot auf den Weg bringen, dass sich dann mit Hilfe von Kooperationspartnern verselbständigen lasse. Dazu würde Kathrin Gehlich auch gerne die Pfarre mit ins Boot nehmen, die mit dem Pfarrheim über mögliche Räume für kreative Jugendangebote verfügt. Die Kooperation auf dem Pfarrfest ist da sicherlich schon einmal ein Anfang.
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