Würselen - Der Geburt von Sternen auf der Spur

Der Geburt von Sternen auf der Spur

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
Vor einem sech- bis achtstünd
Vor einem sech- bis achtstündigen Stratosphärenflug: Dr. Randolf Klein erstellt die Beobachtungspläne und legt damit auch die Flugroute der SOFIA fest.

Würselen. Auch wenn sich die Eltern nach eigenen Angaben völlig rausgehalten haben, „der Beruf des Vaters ist wohl doch nicht ganz spurlos am Sohn vorübergegangen”, wie der Physiker und Pädagoge Dr. Ansgar Klein vermutet.

Den Würselener Randolf Klein hat es in die Fußstapfen seines Vaters geführt. Diese waren ihm nicht zu groß, im Gegenteil: Den noch vielen Alsdorfer Gymnasiasten als „Doc Klein” oder „Mathe-Klein” im Gedächtnis gebliebenen Dr. Ansgar Klein hat der heute 41-jährige Sohn Randolf beruflich gesehen sogar überholt.

Das Lehrerehepaar - Helene Klein war ebenfalls am Gymnasium Alsdorf beschäftigt, als Lehrerin für Englisch und Geschichte - hat mit seinem Sohn einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erkundung der Geburt neuer Sterne geleistet. Dr. Randolf Klein - Promotion in Physik, wie der Vater - nämlich gehört zur wissenschaftlichen Besatzung der Flugzeug-Sternwarte Sofia (Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie), einer umgebauten Boeing 747 SP, die seit Mai dieses Jahres im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in rund 14.000 Metern ihre Kreise zieht und dem Geheimnis des Universums auf der Spur ist (siehe Infobox).

Randolf Klein ist Science Flight Planer in der Maschine: „Das ist meine Hauptaufgabe, die Beobachtungspläne nach Anträgen aus der ganzen Welt für die Nacht zu erstellen. Die Beoabachtungspläne sind wegen der Positionierung des Teleskops links am Flugzeug gleichzeitig die Flugpläne.” Aber auch für eigene Forschungen findet der verheiratete Vater zweier Kinder noch Zeit in der fliegenden Sternwarte.

Einfache Gesetzmäßigkeiten

„Physik hat mich immer schon fasziniert. Damit kann man die Natur verstehen. Und die Mathematik ist ein ganz gutes Werkzeug, mit dem sich komplexe Vorgänge in der Natur auf relativ einfache Gesetzmäßigkeiten zurückführen und verstehen lassen”, erklärt Randolf Klein. Seinen Hang zur Astronomie und Sternbildern verdankt er nach eigenem Bekunden wohl eher Mutter Helene.

Allzu viel können die naturwissenschaftlichen Lehrer am Städtischen Gymnasium Würselen wohl nicht falsch gemacht haben, bei dem Talent. „Nein”, erinnert sich Klein, „ich hatte wirklich gute Mathematik-Lehrerinnen und Chemie-Lehrer. Und neben meinem Vater hatte sicherlich auch mein Physik-Lehrer, Herr Wiesemann, einen positiven Einfluss. Bei denen sollte ich mich noch mal melden.”

Nach seinem Studium an der RWTH Aachen zog es den Würselener nach Jena, wo er unter anderem am Max-Planck-Institut beschäftigt war und forschte, bevor es in die USA ging. „Fünf Jahre haben meine Familie und ich in Berkley gewohnt, jetzt leben wir in Mountain View, das zum sogenannten Silicon Valley gehört, südlich von San Francisco.” Und das soll vorerst auch so bleiben. Kinder und Karriere sollen am jetzigen Wohnort in Ruhe wachsen.

Die Zukunft will sich die deutsche Familie in Amerika aber offen lassen: „Die mag auch eine Rückkehr nach Deutschland bereithalten, aber die Erfahrung anderer deutscher Familien hat gezeigt, dass je länger man hierbleibt die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr desto geringer ist.” Kontakt zur Heimat pflegt Randolf Klein dank Telefon und Skype aber noch. „Natürlich vermisst man Familie und langjährige Freunde, es wäre schön, wenn man sich häufiger sehen könnte.” Ansonsten sind es eher die kleinen Dinge, die ihn an Deutschland denken lassen: „Puddingpulver, Schokolade oder die gewohnte Zahnpasta lasse ich mir gerne von Besuchern mitbringen.”

Tonnenschweres Teleskop macht Strahlung sichtbar

Die Boeing 747 SP ist die einzige fliegende Sternwarte der Welt. Stationiert ist der Flieger auf dem Dryden Research Center der Nasa in Palmdale (Kalifornien).

Das Flugzeug ist ausgestattet mit einem 17 Tonnen schweren Teleskop. Der Spiegeldurchmesser beträgt 2,7 Meter.

Mit hochauflösenden Spezialinstrumenten kann das fliegende Observatorium im Inneren der Maschine Infrarotstrahlung sichtbar machen. Darin strahlen zum Beispiel Staubwolken und werdende Sterne, die noch von Materiewolken umgeben sind.

Mit Hilfe von Sofia wollen die Forscher die Entwicklung von Galaxien und die Entstehung von Sternen und Planetensystemen aus interstellarer Materie besser verstehen.

20 Jahre lang soll Sofia in Betrieb bleiben. Pro Jahr sind derzeit rund 160 astronomische Messflüge in der Stratosphäre geplant.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert