„Der ist fleißig, der hat Bock, der macht super Arbeit“

Von: vm/kf
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Für David Effertz (links) wäre der aus Algerien stammende Ali Arbi ein Glücksgriff: Arbi ist zuverlässig, pünktlich und fleißig. Foto: B. Oprée

Alsdorf. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Fleiß sind – neben dem rein handwerklichen Geschick – Tugenden, auf die Rolf Steffen in seinem Betrieb großen Wert legt, ja, die für ihn unerlässlich sind. Gutes Personal zu finden, sagt Steffen am Telefon, sei gar nicht so einfach. Mehrere Bewerber seien ihm vom Jobcenter angedient worden, erschienen sei keiner.

Also habe er sich selbst auf die Suche gemacht, in seiner Heimatstadt Alsdorf. Hier ist er gut vernetzt, hier weiß er, auf wen er zählen kann. Und so fragte er auch bei Bekannten nach, die in der Flüchtlingshilfe arbeiten, ob sie niemanden wüssten, der fürs Handwerk geeignet sei. Auch aus christlichen Gedanken heraus, wie Rolf Steffen seine Beweggründe erläutert. So kam Ali Arbi zur Team Steffen AG. Arbi hatte sich schnell eingearbeitet, kam mit den Kollegen gut zurecht, fand in Schaufenberg eine Wohnung und konnte nach der Probezeit direkt einen Festanstellungsvertrag unterschreiben.

Aber ob Ali Arbi hierbleiben kann steht noch in den Sternen. „Der ist fleißig, der hat Bock, der macht eine super Arbeit“, fasst es Steffen recht anschaulich zusammen. Für eine der Tochtergesellschaften von Steffen – Team Effertz – wäre Arbi also ein Glücksgriff.

Zum Hintergrund: Die Team Steffen AG ist aus einem Handwerksbetrieb für Gas- und Wassertechnik entstanden und vereint unter ihrem Dach inzwischen mehrere Tochterfirmen, unter anderem die Team Effertz GmbH, spezialisiert auf Stein und Fliesen.

Arbis Problem: Er stammt aus Algerien, einem sicheren Herkunftsland, wie es heißt. Ihm droht also die Abschiebung. „Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Trotz anwaltlicher Unterstützung“, sagt Steffen. „Ich hab der Ausländerbehörde gesagt: Das könnt ihr nicht machen. Ihr ruiniert das Unternehmen.“ Schließlich habe man Aufträge angenommen, und die Verträge müsse man auch erfüllen. Ohne das entsprechende Personal ginge das nicht.

Eine Chance gebe es noch, sagt Steffen: „Es heißt, wenn Ali eine Ausbildung bei uns machen kann, darf er bleiben.“ Das will Rolf Steffen gerne ermöglichen. „Der Lehrvertrag ist auch von der Kammer genehmigt“, sagt er. Damit ist zumindest schon ein wichtiger Schritt getan.

Arbi hätte, wenn eine Ausbildung zustande käme, eine Aussicht auf eine Duldung – Voraussetzung wäre, dass die anderen Rahmenbedingungen (zum Beispiel keine Straffälligkeit) erfüllt werden. Auch die Stadt Alsdorf hatte sich zwischenzeitlich für Arbi stark gemacht.

Am Freitag soll bei der Ausländerbehörde eine Entscheidung fallen. „Vorher kann Ali mit der Ausbildung auch nicht beginnen“, sagt Steffen. „Es wäre doch Unsinn, ihn heute auf die Berufsschule zu schicken und nach zwei Wochen muss er abbrechen.“

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