Würselen - Der „free key“: Kostenfreies WLAN für Würselens Innenstadt

Der „free key“: Kostenfreies WLAN für Würselens Innenstadt

Von: Karl Stüber
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Brauchtum und moderne Kommunikation auf einen Blick: Auch am Jungenspiel-Brunnen auf dem Morlaixplatz funktioniert das jetzt offiziell gestartete freie WLAN-Angebot „free key Würselen“ via Smartphone. Foto: Karl Stüber

Würselen. Vieles mit vielen kommunizieren und nebenbei noch Strippen ziehen kann man auch gut ohne lange Leitungen. WLAN sei dank – was übersetzt so viel wie „drahtloses lokales Netzwerk“ heißt. Ärgerlich ist nur, dass der mehr oder weniger passionierte Smartphoner unterwegs sein kostbares Datenvolumen opfern muss.

Etliche Cafés, Einkaufszentren und andere Einrichtungen haben dies als Marktchance erkannt und bieten freies WLAN an, um Kunden zum Verweilen und Konsumieren zu animieren – soweit Empfang und Kapazitäten reichen. Die Stadt Würselen folgt diesem Trend und hat nun offiziell das erste frei zugängliche und öffentliche WLAN für Würselen Innenstadt in Betrieb genommen. Allerdings wurde nicht der übliche rote Knopf gedrückt.

Stattdessen packten die Partner des Projekts mit Namen „free key“ symbolisch nun überflüssig gewordene Datenleitungen in einen Karton: Bürgermeister Arno Nelles (SPD), Dieter Ludwigs (regio IT), Wolfgang Riege (Enwor) sowie der eigens aus Innsbruck (Österreich) angereiste Walter Innerebner, der mit seinem Unternehmen free key „erfunden“ hat und nun in Würselen umsetzt. Das System ist seit 2011 auf dem Markt und wurde mit dem Innovationspreis IT Best of 2013 ausgezeichnet.

Rund 30.000 Euro hat die Stadt Würselen in die für „free key“ notwendige Infrastruktur „im öffentlichen Verkehrsraum“ investiert. Sieben neue Masten wurden aufgestellt und Sektorantennen angebracht. So wird zum Beispiel der Morlaixplatz laut Stadtsprecher Bernd Schaffrath von seinem eigenen Büro und dem Balkon des Bürgermeisterbüros aus sendetechnisch abgedeckt. Aber das ist nur ein Teil.

Das Versorgungsgebiet ist rund 30.000 Quadratmeter groß und erfasst die gesamte Kaiserstraße vom Marktplatz an der Kirche St. Sebastian aus bis hin zur Krefelder Straße, inklusive Kulturzentrum Altes Rathaus, Neues Rathaus und eben Morlaixplatz.

Genutzt wird dabei die bereits vorhandene Internetstruktur in den öffentlichen Gebäuden. So können zum Beispiel Besucher des Rathauses, etwa beim Warten im Bereich Einwohnermeldeamt, den free-key-Hotspot ansteuern. Das gilt auch für die Besucher und Nutzer der Stadtbücherei und des Lesecafés.

Firmeninhaber Walter Innerebner sagte, dass das Würselener Projekt das derzeit in NRW größte zusammenhängende frei verfügbare WLAN-Netz ist. Er versicherte, dass nicht alle Internetangebote via free key ansteuerbar sind. So seien aus rechtlichen Gründen unter anderem Tauschbörsen und Anbieter von pornografischen Inhalten ausgeschlossen. Allerdings könne dieser Filter angesichts des Einfallsreichtums der Anbieter nicht hundertprozentig wirken.

In der Anlaufphase übernimmt die Stadt Würselen die Betriebskosten. „Wir wollen das System in der Öffentlichkeit erst einmal etablieren“, sagte Stadtsprecher Schaffrath. Später sollen Produktplatzierungen, also Werbung, die Kosten decken.

Die Idee für WLAN in der Innenstadt entstand übrigens im Stadtmarketingprozess im Dialog auch mit Gewerbetreibenden, wie Schaffrath betonte. Besonders die lokale Geschäftswelt müsste ein Interesse an free key haben und entsprechend ansteuerbare Inhalte anbieten.

Schließlich gehe es Nutzern nicht nur darum, private Mails zu lesen und Nachrichten zu schreiben, sondern beispielsweise auch darum, um sich via Netz schnell eine Übersicht über die Angebote im Umfeld zu verschaffen, Öffnungszeiten von Geschäften zu recherchieren oder die nächste Apotheke oder den nächsten Optiker auszumachen. Zudem könnten QR-Codes gescannt werden, die ihrerseits Informationen zu Gebäuden und Produkten liefern und vieles andere mehr, so die Stadt.

Bürgermeister Arno Nelles (SPD) erinnerte daran, dass die Kommune mit Partnern gezielt flächendeckend Glasfaserkabel gelegt habe, um eine „digitale Autobahn“ zu schaffen. Auch er ermutigte Gewerbetreibende und weitere Initiativen und Institutionen, die nun geschaffenen technischen Möglichkeiten anzunehmen und inhaltlich anzureichern. So nehme Manfred Wirtz als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie (Arge) aus guten Gründen am Start von free key teil.

„Ich komme aus einer Zeit, in der Telefone noch an Schnüren festgebunden werden mussten“, bekannte Nelles sich zu seiner analogen Vergangenheit. Aber es sei für die Stadtentwicklung Würselens wichtig, dass Bürger und Besucher möglichst überall auf freie Netze zugreifen könnten. So denkt Nelles daran, in einem weiteren Schritt und im Zuge der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes Innenstadt auch den neu zu gestaltenden „Campus“ am Würselener Gymnasium in free key einzubeziehen.

So funktioniert das Ganze laut Anbieter: Das WLAN-Netz wird unter „free key Würselen“ angezeigt. Nach dem Einwählen (ohne Passwort) müssen die allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptiert werden. Anschließend kann kostenlos gesurft werden. Nach Ablauf von drei Stunden ist eine erneute Anmeldung erforderlich.

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