Den kulinarischen Alltag aufpeppen

Von: Elisa Zander
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Jetzt darf jeder mal kosten: Pilaw-Reis und Fenchel mit Orangensaft – einfach gekocht, aber schmackhaft! So lautet das Urteil der Besucher, die von Helmut Gote (r.) Tipps mit nach Hause nehmen. Foto: Elisa Zander

Würselen. Viele Utensilien braucht Helmut Gote nicht. Etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer, einige Orangen. Damit und zwei Fenchelknollen will er eine einfache aber schmackhafte Gemüsebeilage kochen. Der Mann, der seit acht Jahren im Radio zwei Mal wöchentlich Kochtipps an die Hörer weitergibt, will den kulinarischen Alltag aufpeppen.

In den acht Jahren ist ihm an seiner Arbeit vor allem eines aufgefallen: „Je mehr Rezepte ich entwickelt habe, desto weniger Zutaten habe ich benutzt, weil ich möchte, dass die Hauptzutat gut schmeckt.“ So wie der Fenchel. Ein Gemüse, das seiner Meinung nach in deutschen Küchen viel zu wenig Beachtung findet.

Insgesamt gäbe es viele Gemüsearten, die mehr drauf hätten, als deftig gekocht in Eintöpfen zu versinken. Linsen etwa. Was aber nicht bedeutet, dass er dem Kurs mancher Politiker hin zum vegetarischen Essen zustimmt. „Mir ist da zu viel Druck hinter und Moral drin. Nicht, dass ich insgesamt dagegen bin, aber ich möchte Gemüse essen, weil es mir schmeckt und nicht ausschließlich, weil es gesund ist.“ Sagt es und beginnt auf der Bühne des Kulturzentrums Altes Rathaus in Würselen eine Fenchelknolle zu zerteilen.

Der Saal ist voll, die Menschen sind neugierig auf das, was da in der Pfanne auf der kleinen Kochplatte, die Helmut Gote dabei hat, entsteht. Er erzählt viel. Von sich, von seiner Arbeit und seiner Idee vom Kochen. Von Gewürzen, Ölen und deren Wirkung auf Speisen. Gote empfiehlt etwa, Meersalz statt gewöhnliches Speisesalz zu nutzen, es sei weniger bitter.

Während Gote vor sich hin schneidet, rührt, mit Orangensaft ablöscht und würzt, entwickelt sich ein leicht süßlicher Duft, der über den Zuschauern hängen bleibt. Probieren dürfen schließlich Hendrik (11) und Maximilian (10). Und wie schmeckt es? „Ein bisschen nach Tee“, sagt Hendrik und großes Gelächter geht durch den Raum. „Du bist wenigstens ehrlich“, sagt Gote lachend.

Hin zur leichten Küche

Kochen liegt im Trend, Neues ausprobieren, weg von den angestammten Rezepten, vom Deftigen, hin zur leichten Küche. Die Meinungen über die Präsentation des Könnens von Helmut Gote gehen bei den Zuschauern auseinander. „Es ist quasi Radio zum Angucken“, sagt eine Frau etwas enttäuscht darüber, dass man nicht in die Töpfe schauen kann und sieht, was während des Kochprozesses mit den Zutaten geschieht. Doch Gote bemüht sich und erklärt, wie sich beim zweiten Gericht, einem Pilaw-Reis, die Körner in Kombination mit Zwiebeln verändern. „Die Vielfalt von Reis wird sehr unterschätzt. Es gibt drei Arten Reis zu kochen, und die deutsche ist die schlimmste – Reis in Kochbeuteln.“ Man müsse sich einfach manchmal trauen, anders zu kochen. Und: „Keine Angst vor Butter und Gewürzen. Damit muss man nicht sparen.“ Und so rührt er unter den fast fertigen Reis einen Esslöffel Butter.

Ob Pfeffer, Kümmel, Muskat oder Zimt – alles mahlt Gote frisch. „Und bewahren Sie Gewürze nie über dem Herd auf. Das ist der wärmste und hellste Ort der Küche, da haben die Gewürze nach zwei Wochen keinen Geschmack mehr.“ Sein Tipp: Die Körner und Schoten in dunklen Apothekengläsern aufbewahren.

Zum Schluss darf jeder, der mag, nach vorne zum Probieren kommen. Nicht für jeden ist es leicht, die Gewürze herauszuschmecken. Das bestätigt Gote in seiner Ansicht, dass viele das einfache Kochen nicht gelernt haben. „Darum freue ich mich umso mehr, dass die Leute so viel Interesse zeigen“, sagt er begeistert von den Fragen, die ihm im Anschluss an die Show noch im Gespräch noch gestellt werden. Die Lust und die Neugier am Kochen wollte er vermitteln – und scheinbar ist ihm genau das gelungen.

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