Würselen - Den WM-Titel fest im Visier

Den WM-Titel fest im Visier

Von: Lars Odenkirchen
Letzte Aktualisierung:
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Als „Sparringspartner” natürlich nur zu Werbezwecken aktiv: Austeilen möchte Ania Fuczik nicht gegen Bürgermeister Arno Nelles, sondern erst am 5. Juni beim WM-Kampf. Der Chef im Rathaus freut sich über die hochkarätige Sportveranstaltung in Würselen. Foto: Lars Odenkirchen

Würselen. Das Urteil ist wie ein Adelsschlag für das Würselener Publikum. „Bombastisch”, meint die Thaiboxerin Ania Fucz kurz und knapp, wenn sie an die Atmosphäre beim letztjährigen Kampf um die Europameisterschaft in ihrer Heimatstadt denkt.

Auch dank der Unterstützung des Publikums konnte die Würselener Sportlerin damals den ersehnten Titel gewinnen und steht nun vor der Krönung ihrer bisherigen Karriere: Am 5. Juni kämpft sie um den Weltmeistertitel der IKBF (International Kickboxing Federation), und erneut hofft die Lokalmatadorin, dass das Publikum sie zum Titel trägt.

Wie beeindruckt Ania Fucz von der Atmosphäre bei ihrem Europameisterschaftskampf in Würselen war, hat umso mehr Gewicht, wenn man weiß, dass sie auch schon in Thailand Turniere bestritten hat, wo das Boxen Nationalsport ist und bis zu 130.000 Zuschauer in die riesigen Arenen lockt.

Ein schlagendes Argument

Dass der Kampf überhaupt in Würselen stattfindet, nachdem dort schon im Vorjahr zweimal um die Europameisterschaft gekämpft wurde, ist mehr als außergewöhnlich, wie Fuczs´ Trainer Uwe Göbkes bescheinigt: „In Deutschland hat es meiner Erfahrung nach noch nie so viele Titelkämpfe hintereinander an einem Ort gegeben.”

Doch bei den Verhandlungen um die Austragung der Weltmeisterschaft hatte Göbkes im wahrsten Sinne des Wortes ein schlagendes Argument: „Da, wo die Europameisterin ist, gehört doch auch der Kampf hin.” Bürgermeister Arno Nelles jedenfalls freut sich enorm, dass die Kampfsportwelt im Juni wieder ihren Blick auf die Düvelstadt richtet: „Würselen hat so erstmals einen Namen in der Welt des Sportboxens bekommen.”

Während der Austragungsort, die Elmar-Harren-Halle an der Krottstraße, für Ania Fucz fast schon ein wenig zum „Wohnzimmer” geworden ist, wartet mit ihrer Gegnerin Pimnipa Tanawatpipat aus Thailand eine Gegnerin, über die Fucz fast nichts weiß. „Wir haben versucht, uns zu informieren”, erzählt ihr Trainer Göbkes, „doch leider gibt es nichts, keine Videos, noch nicht mal aktuelle Bilder. Aus Thailand hat man uns nur ein altes Foto für die Plakate zur Verfügung gestellt.”

Allein die Nationalität ihrer Gegnerin bedeutet für Ania Fucz aber schon eine Herausforderung, denn so viel war immer für die Boxerin klar: „Wenn ich einmal um die Weltmeisterschaft boxe, dann nur gegen eine Thailänderin.” Täglich trainiert Fucz nun zweimal, um den schweren Kampf gegen die unkalkulierbare Gegnerin erfolgreich zu bestehen, denn soviel ist auch Uwe Göbkes klar: „Die Thailänder schicken keine leichte Gegnerin extra nach Deutschland. Was wir wissen, ist, dass Pimnipa dreimal so viel Kämpfe wie Ania absolviert hat.”

Gekämpft wird im übrigen nach den international anerkannten, so genannten K-1-Regeln, die auch von Fernsehwettkämpfen bekannt sind. Dabei sind etwa Schläge, Tritte und Angriffe mit den Knien erlaubt, der Einsatz der Ellebogen ist jedoch verboten.

Auch wenn der Weltmeisterschaftskampf sicherlich den Höhepunkt des Abends darstellt: Für Ania Fuchs Teamkollegen Leo Zulic wird es ebenfalls um einiges gehen. Vor dem WM-Kampf findet schließlich das „Super-8” Turnier statt, bei dem der Aachener mit sieben Kontrahenten aus Deutschland nicht um Titel, sondern um ein Ticket kämpft: Der Sieger des Turniers darf als deutscher Vertreter am Jahresende zum Königsgeburtstag nach Bangkok reisen, wo sich die besten Kämpfer der Welt messen. Dabei fühlt sich der Aachener Zulic auch in Würselen heimisch: „Zu Hause zu kämpfen ist einfach das Beste.”

Im Vorprogramm werden zudem mehrere Damen aus dem Fuczs und Zulics Team „mujoken-ki” auf das Frauen-Weltmeisterschaftsduell einstimmen - um am Ende hoffentlich eine Würselener Weltmeisterin zu feiern. Das, so meint Bürgermeister Arno Nelles, würde sicherlich auch Ania Fuczs´ Arbeitgeber sehr freuen: „So lange eine so starke Frau in der Sparkasse arbeitet, wird diese Filiale bestimmt keiner überfallen wollen.”
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