Herzogenrath - Der Bergbau bietet jede Menge Erzählstoff im Fördermaschinenhaus

Der Bergbau bietet jede Menge Erzählstoff im Fördermaschinenhaus

Von: mabie
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Im Fördermaschinenhaus fühlen sich Willi Klaßen (l.) und Franz-Josef Küppers, die beide hinter den besonderen Erzählabenden im Bergbaumuseum Grube Adolf stehen, besonders wohl, denn hier wird Geschichte im Wortsinn begreifbar gemacht. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Fragt man Willi Klaßen und Franz-Josef Küppers, worüber sie am liebsten sprechen, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Bergbau“. Das sagen sie nicht mit einem irgendwie bitteren Unterton, sondern in ihrem leicht vom Zungenschlag aus dem Ruhrpott gefärbten Brustton der Überzeugung. „Man kann stundenlang erzählen von früher“, sagt Willi Klaßen.

73 Lenze jung ist er nun, 42 Berufsjahre hat er als überzeugter Bergmann erlebt, und heute noch sitzt er sehr gerne in seiner weißen Kluft, an der noch Spuren von der letzten Überprüfung der Fördermaschine im Bergbaudenkmal Grube Adolf zu sehen sind, in dem kleinen Zelt vor dem als Museum und Treffpunkt dienenden Fördermaschinenhaus.

Auch hier gibt es unter den Anwesenden meist nur ein Thema: die Kohle, und die harte Teamarbeit, mit der sie aus der Tiefe gefördert wurde. Lockere Gesprächsrunden wie diese gibt es natürlich immer noch. Doch da das Leben des Bergmannes immer auch ein geregeltes war, obwohl sie bis heute auch als Meister der Improvisation gelten, musste schnell ein regelmäßiges Treffen her. Ein Treffen, bei dem sich Bergleute, ein Beruf, der auch Lebenseinstellung ist, regelmäßig zusammenfinden war mit der Reihe „Der besondere Erzählabend“ schnell gefunden. Im Gegensatz zu den lockeren Gesprächsrunden wird hier immer am Thema gearbeitet, zum Beispiel über die Gefahren, mit denen sich der Bergmann immer wieder konfrontiert sah, oder der Weg von der Kohle zum Strom.

Für die Abende wie gemacht war der Saal im Bergbaumuseum, und die erste Veranstaltung dieser Art ist nun schon zehn Jahre her. „Bei den ersten Treffen hätte bestimmt keiner daran gedacht, dass der Abend mal zehn Jahre Bestand haben wird“, berichtet Willi Klaßen lächelnd. Mit leuchtenden Augen erinnert er sich daran, wie der Erfinder der Abende, Herbert Nilges, eine kleine Truppe um sich scharte, die immer genug Material zum Erzählen über die Sachen von damals hatte. „Dabei hat sich im Laufe der Jahre die Vortragstechnik weit entwickelt“, erinnert sich Willi Klaßen. Man startete den VHS-Rekorder, oder ließ per Overhead-Projektor Bilder auf die Wand werfen. „Das sind heute schon technische Relikte“, so Klaßen weiter, inzwischen wird natürlich per Power-Point-Vortrag gearbeitet.

Doch was geblieben ist, sind der große Zeitaufwand, den die Referenten in ihre Themen stecken und die Detailverliebtheit, mit der solche Abende vorbereitet werden. „Mit der Recherche vergehen oft Tage oder Wochen“, sagt Klaßen. Dabei gibt es nicht nur eine Handvoll Bergbaufans, sondern viele Menschen, die sich immer noch oder wieder für die Arbeit unter Tage interessieren. „Wir sind ja breit aufgestellt, so kommen regelmäßig Kumpel aus Holland oder Belgien dazu“, wirft Franz-Josef Küppers ein. Und mit der Zahl der Interessierten – im Schnitt dürften es um die 40 Besucher sein – steigt natürlich auch die Zahl der Vortragenden, wobei es mit dem Vorsitzenden des Vereins, Dr. Hans-Joachim Helbig, und Willi Klaßen, zwei Spitzenreiter gibt, wenn es um die Zahl der Vorträge geht.

„Die nächsten drei Themen stehen schon fest“, freut sich Willi Klaßen über das turnusmäßig immer am dritten Mittwoch im Monat im Bergbaumuseum Grube Adolf stattfindende besondere Gespräch. Fragt man abschließend, worüber sich die Kumpels dann am liebsten austauschen, ob es eher technische oder eher menschliche Themen sind, dann gibt es ein klares Halbe-Halbe. „Beides!“, sagt Franz-Josef Küppers, und man kann das Ausrufezeichen hinter seinem Ausspruch schon beinahe spüren, denn für einen echten Bergmann ging es ohnehin immer um das Ganze, um das Leben als Kumpel.

Und darum wird es auch bei der kleinen Geburtstagsausgabe am kommenden Mittwoch gehen, wenn sich um 19 Uhr alles um die Frage dreht, wie Menschen zum Bergbau gekommen sind.

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