Deponie wird Natur

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Pläne: Karl Rambadt(2.v.l) erläuterte Robert Pelzer, Peter Weidenhaupt und Franz-Josef Schüller den Endrekultivierungsstand. Foto: M. Schmitz

Alsdorf. Die Interessengemeinschaft Wardener Bürger zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren wurde am 27. April 1975 im voll besetzten Johannesheim gegründet. Franz-Josef Schüller übernahm das Amt des l. Vorsitzenden. Geschäftsführer bei der Gründung wurde Robert Pelzer, der dieses Amt bis heute noch inne hat.

Gegründet wurde, weil am Rande von Warden, auf Eschweiler Gebiet, eine Großmülldeponie für den Kreis und die Stadt Aachen errichtet wurde. Seit dieser Zeit steht die IGM in regelmäßigem Kontakt mit Vertretern der AWA Entsorgung, um Belästigungen für die Wardener Mitbürger so gering wie möglich zu halten.

Begonnen hatte die Interessengemeinschaft mit dem Ziel, den Standort mit allen Mitteln zu verhindern. Mit großem Arbeitsaufwand und vielen Behördengängen und Gesprächen, bis zur Landesregierung NRW, wurde es verfolgt – ohne Erfolg. Die ersten Jahre waren für die Anwohner verheerend was Geruchsbelästigung und Unrat betraf. Privatpersonen stellten ihre Bautätigkeit wegen der ungewissen Zukunft vorübergehend ein, Mietwohnungen waren nicht mehr oder nur schwer zu vermieten.

Zusammenarbeit statt Konflikt

Die Interessengemeinschaft erkannte, dass man nur in partnerschaftlicher Gemeinsamkeit mit Behörden und Deponieverantwortlichen, mit konstruktiver Kritik und Mitarbeit die Verhältnisse verbessern konnte. „Fünf Ringordner voll mit Schriftverkehr zeugen von einer umfangreichen Arbeit, die wir erledigen mussten, denn es gab keinen Monat, in dem wir nicht mit den Verantwortlichen zusammen kamen“, erinnert sich Geschäftsführer Pelzer an die damalige schwierige Zeit.

Am 31. Mai 2005 wurde der letzte Hausmüll abgelagert. Bei der Jahresabschlussbesprechung im Verwaltungsgebäude der AWA auf der Deponie hieß AWA-Vertreter und Technischer Leiter Karl Rambadt die Vorstandsmitglieder Franz-Josef Schüller, Robert Pelzer und Peter Weidenhaupt willkommen und erläuterte den Stand der geplanten Endrekultivierung, die schon seit Jahren mit den Wardenern erörtert wurde.

Die Vergabe der Rekultivierung des l. Abschnitts am Rande von Warden in Friedhofsnähe ist bereits vergeben und startet nach der winterlichen Witterung im März. Dies wird bis Ende Juni dauern und es schließt sich die Rekultivierung des 2. Abschnitts ab Juli an. Etwa im September wird der 3. Deponieabschnitt in Angriff genommen.

Der 4. Abschnitt, direkt hinter den Häusern an der Straße Am Alten Gericht, wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Hier sind größere Senkungen zu erwarten. Die rekultivierten Flächen werden als ökologische Flächen mit Bewuchs und Grünflächen angelegt.

Ob überhaupt Grundwasser mit dem Müllkörper in Berührung komme, das könne vielleicht in 15 Jahren gesagt werden, erklärte Rambadt. Derzeit würde das Grundwasser rund 20 Meter unter dem Müllkörper stehen. Der Anstieg sinke aber jährlich. Bei der Endrekultivierung soll ein fünf bis sechs Meter hoher Schutzwall am Ende des Deponiekörpers angelegt werden.

Zum Schluss des intensiven Jahresabschlussgespräches bedankte sich Rambadt erneut bei den Wardener Vertretern Franz-Josef Schüller und Robert Pelzer für die langjährige vertrauensvolle Zusammen- und konstruktive Mitarbeit. „Hierdurch war es nur möglich, dieses schwierige Problem in all den Jahren auch zur Zufriedenheit der Wardener Bürger zu lösen“, erklärte er.

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