Kerkrade/Herzogenrath - Der Blaulichttag beeindruckt die Besucher

Der Blaulichttag beeindruckt die Besucher

Von: mabie
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Schnelle Hilfe wird trainiert: Das richtige Verhalten im Fall eines Fahrzeugüberschlags kann in einem Simulator ausprobiert werden. Foto: Markus Bienwald
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Ein Feuer einmal selbst löschen ist unter fachkundiger Anleitung kein Problem. Foto: Markus Bienwald

Kerkrade/Herzogenrath. Als Raouf van Dijk für einen Moment lang ganz allein hinter dem Steuer der großen Kehrmaschine auf dem Kerkrader Markt sitzt, grinst er über das ganze Gesicht. Und der junge Mann ist natürlich erstaunt, wie viele Knöpfe, Schalter und noch mehr das Gerät zu bieten hat.

So wie beim jungen Kerkrader, gab es bei der dritten Auflage des Euregionalen Blaulichttages am Samstagnachmittag zahllose strahlende Kindergesichter. Sie durften nämlich bei allem, was bei den niederländischen Nachbarn mit einem „Zwaailicht“, einem Blaulicht oder einem orangefarbenen Baufahrzeuglicht, ausgestattet ist, einmal Platz nehmen.

Demo-Truck der Luftwaffe

Unzählige Fotos von Mamas, Opas und Omas entstanden so mit Kindern in eher ungewöhnlichen Posen. Sie durften beispielsweise ausnahmsweise natürlich nicht schussfähige Waffendummys in die Hand nehmen. Und sie durften sich auf dem Sitz des Polizeimotorrads einmal so richtig breitmachten. Da gab es aber auch die junge Dame, die auf dem Roller der „Handhaving“, dem Einsatzdienst des niederländischen Ordnungsamtes, Probe saß.

Zu sehen waren viele vornehmlich junge Männer, die ein paar Meter weiter im eigens angereisten Demo-Truck der niederländischen Luftwaffe in einem Simulator eines F16-Kampfjets Platz nahmen. Instrukteur Rob Pfeyffer nahm sich für die jungen Interessenten viel Zeit. „Du musst das langsam bewegen“, sagte er immer wieder, wenn es die Jungs ein wenig zu wild angehen wollten. Dabei wollte Pfeyffer wie auch seine vielen anderen Kollegen an diesem Tag einfach mal zeigen, mit welchen Mitteln professionelle Einsatzkräfte dafür sorgen, dass der Normalbürger sich sicher fühlen kann. Bestes Beispiel dafür war sicherlich auch die Feuerwehr, die mit Fahrzeugen und erfahrenen Damen und Herren diesseits und jenseits der Grenze vor der „Rodahal“ genügend Platz für Demonstrationen fanden.

Dort durften die Besucher auch einmal selbst mit einem Feuerlöscher lodernde Flammen eines natürlich simulierten Feuers löschen. Während es an dieser Stelle zischte, feuerte am anderen Ende des Geländes ein Trainer von der Hundestaffel eine Schreckschusspistole ab, und sorgte dafür für zusammenzuckende Besucher. Die ausgebildeten Hunde allerdings ließen sich davon nicht beeindrucken, sondern zeigten eindrucksvoll ihr Können im Umgang mit Missetätern.

„Ein Super-Beruf“

Die waren für Hartmut Prast, Fachberater Chemie der Feuerwehr in der Städteregion Aachen zwar weniger interessant. Dank der rund um die Zugänge zum Blaulichttag an die Kinder ausgegebenen Laufzettel durfte aber auch er sich über Besuch freuen. Und am Abschluss der Demonstration der Möglichkeiten des Einsatzfahrzeuges warb er noch um Nachwuchs : „Feuerwehrmann ist ein Super-Beruf.“

In schwindelnder Höhe

Darum mussten sich wohl so gut wie alle Beteiligten zumindest angesichts des vielfältigen Interesses keine Sorgen machen. Ob es nun die technischen Einsatzkräfte der Gemeinde Kerkrade mit ihrem Hubsteiger waren, der die Besucher in schwindelnde Höhen entführte, die Infostände der verschiedenen Polizei- und Militärorganisationen in den Niederlanden oder auch die Feuerwehr, das ebenfalls aus Herzogenrath angereiste Technische Hilfswerk oder das Rote Kreuz und die Tierambulanz: Es gab viel zu sehen und zu erleben.

Kerkrades Bürgermeister Jos Som freute sich so zu Recht nicht nur über das tolle Wetter, das dem Besucherstrom sicherlich nicht abträglich war. „Es passt zum Stil des Euregionalen Zwaailichtendags, Einwohner aus der Euregio auf unkomplizierte Weise mit den Rettungsdiensten in Kontakt zu bringen”, sagte er bei seiner Stippvisite. Dank der immer wieder vorgelebten Geselligkeit der niederländischen Gastgeber mit ihrer offenen Art, der Chance, am Markt auch bei einer Tasse Kaffee oder einem Snack eine Pause vom Gesehenen einlegen zu können und dem Unterhaltungsprogramm, war es ein wirklich gelungener Tag.

Orchester der Polizei

So waren beispielsweise die „Fireman’s Favorites“ als sogenannter „Walking Act“ in den Straßen unterwegs und brachten ihren stimmungsvollen Dixie-Jazz unter die Leute. Die Orchester der Polizei und des Militärs waren auch zu hören. Mit Kletterangeboten, der Möglichkeit auch für Kinder, beispielsweise schon wichtige Dinge über das richtige Handeln im Notfall zu lernen oder auch den Infoständen zur Historie, beispielsweise zu ehemaligen Polizei- und Einsatzfahrzeugen aus der DDR oder altem rollenden Militärmaterial gab es beim trinationalen Blaulichttag mit Gästen aus Deutschland und Belgien richtig was zu erleben. So werden viele vor allem jüngere Menschen mit vielen neuen Erlebnissen und Erinnerungen beeindruckt wieder nach Hause gegangen sein.

 

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