Herzogenrath - Den Herrn im Blick: Elfriede Simons

Den Herrn im Blick: Elfriede Simons

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
Blumenschmuck und ein Ewiges L
Blumenschmuck und ein Ewiges Licht: Elfriede Simons erfüllt die einst übernommene Aufgabe immer noch mit großer Freude. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. „Es hat mich auch fit gehalten”, schmunzelt Elfriede Simons. Schließlich hat sie in über 50 Jahren unzählige volle Gießkannen aus ihrer Wohnung zur Straßenecke geschleppt, um die Pflanzen rund um das Wegekreuz zu wässern. Bei seiner Errichtung im Jahre 1960 hat sie das schmiedeeiserne Kleinod an der Einmündung Maubacher -/Buchkremer-straße im Stadtteil Straß unter ihre Fittiche genommen.

Regelmäßig fegt sie ringsum und zupft altes Laub aus dem Grün. Ergänzender hübscher Blumenschmuck ist Ehrensache. Ebenso, dass das Ewige Licht in der eigens dafür installierten kleinen Laterne stets brennt.

Aus dem Bauschutt gerettet

Mit Mann und Tochter war sie vor nunmehr 51 Jahren in das Mehrfamilienhaus eingezogen. Anfangs kümmerte sich die ganze Familie um die Pflege des Denkmals. Seit 30 Jahren aber ist Elfriede Simons Witwe. „Mit der Umgebung hier bin ich mittlerweile verwurzelt”, sagt die heute 83-Jährige. Das schmucke Kreuz ist immer noch untrennbar mit ihrem Alltag verbunden, Gottvertrauen prägt ihr Leben. „Dem Herrgott hier habe ich zu verdanken, dass ich überhaupt noch lebe”, lacht sie fröhlich, immer noch dankbar, eine Notoperation vor wenigen Jahren ohne Folgen gut überstanden zu haben.

Eigentümer der Kreuzanlage ist Elfriede Simons Vermieter Paul Akens. Seine Mutter hatte das Schmiedekreuz im Schutt entdeckt, nachdem sie mit ihrem Mann das Grundstück erworben hatte, um ein Mehrfamilienhaus darauf zu errichten. Sie rettete das historische Stück vor dem Abtransport. Die Stadt stiftete einen Sockel, auf dem es wieder aufgestellt werden konnte. Und mit der Familie Simons gab es verlässliche Paten für die Pflege.

Seit wenigen Wochen erscheint das Kruzifix nun in neuem Glanz. Paul Akens hat den Korpus mit Blattgold überziehen lassen - um ein Zeichen zu setzen im Sinne des Kreuzes, das es schwer habe in unserer Zeit.

Umgestaltet wurde auch die Anlage ringsum, in Absprache mit dem Technischen Dezernenten. Die dunklen alten Schwarzkiefern sind zwei lichten Hainbuchen und einer zurzeit opulent blühenden Zierkirsche gewichen. Schicke Buchsbaumkugeln komplettieren das Ensemble, eingerahmt von modernen Gabionen. „Die Bäume werden von städtischen Mitarbeitern gewässert”, spricht Akens großen Dank für die gute Kooperation mit der Stadtverwaltung aus.

Altar für die Prozession

Elfriede Simons aufmerksamer Blick fällt derweil auf eine Fuge unterhalb des Sockels. „Hier muss noch etwas nachgebessert werden”, teilt sie ihrem Vermieter mit. „Wird erledigt”, hat Paul Akens bereits mit den Handwerkern gesprochen.

Alle paar Jahre ist das Kreuz an der Buchkremerstraße eine „Statio” der Fronleichnamsprozession. „Das war zuletzt voriges Jahr der Fall”, erzählt Elfriede Simons. „Da hatte ich hier einen wunderschönen Altar errichtet.” Wenn Pastor Dr. Guido Rodheudt aus seinem Urlaub zurückkehrt, wird die Kreuzanlage offiziell eingesegnet. Mitte Mai soll das sein. Osterspaziergänger können sich aber schon jetzt daran erfreuen, wie der goldene Korpus in der Sonne erstrahlt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert